Marcel Giraud, der bislang in der Saison überzeugend pitchte, wurde gegen Heidenheim bereits im ersten Halbinning beim Stand von 0:6 ausgewechselt. Foto: /Iris Drobny (z)

Stuttgart Reds verlieren gegen Heidenheim Heideköpfe mit 0:12 und 3:13.

Bad Cannstatt - Das Württemberg-Derby der Stuttgart Reds gegen den amtierenden deutschen Meister aus Heidenheim wurde zu einer einseitigen Angelegenheit: Die Erstliga-Baseballer des TV Cannstatt verloren beide Spiele so hoch, dass diese sogar frühzeitig beendet wurden. 0:12 sowie 3:13 hieß es am Ende des Doppelspieltages.

Die als „Spitzenspiele“ angekündigten Begegnungen der Stuttgart Reds gegen den amtierenden deutschen Meister aus Heidenheim hielten nicht, was sie versprachen. Stuttgart war sogar mit einem höheren Team-Schlagdurchschnitt als die Ostälbler ins Wochenende gegangen, Heidenheim hatte bis dato 14, Stuttgart zehn Homeruns geschlagen. Man erwartete spannende Spiele auf Augenhöhe. Stuttgart hatte zuvor sieben seiner acht Begegnungen gewonnen, Heidenheim war noch gänzlich unbesiegt.

Früh in Rückstand

Doch schon der allererste Spielabschnitt des Freitagabendspiels, das im Stadion auf dem Cannstatter Schnarrenberg stattfand, gab die Richtung für den gesamten Doppelspieltag vor: 6:0 für Heidenheim stand es, als Stuttgart erstmals an den Schlag kam. Und für den Starting Pitcher der Reds, Marcel Giraud, war da der Arbeitstag bereits beendet.

Der Ex-Heidenheimer Giraud, der bisher in dieser Saison sehr überzeugend gepitcht hatte, ließ drei Walks, zwei Doubles und zwei Homeruns zu, bevor er Ruben Kratky Platz machte, der für das letzte Aus in diesem ersten Halbinning sorgte. Kratky zeigte in der Folge, dass es durchaus möglich war, die schlagstarken Heidenheimer in die Schranken zu weisen. Er warf vier „Shut-Out“-Innings, also Spielabschnitte ohne einen einzigen Run zu kassieren, bevor er dann im sechsten Inning doch einen Run und in Folge zwei Walks zuließ. Seine Ablösung auf dem Wurfhügel, Benedikt Schäffer, war weniger effizient: Ein Ground Out der Heidenheimer baute deren Führung auf 8:0 aus und zwei Walks und einen „Grand-Slam“ später hieß es 12:0 für die Heideköpfe, nachdem Sascha Lutz den dritten Homerun der Heidenheimer erzielt hatte.

Reds ohne Präzision

Die TVC-Offensive brachte dagegen wenig zustande: Man hatte zwar sechs Hits (und damit nur zwei weniger als Heidenheim), die aber zu gleichmäßig auf alle Innings verteilt waren und zu keinem Run führten. Weder Mike Bolsenbroek noch Luca Hörger erlaubten einen einzigen Walk der Stuttgarter. Dergleichen Präzision ließen die Würfe auf der anderen Seite vermissen: Zu den acht Hits, die die Reds zuließen, addierten sich noch zehn Walks, welche die Heideköpfe konsequent verwerteten.

Das zweite Spiel fand dann am Samstagnachmittag in Heidenheim statt – ebenfalls, wie derzeit alle Spiele der 1. Baseball-Bundesliga Süd, ohne Zuschauer aber dafür live im Internet übertragen. Für die Cannstatter begann Dustin Ward auf dem Wurfhügel und machte seine Sache zunächst gut. Heidenheim erzielte zwar das 1:0, aber erst im dritten Inning kippte das Spiel – wieder zugunsten des ungeschlagenen Bundesliga-Tabellenführers. Wieder waren es zwei Walks, die Heidenheimer Spieler auf die Bases brachten und als Gary Owens bei zwei Aus dann an den Schlag ging, entschied Stuttgarts Headcoach Curtis Di Salle auf einen „Intentional Walk“, also Owens freiwillig auf Base zu lassen und lieber gegen Shawn Larry zu pitchen. Larry gewann das Duell, schlug den Ball über den Zaun zu einem weiteren „Grand Slam“ und plötzlich stand es 5:0 gegen Stuttgart.

Erster Punkt durch Billy Germaine

Gegen Joe Cedano de Leon, der Dustin Ward ablöste, punkten die Heidenheimer drei weitere Mal und erst beim Stand von 8:0 regte sich die Reds-Offensive: Hits von Toni Horvatic und Daniel Zeller sowie ein Walk durch Frido Fink sorgten für „Bases loaded“, als Billy Germaine mit einem Hit den allerersten Punkt für die Reds an diesem Wochenende nach Hause schlug. Der Spielabschnitt brachte noch zwei weitere Runs für Stuttgart und beim 3:8 keimte etwas Hoffnung auf.

Allerdings waren es wieder die Heideköpfe, die dann im sechsten Inning groß aufdrehten: Gegen Moritz van Bergen bauten sie das zwischenzeitliche 9:3 auf 12:3 auf. Toni Horvatic, der mittlerweile das Pitching übernommen hatte, konnte dann im siebten Inning das 13:3 der Heideköpfe nicht verhindern, was zum sofortigen vorzeitigen Spielende führte. Wieder waren es die zahlreichen Walks der Reds-Pitcher (dieses Mal elf), dazu fünf Wild Pitches und zwei Passed Balls, die den Heidenheimern in die Hände spielten. Offensiv ragte kein Stuttgarter heraus: Xavi Gonzalez hatte den einzigen Extra-Base-Hit unter den fünf Hits der Gäste.

Reds-Headcoach Curtis Di Salle muss nach diesen beiden deutlichen Niederlagen sein Team für die kommenden Aufgaben motivieren: Am Sonntag reisen die Mannheim Tornados zu einem Doppelspieltag nach Bad Cannstatt. Im Gegensatz zu den Reds hatten sie zwar ebenfalls ihre zwei Spiele gegen Heidenheim verloren, aber beide nur knapp und hart umkämpft. Der 9. Mai wird zeigen, ob Stuttgart (nach nun sieben Siegen und drei Niederlagen) weiter oben in der Tabelle mitspielen kann.

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