Das Grundstück im Gehrenwald, auf dem einst das Awo-Waldheim stand, liegt heute brach. Foto: Elke Hauptmann

2015 brannte das Awo-Waldheim nieder. Die Ruine ist längst abgerissen, das Grundstück liegt brach. Wie wäre es denn, die Fläche in Parzellen zu unterteilen und an Kleingärtner zu verpachten, fragen die SPD-Bezirksbeiräte Werner Feinauer und Werner Kapitza.

Untertürkheim - Das Awo-Waldheim im Gehrenwald brannte im Mai 2015 nieder. Schnell war klar, dass ein Wiederaufbau wirtschaftlich unsinnig ist, weshalb die Brandruine abgerissen wurde und die Arbeiterwohlfahrt (Awo) einen Schlussstrich unter die gut 60 Jahre währende Geschichte zog: Das im Erbbaurecht genutzte Grundstück wurde an die Stadt Stuttgart zurückgegeben. Das Liegenschaftsamt ist seither für die Brachfläche zuständig – und hat es interimsweise dem Tiefbauamt als Baustellenzwischenlager überlassen. Nun sind Material und Geräte weg, doch was kommt jetzt? Die Frage stellt sich insbesondere, weil auch das benachbarte Grundstück nicht mehr genutzt wird: Der katholische Heimgarten der Pfarrgemeinde St. Johannes ist ebenfalls seit langem schon nicht mehr in Betrieb.

Freizeitvergnügen für Familien

Die SPD-Bezirksbeiratsfraktion, die sich zuvor vergeblich für Wohnungsbau auf der Fläche am Ortsrand eingesetzt hatte, bringt eine neue Idee ins Spiel: Das Grundstück könnte doch in Parzellen unterteilt und an Kleingärtner verpachtet oder als Urban-Gardening-Projekt den Untertürkheimern ohne Gartengrundstücke zur Verfügung gestellt werden, schlagen die Lokalpolitiker Werner Feinauer und Werner Kapitza vor. „Gerade in der Pandemiezeit ist es für Wohnungsmieter notwendig, die Wohnung zu verlassen und sich einem Freizeitvergnügen zu stellen, bei dem die ganze Familie inbegriffen ist“, heißt es in einem Antrag, den sie im Bezirksbeirat zur Diskussion stellen wollen. Besonders für Kinder sei das Gärtnern ein ganz besonderes Erlebnis und Freizeitvergnügen. Da diese Nutzung zur Naherholung zähle, müsste der Flächennutzungsplan auch nicht geändert werden und das Gelände könnte kurzfristig einer Nutzung zugeführt werden, argumentieren die beiden Sozialdemokraten.

Absage an Wohnungsbau

Wie berichtet, hatten die Stadtplaner vor einigen Jahren Überlegungen zur Aufsiedlung des Gebietes angestellt. Sie wurden aber nicht weiterverfolgt, weil die Verwaltung bislang andere Prioritäten setzt: Wohnungsbau hat als Nachverdichtung innerhalb der Stadtbezirke Vorrang vor Neubauprojekten auf der grünen Wiese am Ortsrand. Auch ein lokales Weingut hatte bereits Interesse an der Bewirtschaftung der Fläche angemeldet.

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