Vom DFB für ihre Vereinsarbeit ausgezeichnet: Markus Matt (TSV Steinhaldenfeld), Gaetano Mosca (GW Sommerrain) und Uwe Hild (TSV Uhlbach) bei der Ehrung mit Knut Kircher und Heinz Mayer vom WfV (stehend von links). Amelie Seifert (TSV Heumaden), Benjamin Friedle und Jochen Renner vom SV Gablenberg (kniend von links). Quelle: Unbekannt

Bei der Ehrenamtsgala des Fußball-Bezirks Stuttgart wurden erneut zahlreiche Vereinsfunktionäre für ihre gute Arbeit ausgezeichnet.

StuttgartNeuerung im Fußball-Bezirk Stuttgart: Am Samstag wurde erstmals die Ehrenamtsgala nicht abends, sondern vormittags veranstaltet. Mit dabei war einmal mehr der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Knut Kircher, der in seiner Funktion als Vorstandsmitglied des Württembergischen Fußballverbandes (WFV), die Arbeit der Vereinsfunktionäre in den Vordergrund stellte. „Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, dass es Ehrenamtliche gibt, die 20 bis 30 Jahre in einem Verein involviert sind und quasi von den Bambinis bis zum Vorsitz alle Abteilungen durchlaufen haben“, sagt der 50-Jährige.

Aufgrund des gesellschaftlichen Wandels sei es enorm wichtig, wenn sich jemand auch für kurze Zeit einbringt. „Nicht nur für sich selbst, sondern auch für das Gemeinwohl.“ Werner Schüle, der stellvertretende Vorsitzende des Sportkreis Stuttgart, ging bei der Ehrung, die zum dritten Mal in den Räumen des Unternehmens WDV-Molliné in Vaihingen stattfand, noch einen Schritt weiter. „Den Ehrenämtern ist es zu verdanken, dass der Sport in unserer Gesellschaft nach wie vor einen hohen Stellenwert genießt. Der Sport übernimmt, gerade im Jugendbereich, wichtige soziale Aufgaben und wird in der Jugend noch weiter gefordert sein.“ Die zeitliche Inanspruchnahme der Ehrenämter müsse aber überschau- und berechenbar sein. „Viele Vereinsmitglieder sind heute eher bereit, sich in befristeten Projekten zu engagieren.“

Die „wahren Helden“, so bezeichnet der WFV die Geehrten des Fußballbezirks Stuttgart im Jahr 2019, sind in der Regel jedoch genau das Gegenteil. Beste Beispiele sind Gaetano Mosca vom SV Grün-Weiss Sommerrain und Jochen Renner vom SV Gablenberg. Mosca engagiert sich seit 25 Jahren im Verein, leitet seit 14 Jahren die Fußball-Abteilung. „Das ist eine Herzenssache. Wie viele Geehrte im Raum bin ich eben das Mädchen für alles“, so der Italiener. „Ich habe als kleines Kind mit dem Kicken angefangen und bin dann einfach dabei geblieben.“ Renner, der seit 14 Jahren Vorstandsmitglied des SVG ist, kann den Werdegang von Mosca wohl so oder so ähnlich unterschreiben. Obwohl er die Fußballschuhe schon lange an den Nagel gehängt hat, ist er quasi täglich auf der Waldebene Ost zu Gast. Er ist nicht nur Co-Trainer der ersten Mannschaft, sondern als Vereinsvorsitzender auch maßgeblich an der Fusion der Spvgg Ost, des 1. FV Stuttgart 1896 und des SVG zum FSV Waldebene Stuttgart-Ost beteiligt. „Sinn und Zweck des Ganzen ist, das Sportgebiet dort oben weiterzuentwickeln. Nach dem Zusammenschluss der Jugendteams werden wir die Aktiven relativ schnell nachziehen. In zwei bis drei Jahren sollen die gesamten Vereine folgen“, so Renner, der betont, wie wichtig ein gutes Team für diesen Schritt sei.

Innerhalb eines Vereins funktioniert es nur, wenn man sich untereinander unterstützt, betont Markus Matt vom TSV Steinhaldenfeld, der seit 2012 Jugendtrainer und Organisator für die Fußballjugend und deren Freizeitaktivitäten ist. „Es sind immer die gleichen 20 Leute, die helfen.“ Das A und O sei der Zusammenhalt. Dem pflichtete auch Amelie Seifert vom TSV Heumaden bei. „Im Jugendbereich ist neben der Weiterentwicklung der Spieler­innen und Spieler die Gemeinschaft entscheidend. Die 28-Jährige spielt nicht nur seit der F-Jugend bei dem Verein, sondern ist seit 2014 auch Jugendtrainerin und kümmert sich auch in der Freizeit um „ihre Mädchen“.

Bei der Ehrung von Uwe Hild, beim TSV Uhlbach Jugendtrainer und Leiter einer Mädchenmannschaft, holte der Moderator der Veranstaltung, Moritz Werz, etwas weiter aus. Kein Wunder, schließlich haben sich die Götzenberg-Kicker wie berichtet einmal mehr auch 2019 den WFV-Vereinsehrenamtspreis gesichert. „Es ist ein etwas anderer Verein“, so sein Fazit. „Egal ob am Bierstand oder beim Dorffest, die TSV-Fußballer sind eng beieinander und machen alles mögliche gemeinsam, sehr oft sogar den Abflug.“ Dabei spielte er auf verschiedene Ausflüge wie nach St. Helen, Stuttgarts Partnerstadt, an. „Ja, wir sind international unterwegs“, pflichtete ihm Hild bei. Knut Kircher, als Ex-FIFA-Schiedsrichter eigentlich zur Neutralität verpflichtet, gerät bei der Ehrung des TSV Uhlbach, der nicht grundlos regelmäßig ausgezeichnet werde, ebenfalls ins Schwärmen. „Der Verein ist sehr gut aufgestellt. Da wuselt es, da steckt Strategie dahinter.“

Die Preisträger

wfv-Vereinsehrenamtspreis:

TSV Uhlbach (Sieger), TSV Weilimdorf, MTV Stuttgart. Weitere Bewerber: TSV Bernhausen, TV89 Zuffenhausen, SV Grün-Weiss Sommerrain.

DFB-Ehrenamtspreis:

Daniel Nötzold (TSV Weilimdorf, Bezirkssieger), Reinhart Beck (VfB Obertürkheim), Kurt Fuhrmann (TV Echterdingen), Marcus Gehweiler (MTV Stuttgart), Uwe Hild (TSV Uhlbach), Markus Matt (TSV Steinhaldenfeld), Rebecca Mehne (SG West), Gaetano Mosca (SV Grün-Weiss Sommerrain), Jochen Renner (SV Gablenberg), Stefan Scherrle (TSV Bernhausen), Amelie Seifert (TSV Heumaden).

DFB-Junge Fußballhelden:

Benjamin Friedle (SV Gablenberg, Bezirkssieger), Bekit Awed (MTV Stuttgart), Marc Freund (TSV Sielmingen), Verona Gniosdorz (TSV Bernhausen), Konstantinos Kalantidis (TSV Bernhausen), Frederic Moquet (MTV Stuttgart).

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