Hans Gaulocher und Erich Schweiker (rechts) Foto: Iris Frey

In Hofen wird auch im Jubiläumsjahr am Ortsstammbaum weitergearbeitet. Hans Gaulocher und Erich Schweiker kümmern sich darum und suchen weitere Hofener Bürger. 9000 Personen haben sie schon.

Hofen - Hans Gaulocher und Erich Schweiker kümmern sich seit vielen Jahren um ein ganz besonderes Projekt in Hofen: den Ortsstammbaum. Im Rahmen des Jubiläumsjahres 900 Jahre Hofen steht dieses natürlich auch im Fokus. Da der Bürgerverein Hofen wegen des Coronavirus die Veranstaltung nicht durchführen kann, wird dennoch weiter gearbeitet und wir berichten über den aktuellen Stand der Arbeiten.

Gaulocher hat im Jahr 2011 mit dem Stammbaum begonnen. 2013 ging er in Rente und er nahm sich das Köfferchen vor, in dem er alte Bilder, Briefe und Dokumente gesammelt hatte und daraus versuchte er eine Ahnentafel väterlicherseits zu erstellen. „Ein paar Monate später erhielt ich von meinem Sohn Sebastian den Tipp, dass da in der amerikanischen Homepage „Ancestry“ unser Stammbaum enthalten wäre, allerdings ohne unsere Linie. Diesen Stammbaum hatte ein Bill Gaulocher aus Myrtle Beach in South Carolina erstellt“, berichtet Gaulocher.

Dann war er mit seiner Linie soweit klar und hat sich ebenfalls bei Ancestry angemeldet und seinen Stammbaum untergebracht. „Am 24. Juli 2013 habe ich mir dann ein Herz gefasst und ihn via Ancestry angeschrieben“, so Gaulocher. Der amerikanische Verwandte sei hellauf begeistert gewesen und habe noch am selben Tag zurückgeschrieben. „Seit dieser Zeit stehen wir so alle zwei Monate in Mail-Kontakt.“ Im Sommer 2015 war er für zwei Wochen in Hofen und sie haben zusammen alle Orte besucht die für die Gaulochers relevant waren. Zusätzlich natürlich auch den Speyrer Dom mit seiner 1000-jährigen Geschichte, ein Highlight für einen Amerikaner. Auch die Hofener waren zweimal in den USA zu Besuch. Und die Amerikaner erfuhren von ihren deutschen Verwandten und dem Ursprung ihrer Familie, der in Grosselfingen bei Hechingen liegt. Im Jahr 1930 brannte das Pfarrhaus in Grosselfingen, wo alle Gaulochers herkommen ab, und die Kirchenbücher wurden vernichtet. Deshalb gibt es nur kirchliche Aufzeichnungen ab dem Jahr 1750. „Dieser Teil der Ahnenforschung hat jedoch zutage gefördert, dass alle Personen auf dieser Erde mit dem Familiennamen Gaulocher ihren Ursprung in Grosselfingen haben“, berichtet der Hofener.

Nachdem das Thema Ahnenforschung leicht süchtig machen kann, hat er seinen Freund Erich Schweiker ebenfalls davon überzeugen können, mit ihm Ahnenforschung zu betreiben und zwar diesmal für Hofen und zwar für alle Hofener, die auch in den Kirchenbüchern verzeichnet sind.

„Wir wollten diese Daten allerdings nicht in Ancestry einpflegen, da dann praktisch die ganze Welt darauf Zugriff hätte. Wir wollten diese Daten nur den Hofener ,Ur’-einwohnern widmen“, so Gaulocher. Erich Schweiker hat dann recherchiert, um ein Computerprogramm zu finden, in welches auch Dokumente und Fotos eingebracht werden können. Mit dem amerikanischen Programm „TNG“ haben sie dann eine Basis gefunden, die allen Ansprüchen gerecht wurde. Jetzt konnte es eigentlich losgehen, aber da war das Problem, dass die Kirchenbücher in das Archiv nach Rottenburg verbracht waren. Also mussten die Daten in vielen Besuchen von den beiden übernommen und in den Stammbaum eingepflegt werden. Bei der Ahnenforschung gibt es natürlich das Problem, dass fast alle Kirchenbücher in Kurrent- oder/und Sütterlinschrift geschrieben waren.

Um dieses Thema besser in den Griff zu bekommen, haben die beiden Ahnenforscher an der Universität Stuttgart für ein Semester das Lesen von Kurrent- respektive Sütterlinschrift belegt. Dies hat den beiden sehr weitergeholfen. Ein weiteres Problem bestand darin, die drei Hauptnamen in Hofen, Treiber, Werner und Rau den einzelnen Personen richtig zuzuordnen. Oftmals gab es Verwechslungen und Duplikate, die nach und nach ausgebessert wurden. Die derzeitige Statistik sieht folgendermaßen aus: Im Ortsstammbaum Hofen erfasst sind: 8939 Personen, davon 4527 Männer und 4412 Frauen sowie 2877 Familien. Außerdem 1232 Fotos und 350 Grabsteine. Nach Beendigung der meisten Arbeit haben die beiden dann diesen Stammbaum dem Bürgerverein Hofen zur Benutzung auf dessen Homepage überlassen, um ihn den Hofenern zugänglich zu machen. „Es gab bislang sehr viel Resonanz und auch Lob hinsichtlich des Umfanges dieser Arbeit, wobei wir noch einige Daten zur Ergänzung vorzugsweise aus dem Zeitraum 1550 bis 1700 vervollständigen müssen“, berichten die beiden.

Die Anzahl der dafür notwendigen Arbeitsstunden haben sie nicht notiert, da das Ergebnis mit Sicherheit ein großes Defizit ergeben würde. Gemacht haben sie es aus Spaß an der Freude. Sie wünschen sich noch viele Bilder von Personen und Gebäuden, die sie einzelnen Personen oder Geschichten zuordnen können. Grundsätzlich wird alles Material, welches sie erhalten, zurückgegeben, natürlich unbeschädigt. Es gilt auch der Grundsatz aus Datenschutzgründen, dass lebende Personen nicht angezeigt werden.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.buergerverein-hofen.de.

Kontakt zu den Aktiven des Ortsstammbaums gibt es per -E-Mail über die Adresse buergerverein@stuttgart-hofen.de.

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