Unicef-Chefin Henrietta Fore„Ein Kind bei der Geburt oder während der Schwangerschaft zu verlieren ist eine katastrophale Tragödie für eine Familie“ (Symbolbild). Foto: / Kai Remmers/dpa

Fast zwei Millionen Kinder werden jährlich tot geboren – und diese Zahl könnte laut einem Bericht der Vereinten Nationen wegen der Corona-Pandemie noch deutlich steigen.

Genf - Weltweit verlieren jeden Tag mehr als 5000 Familien ein Baby durch eine Totgeburt. Das entspricht fast zwei Millionen Babys im Jahr, die tot auf die Welt kommen, oder einer Totgeburt alle 16 Sekunden, wie die Vereinten Nationen am Donnerstag (8. Oktober) berichteten. Grund sei vor allem die schlechte Versorgung der Schwangeren vor und während der Geburt.

Von Totgeburt sprechen Experten, wenn ein Baby nach 28 oder mehr Schwangerschaftswochen ohne Lebenszeichen auf die Welt kommt.

Drei Viertel der Totgeburten entfielen im vergangenen Jahr auf Afrika südlich der Sahara und Südasien. Dort ist vor allem die Geburt selbst risikoreich: Etwa die Hälfte aller totgeborenen Babys sterbe dort während der Wehen oder der Geburt. In Europa, Nordamerika, Australien und Neuseeland seien es sechs Prozent.

Hier können Sie die gesamte Studie der Unicef lesen.

Zahl der Totgeburten könnte durch Corona steigen

Die Zahl könnte laut dem Bericht von Unicef, dem Kinderhilfswerk der vereinten Nationen, wegen der Corona-Pandemie noch deutlich steigen. Zu den fast zwei Millionen Totgeburten pro Jahr könnten nun wegen Corona noch 200 000 weitere innerhalb eines Jahres hinzukommen. Totgeburten, die weltweit 1,4 Prozent der Entbindungen ausmachten, seien eine „vernachlässigte Tragödie“, heißt es in dem ersten Bericht der Vereinten Nationen zu dem Thema.

Totgeburten sind den UN-Angaben zufolge meist auf fehlende Ausrüstung und mangelnde Ausbildung von Hebammen zurückzuführen. Mehr als 40 Prozent der Totgeburten ereignen sich während des Geburtsprozesses. „Die Mehrzahl der Totgeburten hätte mit guter Überwachung und Versorgung der Schwangeren durch ausgebildete Hebammen verhindert werden können“, erklärte die Direktorin des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Henrietta Fore.

Die Ausbildung von Geburtshelferinnen und -helfern müsse deshalb verbessert werden. Weltweit werde weniger als die Hälfte der Frauen, die dies bräuchten, bei der Geburt von Hebammen unterstützt.

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