Waldfriedhof Stuttgart – Trauerrituale kommen während der Pandemie oft zu kurz. Foto: imago

Die Zahl der trauernden Menschen, die Hilfe suchen, steigt in Zeiten von Corona rasant. Das Hospiz Stuttgart reagiert darauf. „Die Not ist größer als bisher. Und die jeweiligen Geschichten, die hinter jedem Abschied stehen, sind viel dramatischer“, sagt Trauerbegleiterin Martina Reinalter.

Stuttgart - Den letzten Weg eines geliebten Menschen hin zum Grab zu begleiten, ist ein schwerer Weg. Oft ist er alleine nicht zu bewältigen. „Darum ist es beispielsweise bei Beerdigungen so wichtig, sich einzuhaken, sich an eine Schulter anzulehnen oder die Hand eines anderen Menschen zu halten“, weiß Martina Reinalter, Trauerbegleiterin im Hospiz Stuttgart, „aber wo wir früher Trost und Halt fanden, müssen wir jetzt 1,5 Meter Abstand halten.“ Und davon sind nicht nur direkte Angehörige betroffen. Auch Trauergäste, denen in solchen Ausnahmesituationen die richtigen Worte fehlen, kommen nun in Nöte. Denn Berührungen sind tabu. Und damit auch die herzliche und trostspendende Umarmung, die oft mehr als 1000 Worte sagt. Martina Reinalter weiß aus Erfahrung: „Das sind ganz schwere Momente, da man gerade in solchen Situationen ein großes Bedürfnis nach Nähe hat.“

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