Ein ungewöhnlicher „Gast” sorgte am Montag am Stuttgarter Flughafen für Aufsehen. Eine Bell-Boeing CV-22 Osprey der US-Streitkräfte wurde gesichtet. Was hatte es damit auf sich?
Laute Flugzeuggeräusche sind am Flughafen Stuttgart nichts Ungewöhnliches. Wer sich jedoch am Montag, 10. November, in Flughafennähe aufhielt, hat möglicherweise besonders markante Geräusche wahrgenommen.
Grund dafür dürfte der Aufenthalt einer Bell-Boeing CV-22 Osprey der US-Streitkräfte am Stuttgarter Flughafen gewesen sein. Das Kipprotorflugzeug, das senkrecht starten und landen kann, ist in Stuttgart eher selten zu sehen.
Auf Nachfrage bestätigte Beate Schleicher, Pressesprecherin des Flughafens Stuttgart, dass eine solche Maschine am Montag auf dem Gelände des Flughafens gesichtet wurde. „Es handelt sich dabei allerdings um Flugbewegungen am US-Airfield“, erklärte Schleicher. Für weitergehende Details verwies sie an die Pressestelle der US Army Garrison Stuttgart, die eine Anfrage unserer Redaktion bislang unbeantwortet ließ.
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Experte: Dafür wird die CV-22 Osprey eingesetzt
Was macht die CV-22 Osprey so besonders? Laut Ewald Krämer, ehemaliger Direktor des Instituts für Aerodynamik und Strömungsmechanik an der Universität Stuttgart, wurde die Osprey primär für den Transport von Truppen und Material über größere Distanzen mit hoher Geschwindigkeit entwickelt. Dank der Kipprotortechnologie sei sie schneller und besitze eine größere Reichweite als herkömmliche Hubschrauber, sie könne aber wie diese senkrecht starten und landen, ohne auf Start- oder Landebahnen angewiesen zu sein.
„Aufgrund dieser Eigenschaften wird sie vor allem für Spezialoperationen eingesetzt“, erklärt Krämer. Dazu zählen etwa das Absetzen von Truppen hinter feindlichen Linien, das Ausfliegen von Einheiten aus umkämpften Gebieten oder Versorgungsflüge. Die Maschine werde ausschließlich militärisch genutzt.
CV-22-Ospreys der Royal Air Force Mildenhall sind üblicherweise in England stationiert. Von dort aus absolvieren die Maschinen regelmäßig Trainings- und Transitflüge, auch auf das europäische Festland. Landungen in Deutschland dienen in der Regel als technische Zwischenstopps oder Trainingsflüge und nicht als Einsätze.
CV-22 Osprey kostet „zwischen 70 und 90 Millionen US-Dollar“
Da die Osprey nicht mehr produziert wird, lässt sich schwer sagen, wie teuer ein solches Fluggerät ist. „Zum Zeitpunkt der Einführung bei den US-Streitkräften im Jahr 2005 dürfte der Preis je nach Ausstattung zwischen 70 und 90 Millionen US-Dollar gelegen haben“, so der Experte.
Auffällige Manöver von Flugzeugen der Spezialkräfte der US-Luftwaffe sorgten zuletzt Anfang des Jahres in Böblingen für Aufmerksamkeit. Die lauten Flüge waren damals ebenfalls in der gesamten Region gut wahrnehmbar.