Sobald die Baugenehmigung da ist, werden hier ein neues Kirchenzentrum sowie Wohnungen und eine Kita gebaut werden. Foto: Iris Frey

Seit 20 Jahren ist es das größte Bauprojekt der Caritas Stiftung, der Neubau von Kirche, Wohnungen und Kita in Mönchfeld. Rund 24 Millionen Euro werden investiert.

Mönchfeld - Trotz der Corona-Pandemie gehen die Arbeiten beim Neubauprojekt Mönchfeld St. Johannes Maria Vianney weiter. Zwar fiel kürzlich der symbolische erste Spatenstich bei der Kooperation von Stadtdekanat Stuttgart, Caritas Stiftung Stuttgart und Grötzinger Stiftung den Corona-Auflagen zum Opfer – dabei hatten sich selbst Generalvikar Clemens Stroppel und Stuttgarts Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann angesagt, wie Nicole Höfle, Sprecherin des katholischen Stadtdekanats berichtet.

Und dennoch: „Sobald die Baugenehmigung vorliegt, wird auf der Baustelle wieder gearbeitet“, erklärt Höfle. Damit steht dann einer Fertigstellung des Komplexes mit neuer Kirche, Kita und einem Gemeinde- und Wohnzentrum nichts mehr im Wege. Ganz im Sinne der Stifterin Ursula Grötzinger-Wiehrer und ihres verstorbenen Mannes Heinz Grötzinger.

Auch für die Caritas Stiftung ist das Projekt wichtig. Denn das Neubauprojekt Mönchfeld ist das größte Bauprojekt in der 20-jährigen Geschichte der Caritas Stiftung Stuttgart. „Es ist ein Leuchtturm in der vielfältigen Arbeit der Caritas Stiftung Stuttgart“, sagt Heinz Wolf, der geschäftsführende Vorstand der Caritas Stiftung Stuttgart. Zusammen mit der Grötzinger Stiftung und dem Stadtdekanat Stuttgart sei ein Vorhaben auf die Beine gestellt worden, das seinesgleichen suche. Dreh- und Angelpunkt des Neubauprojekts sei das „großzügige und warmherzige Engagement der Stifterin Ursula Grötzinger“, unterstreicht Wolf. Es ermögliche vielen älteren Menschen ein Leben und Wohnen in ruhiger, grüner Umgebung inmitten der Landeshauptstadt, selbstständig oder mit pflegerischer Betreuung. „Mit dem Spatenstich zum Neubauprojekt Mönchfeld geht ein langjähriger Stifterwunsch in Erfüllung“, betont Wolf.

In Mönchfeld entstehen in Sichtweite der Weinberge am Mönchsteinplatz neben einem Kirchenneubau und einem Gemeindezentrum eine Kindertagesstätte, ein Caritas-Gesundheitszentrum und 64 seniorengerechte Wohnungen. Das Ensemble mit einem Investitionsvolumen von rund 24 Millionen Euro wird vom Stadtdekanat Stuttgart (Bauteil Kirche und Gemeindezentrum) und zum Großteil von der Caritas Stiftung Stuttgart (Bauteil Wohnungen und Kita) in Zusammenarbeit mit der Grötzinger Stiftung realisiert. Gebaut wird nach den Plänen des Stuttgarter Architekturbüros Ackermann & Raff, das im Februar 2017 den Architektenwettbewerb gewonnen hat. „Im Sommer 2021 ist die Grundsteinlegung der neuen Kirche geplant“, so Höfle. Die Fertigstellung des Komplexes erfolgt im Frühjahr 2023.

Für den Generalvikar der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Clemens Stroppel, ist das Bauprojekt das „Ergebnis einer gelungenen Kooperation der Kirchengemeinde St. Johannes Maria Vianney, des Stadtdekanat Stuttgarts sowie der Caritas-Stiftung Stuttgart und der Grötzinger-Stiftung.“ Als eine der „großen Standortentwicklungen des katholischen Stadtdekanats“ bezeichnet Stadtdekan Christian Hermes den Ort. Er dankt der Grötzinger-Stiftung und der Caritas Stiftung Stuttgart „für die Errichtung dieser Wohnanlage, die eng mit der benachbarten Altenhilfeeinrichtung St. Ulrich des Caritasverbandes Stuttgart kooperieren wird.“ Seinen Dank richtet er an Ursula Grötzinger-Wiehrer, die „mit Herzblut und großem Engagement die Vision ihres 2016 verstorbenen Mannes fortführt.“

Aus Sicht des örtlichen Pfarrers Ludwig-Frank Mattes wird im Mönchfeld ein Bauprojekt verwirklicht, „das den Menschen umfassend dient.“ Mattes ist der leitende Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgarter Madonna, zu der auch die Gemeinde St. Johannes Maria Vianney mit ihren 1400 Katholiken gehört. Wie auch Martina Siegl, die gewählte Vorsitzende der Kirchengemeinde, freute er sich nach dem Abriss der Kirche im Frühjahr 2020 auf den Neubau seines Gotteshauses.