Obertürkheims künftiger Bezirksvorsteher Kevin Latzel. Foto: Mathias Kuhn

In zwölf Tagen bekommt Obertürkheim einen neuen Bezirksvorsteher: Kevin Latzel. Bei einem Stadtbezirksspaziergang erzählt der 41-Jährige, wie er seine künftigen Aufgaben angehen wird.

Obertürkheim - In zwölf Tagen bekommt Obertürkheim einen neuen Schultes: Kevin Latzel. Er wurde am 3. Dezember vom Gemeinderat gewählt und tritt am 1. Februar die Stelle als Bezirksvorsteher an. Der 41-Jährige ist in Hedelfingen aufgewachsen, kennt Obertürkheim also seit Jahrzehnten. Beim Spaziergang durch den Stadtbezirk, dem er vorstehen wird, erinnert sich Latzel an Erlebnisse aus seiner Jugendzeit und spricht gleichzeitig über Projekte, die er in Zukunft angehen will.

Seinen künftigen Arbeitsplatz, das Bezirksrathaus in der Augsburger Straße, kennt er nicht erst seit seiner Vorstellungsrunde bei den Bezirksbeiräten. „Peter Beier hat recht, wenn er behauptet, es ist das schönste der Stadt“, sagt Latzel. Der parteilose Verwaltungsfachwirt, der seit 2001 in der Stuttgarter Stadtverwaltung angestellt ist, hatte in verschiedenen Funktionen mit dem Stadtbezirk zu tun. „Obertürkheim verfügt über eine gute und leistungsfähige Verwaltung mit motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“ Diese Motivation möchte er durch einen kollegialen und auf einen guten Teamgeist setzenden Führungsstil erhalten. „Oberste Maxime für das Bezirksamt muss weiter die Bürgerfreundlichkeit bleiben.“

Nächste Station: die Kreuzung Otto-Hirsch-Brücken/ Göppinger Straße. Fast wehmütig steht Latzel am Ortseingang. „. „Da mein Vater bei der EVT und meine Mutter in einer Boutique in Obertürkheim arbeiteten, bin ich oft von Hedelfingen über die Brücke gelaufen. Es gibt sogar noch ein Papierfoto, auf dem ich als Dreijähriger fast genau an der Stelle stehe.“ Doch die Kreuzung ist für die Zukunft des Stadtbezirks und der Oberen Neckarvororte von großer Bedeutung, erklärt Latzel und holt einen Bauplan mit dem geplanten Kreisverkehr aus seiner Tasche. „Er wird den Ortseingang aufwerten und hoffentlich dazu beitragen, dass der Verkehr flüssiger wird.“ Der künftige Schultes macht dabei klar, dass er dabei an alle Verkehrsteilnehmer denkt. So will er genauso für die Umsetzung der Hauptradrouten 42 und 7 als auch den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs – beispielsweise die Verlängerung der Elektrobuslinie von Esslingen nach Untertürkheim kämpfen.

Der Post- und Bahnhofsvorplatz – die nächste Station des Rundgangs – würde dann zu einem noch wichtigeren Verkehrsknotenpunkt werden. „Mit den Fahrradstationen und den Car-Sharing-Parkplätzen, den Bushaltestellen und der S-Bahnstation ist es ein Zentrum der Mobilität. Der Ausbau der Elektromobilität muss auch in den Vorortstadtbezirken gefördert werden“, sagt Latzel. Zudem eröffnet sich mit der Aufstellung des Bebauungsplans für das Aurelis-Gelände südlich des Bahnhofs eine große Chance für den Stadtbezirk. „Hier soll ein Quartier mit einem Mix aus Wohnen, Einzelhandel und Gewerbe im Sinne eines urbanen Gebietes entstehen.“ Latzel weiß um die Herausforderung die Nahversorgung im Stadtbezirk zu sichern. Der Cap-Markt müsse erhalten werden. Es könne nur durch das Zusammenwirken aller Akteure dem sogenannten Trading-Down-Trend entgegengewirkt werden.

Bis zur Kinothek sind es nur wenige Schritte. „Hier habe ich meinen ersten Film mit meinem großen Bruder gesehen: ‚Cannonball Fieber – auf dem Highway geht’s erst richtig los!’. Die Kinothek ist eine Institution. Genauso wie andere Kultureinrichtungen, die Kirchenmusik und Vereine sorgen sie für Leben im Stadtbezirk.“ Nach Ende des Lockdown werde es eine Hauptaufgabe sein, dass das gesellschaftliche Leben wieder in Schwung komme. „Ich will ein verlässlicher Ansprechpartner für die Vereine, Kirchen, Feuerwehr, sonstige Einrichtungen und für die Kindertagesstätten und Schulen sein.“ Als eine seiner Hauptaufgaben als Bezirksvorsteher verstehe er es, ein Moderator und Brückenbauer zwischen Stadtverwaltung und Bürgerschaft zu sein, der mit den Menschen spricht, ihnen zuhört, ihre Wünsche und Ideen ernst nimmt und aktiv begleitet.

Ein weiterer Reiz der Stadtbezirke links und rechts des Neckarhafens, das weiß Latzel als Kind der Oberen Neckarvororte, geht von dem Miteinander von Industrie, Gewerbe und den Weinbergen aus. „Sie gehören zur Identität der Neckarvororte. Der Weinbau gibt dem Stadtbezirk seinen Charakter, lockt Hunderte Touristen zu uns.“ Mit Blick aufs Weinbaumuseum und das Alte Rathaus in Uhlbach ist für Latzel klar, dass „dieser historische Ortskern geschützt und erhalten bleiben“ müsse. Bei der Rückkehr am Bezirksrathaus sagte Latzel abschließend: „Ich freue mich riesig auf die neue verantwortungsvolle Aufgabe und auf die Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern von Obertürkheim und Uhlbach.“

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