Die Cannstatter Pascal Geidies (links) und Kapitän Marco Schulz setzen Untertürkheims Sascha Foto: Tom Bloch

Die Spvgg-Fußballer feiern einen verdienten Sieg und ein freudiges Comeback.

Bad Cannstatt - Für gewöhnlich werden Tore bei einem knappen Spielstand oder wenn sie schön sind ausgiebig bejubelt. Gestern war aber an der Hofener Straße die Begeisterung über das fünfte Tor der Cannstatter kurz vor dem Abpfiff am lautesten: Nach zweijähriger Leidenszeit gab Marvin Kellner nämlich sein Bezirksliga-Comeback, stand erst wenige Minuten auf dem Platz und schoss – wie einst üblich – eiskalt ein. „Am meisten freut mich, dass Marvin getroffen hat“, war denn auch Cannstatts Coach Carmine Napolitano nach der Partie begeistert. „Ihn wollen wir Stück für Stück aufbauen, durch ein Tor klappt dies natürlich schneller.“

Belebende Einwechslung

Der Cannstatter Übungsleiter war aber auch allgemein sehr zufrieden mit den gezeigten Leistungen der Seinen. „Spieler­isch haben wir die Partie bestimmt, hätten sicherlich noch mehr Tore machen müssen.“ Einzig mit den knapp 20 Minuten nach der Pause war Napolitano nicht einverstanden. Der zur zweiten Hälfte gekommene, bullige Stürmer Mohran Hussein hauchte den zuvor lethargisch und teilnahmslos wirkenden Untertürkheimern durch seine Präsenz wieder Leben ein. Die Folge: Die Gäste verkürzten durch Kevin Gullmann an seiner alten Wirkungsstätte auf 1:2 (50.) und die bis dahin klar überlegenen und kombinationssicheren Gastgeber wurden in ihren Aktionen nervös. Doch der TBU sorgte in Person von Patrick Teuber dafür, dass es beim kurzen Strohfeuer blieb – bereits gelbbelastet sah er in der 63. Minute wegen Meckerns die Ampelkarte und der TBU war fortan in Unterzahl. Eine Szene, die TBU-Coach Uwe Braun wahnsinnig ärgerte: „Da haben wir nach einer unterirdisch schlechten ersten Hälfte doch wieder die Möglichkeit, ins Spiel zurück zu finden und bringen uns durch eine Undiszipliniertheit aus dem Konzept.“ Jedoch spiegle so eine Aktion die aktuelle Situation der Mannschaft wider. „Wir sind derzeit kein Team, verteidigen schlecht und sind schwach in den Zweikämpfen.“ Die letzten beiden Aspekte treffen vor allem auf die ersten 45 Minuten zu. Da schien das Duell auf dem Rasen nicht Cannstatt gegen TBU zu lauten, sondern Cannstatt gegen Schlussmann Marcel Janik.

Etliche Paraden

Ihrem Torhüter hatten es die Gäste zu verdanken, dass es sich im zweiten Abschnitt überhaupt noch lohnte, das Spielfeld zu betreten. Dreimal hielt er gegen den agilen Behar Hasanaj reaktionsschnell und zweimal gegen Rui Carvalho Pinheiro glänzend. Seinen Meister fand er indes zweimal in Kapitän Marco Schulz. In der 10. Minute spielte Teuber im Aufbau einen Pass ins Aus. Den Einwurf führte ein Cannstatter schnell auf den freien Hasanaj aus, der von der Grundlinie schön auf Schulz passte und dieser mühelos verwandelte. In der 45. Minute bediente Hasanaj Pinheiro, der behauptete sich gegen drei TBUler, passte zurück an die Strafraumgrenze und Schulz schob das Spielgerät überlegt und unhaltbar zum 2:0 ins Eck. Sowieso scheint sich der einstige Stürmer Schulz in seinem neuen Aufgabenbereich auf der Sechserposition sehr wohl zu fühlen – er machte ein starkes Spiel.

Als Markus Lurz in der 80. Minute Gianluca Marsiglio per langem Ball schön bediente, dieser Janik überlupfte und zum 3:1 traf, war die Partie entschieden. Lirim Ala sorgte per „Flippertor“ für das 4:1 (85.), ehe Kellner kam und lautstark gefeiert wurde.

Spvgg Cannstatt: Pellegrino; Grigoras, Ipowitz, Lurz, Bauer, Geidies, Schulz, Ajolbek, Marsiglio (83. Ala), Hasanaj (81. Kellner), Carvalho Pinheiro (83. Almalla).

TB Untertürkheim: Janik; Widmann, Höschele, Teuber, Grimm, Gullmann, Pfeifer, Koziol (46. Hussein), Reußenzehn (55. Oseme Uruwah), Stegbauer (65. Löer), Sholabomi.

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