In der mittelalterlichen Ruine haben Hochzeitsgäste kürzlich Teelichter angezündet. Der Bezirksvorsteher ist besorgt und auch der Bürgerverein Hofen.
Die mittelalterliche Burgruine mit ihren romantischen Steinbögen in Hofen zieht regelmäßig Brautpaare an, die in der nahen St.-Barbara-Kirche heiraten. So auch kürzlich wieder, wie an den Hinterlassenschaften zu sehen ist. Der romantische Schein trügt. Gefahr ist im Verzug gewesen: Kerzenwachs von abgebrannten Teelichtern findet sich auf dem Weg in der Burgruine. Und Brandflecken im trockenen Gras. Nicht nur die Vorsitzende des Bürgervereins Hofen, Sabine Schick-Kurfeß, war erschrocken, als sie dies sah. Auch der Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann ist besorgt angesichts der Brandgefahr der unerlaubt Feiernden.
Sorge über offenes Feuer in der Ruine
„Ich finde es ja immer wieder schön, dass Brautpaare die Kulisse der Burgruine Hofen nutzen, um Bilder zu machen. Warum gerade jetzt im Hirschgraben mit offenem Feuer – wenn auch nur mit Teelichtern – hantiert werden muss, ist mir nicht ganz klar“, so Schick-Kurfeß in einem Schreiben an die Stadtverwaltung. Die Vorsitzende appelliert an die Stadt, auch für die Burgruine Hofen ein deutlicheres Verbot von Feuer und offenem Licht auszuschildern. So gebe es auch immer wieder Grillstellen in der Burgruine.
Der Bezirksvorsteher Bohlmann erklärt, er sei verärgert, dass Leute einen Ort nutzen, an dem solche Veranstaltungen nicht genehmigt seien: „Die Burgruine Hofen ist nicht für Hochzeiten gedacht und auch nicht als Festlespunkt.“ Es gebe nur einen genehmigten Trauort im Stadtbezirk, im Schlosspark am Pavillon hinter dem Palmschen Schloss.
Verbote auch andernorts missachtet
Mit Unverständnis reagiert der Schultes auf das fehlende Verantwortungsbewusstsein. Auch fragt er, wer den Dreck wegräumen soll. Das sei frech. Genauso erlebe er es am Max-Eyth-See: Dort werde trotz eines Grillverbots gegrillt. Am See fordert indes die Junge Union Stuttgart, dass der private Sicherheitsdienst bis Mitternacht im Einsatz sein soll und der städtische Vollzugsdienst Präsenz zeigen soll.
An der Burgruine vermisst der Schultes ein Schild „Nutzen auf eigene Gefahr“. Zudem sieht Bohlmann Probleme des Brandschutzes und der Sicherheit. Ein fehlendes Geländer am Treppenabgang zum Pfadfinderheim gehört zu einer Reihe von Problemen, die der Bürgerverein und der Bezirksbeirat angemahnt haben. Ein umlegbarer Pfosten am Zugang fehlt. „Dieser sollte signalisieren, dass man hier nicht reinfahren darf“, so Bohlmann.
Immer wieder gibt es Vandalismus
Auch ist ein Gutachten zur Feuchtigkeit an der Mauerkrone offen. Es gibt Vandalismus: zerstörte Treppengeländer und Graffiti. Bei der Stadt nachgefragt zur Brandgefahr bei der Hochzeitsfeier, verweist Stadtsprecher Oliver Hillinger auf die Grünflächensatzung, die vorschreibe, dass außerhalb von Grillplätzen keine Feuer angezündet oder in Brand gehalten werden dürfe. Das Ordnungsamt sei zuständig. Sofern es von missbräuchlicher Nutzung erfahre, bittet das Ordnungsamt die Polizei, die Grünanlage öfters zu kontrollieren. Pfarrer Ludwig-Frank Mattes von der katholischen Kirchengemeinde St. Barbara erklärt auf Nachfrage, dass manchmal die Menschen in der Burgruine feierten, aber nie mit Teelichtern. „Das ist bei mir noch nicht vorgekommen.“ Im Vorgespräch sage er, wenn das geäußert werde, dass man bei der Stadt anfragen müsse, da er ja nur für die Kirche Hausherr sei.
Veranstaltungen für Privatpersonen werden nur in seltenen Ausnahmefällen vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt genehmigt, so der Stadtsprecher Hillinger. An der Mauerkrone sieht die Stadt keinen Handlungsbedarf. Das fehlende Geländer sei beauftragt. Vandalismus sei ein Problem, dieser habe zugenommen. Der Pfosten soll nach der Sommerpause montiert werden.