In der Stuttgarter Innenstadt fährt die Polizei verstärkt Streife. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Die Krawallnacht in der Stuttgarter Innenstadt sorgt auch in den Außenbezirken für Entsetzen. Der Bezirksbeirat Untertürkheim verabschiedete eine Resolution. Darin fordert er: Eine verstärkte Polizeipräsenz dürfe es nicht nur in der City geben.

Untertürkheim - Die schweren Krawalle und Plünderungen in der Stuttgarter Innenstadt in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni haben auch in den Neckarvororten für Entsetzen gesorgt. Weil sie die chaotischen Vorgänge „als unakzeptables Verhalten verurteilen“, das ihrer Einschätzung nach kein lokal begrenztes Phänomen ist, haben die sieben im Untertürkheimer Bezirksbeirat vertretenen Fraktionen und Gruppierungen in der Sitzung am Dienstagabend einstimmig eine Resolution verabschiedet. Darin heißt es: „Gewalt, respektloses und verantwortungsloses Verhalten dürfen auch in den äußeren Stadtbezirken nicht das gesellschaftliche Miteinander bestimmen.“

Die Lokalpolitiker mahnen an, in der Debatte um die Konsequenzen den Fokus nicht nur auf die City zu richten. Denn: „Die Außenbezirke mit einer hohen diversen Einwohnerschaft nehmen eine wichtige integrative Funktion im Wohn- und Lebensumfeld der Menschen wahr. Dieser Anspruch muss in den Außenstadtbezirken sowohl durch soziale Gemeinwesen- und Integrationsarbeit vor Ort als auch ordnungspolitisch ermöglicht und durchgesetzt werden. Es ist notwendig, nicht nur in den Innenstadtbezirken, sondern auch in den Außenstadtbezirken eine weit aufgestellte Sicherheitspartnerschaft zwischen Polizei, Amt für öffentliche Ordnung, Jugend- und Sozialamt zu installieren und eine soziale Gemeinwesenarbeit aufzubauen“, lautet ihre Forderung.

Dem Untertürkheimer Bezirksbeirat ist es vor allem wichtig, „dass Polizei und Stadtverwaltung die ordnungspolitischen Kräfte in den Außenstadtbezirken nicht weiter zugunsten der Innenstadtbezirke aushöhlen“. Auch dort müsse die Polizeipräsenz wahrgenommen werden. Außerdem seien nicht nur in der City soziale Integrationsprojekte und Angebote der Gemeinwesenarbeit einzurichten, „um Zugänge zu gefährdeten Personenkreisen zu erhalten“. Das Gremium betont in seiner Resolution: „Alle Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht und Nationalität sollen sich auf öffentlichen Plätzen, Straßen, Spielplätzen und Freiflächen überall in Stuttgart entsprechend der gültigen Vorgaben friedlich aufhalten und bewegen können. Ausgrenzungen, Beleidigungen und Gewalt dürfen in keinem Stadtbezirk Stuttgarts das gesellschaftliche Zusammenleben bestimmen.“

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