Beim Mining fungiert man als Dienstleister für die Blockchain. Foto: Bemix Studio

Beschäftigt man sich ein wenig mit Kryptowährungen, kommt man schnell an einen Punkt, an dem man über den Begriff Mining stolpert. Die Vorstellung, dass nichts weiter nötig ist als ein Computer mit guter Rechenleistung, um ganz einfach ohne selbst etwas zu tun, Bitcoins zu generieren, klingt extrem verlockend.

Doch die Zeiten, in denen es so einfach war, sind leider vorbei. Wie Mining für Kryptowährungen genau funktioniert und was dafür heute notwendig ist, erfahren Sie hier.

Was ist Mining eigentlich?

Die Blockchain basiert auf einer dezentralisierten Bestätigung aller getätigten Transaktionen durch sogenannte Hashfunktionen oder kurz Hashs. Um diese Transaktionen zu prüfen, ist pure Rechenpower nötig. Diejenigen, die diese Rechenleistung zur Verfügung stellen, werden wiederrum in Form von Bitcoin oder einer entsprechenden anderen Kryptowährung belohnt. Dabei gilt die einfache Formel, dass sich die Höhe der Entlohnung an der Höhe der zu Verfügung gestellten Rechnerleistung orientiert. 
Vereinfacht gesagt, fungiert man beim Mining als Dienstleister für die Blockchain. Für diese Dienstleistung wird man dann entsprechend bezahlt.

Was braucht man zum Minen?

Während im Grunde genommen jeder Rechner dazu in der Lage ist, die nötigen Rechenprozesse durchzuführen, um die nötigen Hashfunktionen zu lösen und so der Blockchain überprüfte Datensätze hinzuzufügen, gibt es inzwischen explizit auf das Minen ausgerichtete Rechner, die dementsprechend viel Rechenleistung bieten, um die nötigen Prozesse auch in einer darstellbaren Zeit durchzuführen. Einer der besten Miner, die es im Moment auf dem Markt zu kaufen gibt, ist der sogenannte Antminer. Diese eigenständigen Geräte müssen einfach nur mit einem Router verbunden werden und können danach per Webbrowser konfiguriert werden. Das klingt zunächst einfach. Ein Antminer der neuesten Generation kostet aber auch gerne mal 10000 Euro aufwärts und verbraucht Unmengen an Strom. Einfach so in der Privatwohnung minen, ist deswegen nicht zwingend empfehlenswert.
Natürlich kann man theoretisch mit jedem beliebigen Rechner minen. Jedoch ist die Rechenleistung der meisten privaten Rechner viel zu gering, dass es sich lohnen würde. Die Anschaffung eines Miners sollte aber definitiv gut überlegt sein.
Neben einem Rechner oder Zugriff auf Rechenleistung braucht man natürlich auch ein eWallet, um die geschürften Coins auch lagern zu können.

Der Mining-Pool

Selbst wenn man sich dafür entschieden hat sich einen Antminer zu gönnen, ist die Rechenleistung eines einzelnen Gerätes immer noch viel zu gering, um wirklich effektiv und gewinnbringend zu minen. Daher gibt es inzwischen viele Anbieter, die sogenannte Mining-Pools anbieten. In einem Pool bündeln verschiedene Miner ihre Rechenleistung, um so effektiver und schneller die Prozesse ausführen zu können, die schließlich den gewünschten Erfolg in Form von Kryptowährung bringen. Der bekannteste Pool auf europäischem Boden ist Ethermine. Hier bündeln insgesamt über 200000 Nutzer ihre Rechenleistung. Die Auszahlungsmodalitäten richten sich auch hier nach der vom Einzelnutzer zur Verfügung gestellten Rechenleistung. 

Das Cloud-Mining

Beim Cloud-Mining fällt der eigene Beitrag in Form von Hardware, die Rechenleistung generiert, weg. Die Rechenleistung wird durch den Cloud-Anbieter gestellt. Als Kunde zahlt man eine Gebühr, um diese Rechenleistung nutzen zu dürfen. Ist die geschürfte Währung dabei mehr wert als die Gebühr, macht man Gewinne. Leider gibt es viele schwarze Schafe unter den Cloud-Mining-Anbietern. Wählt man diesen Weg, sollte man mit größter Vorsicht einsteigen und die Anbieter im Vorfeld genau überprüfen.

Illegales Mining

Wie in allen Bereichen, in denen Geld verdient wird, hat sich auch beim Minen eine Reihe illegaler Aktivitäten verbreitet, die hier unbedingt erwähnt werden sollten. Beim illegalen Mining wird von einer Drittpartei Malware auf ihren Rechner geladen. Diese missbraucht dann den Rechner, um Rechenleistung für das Mining zur Verfügung zu stellen. Sie haben dabei von dem Miningprozess gar nichts, da nur derjenige profitiert, der die Malware auf Ihren Rechner geladen hat und ihn auf diese Weise anzapft. Ob der eigene Rechner angezapft wird, ist teilweise kaum zu erkennen. Sollte Ihr Rechner deutlich langsamer laufen als normal, ist das auf jeden Fall ein erstes Warnsignal.

Abschließend kann man sagen, dass es sich immer noch lohnen kann, in das Mining einzusteigen. Man sollte sich allerdings im Vorfeld bestens informieren. Mining ist ein komplexer Vorgang. Ob es sich wirklich lohnt, hängt von vielen Faktoren ab, die vorab unbedingt abgewägt werden sollten.