Stuttgarts Jonas van Bergen (links) ist bei einem knappen Spielzug „safe“ an der ersten Base. Foto: Iris Drobny

Die Stuttgart Reds nützen im Playoff-Viertelfinale gegen Regensburg ihre Chancen nicht.

Bad Cannstatt - Die Bundesliga-Baseballer des TV Cannstatt haben den Einzug in die zweite Playoff-Runde um die Deutsche Meisterschaft verpasst. Das vierte Spiel der Serie im Best-of-Five-Modus ging am Sonntagnachmittag nach hartem Kampf – über vier Stunden Dauer, insgesamt 13 Innings und vielen verpassten Chancen – mit 7:6 an die Guggenberger Legionäre aus Regensburg. Tags zuvor hatten die Reds das dritte Spiel der Serie mit 4:15 abgegeben.

Nach dem motivierenden Split (ein Sieg und eine Niederlage) der ersten beiden Partien in Regensburg war alles offen gewesen. Das dritte Spiel der Serie – ein Nightgame am Samstag auf dem Gelände des TVC – startete für die Reds Marcel Giraud als Pitcher. Nach einem schnellen 1. Inning zeigten sich bei Giraud erste Pro­bleme mit der Strike Zone und die Gäste gingen mit 1:0 in Führung. Unter dem Jubel der heimischen Fans schlugen die Reds umgehend zurück: Zwei satte Homeruns durch Toni Horvatic und Daniel Zeller brachten die Reds in Führung. Aber bereits im nächsten Halbinning zeigte Regensburg dem Werfer der Reds die Grenzen auf: Drei Hits, zwei Walks und ein abgeworfener Batter führten zum 2:4 gegen Stuttgart und dem ersten Wechsel auf dem Pitchers Mound. Bei geladenen Bases übernahm Joe Cedano de Leon den Ball und kassierte umgehend einen Hit durch Regensburgs Eric Harms, der einen Runner nach Hause brachte.

Verlängerung in Spiel zwei

Der zweite allerdings wurde an der Home Plate ausgeworfen und ein Flyout im Infield half, das Inning beim Stand von 2:5 zu beenden. Im Gegenzug ließen die Reds nach einem Base Hit durch Danilo Weber und einem Walk durch Toni Horvatic die Runner auf den Bases zurück, ohne zu punkten. Anders wiederum die Legionäre, die im 4. Inning auf 6:2 erhöhten. Bei den Stuttgartern blieb ein Lead-Off-Single durch Kruno Gojkovic ungenutzt, drei Strike Outs gegen die nächsten drei Reds zementierten den 4-Run-Vorsprung der Gäste. Im 5. Inning hatte Pitcher Joe Cedano de Leon die Legionäre gut unter Kontrolle: Drei schnelle Aus hielten Regensburg weiterhin in „Schlagdistanz“. Aber zum dritten Mal in Folge konnten die Hausherren zwar einen Runner auf Base, aber nicht über die Home Plate bringen. Das sollte sich rächen. Die Legionäre starteten das 6. Inning mit einem Walk und einem Base Hit. Und waren erneut effektiver: Ein Double von Devon Ramirez Beaver sorgte für Run Nummer 7, ein weiteres Double stellte das Ergebnis auf 9:2, was bei den Reds den nächsten Pitcherwechsel zur Folge hatte. Yannick Witt schaffte dann das Kunststück, mit den Bases voll von Regensburgern durch zwei Strike Outs das Ergebnis zu halten. Im Gegenzug die Großchance für Stuttgart: Ein abgeworfener Batter und zwei Walks hatten ebenfalls für geladene Bases gesorgt, Stuttgarts in dieser Saison klar bester Batter, Billy Germaine, kam zum Schlagen. Er blieb zum dritten Mal in diesem Spiel erfolglos – Strike Out, wieder keine Punkte für Stuttgart. Doch Witts Würfe waren für Regensburg in der Folge kein Problem: Vier Hits und einen Walk führten im 7. Inning zum 2:12. Der daraufhin eingewechselte Ruben Kratky wurde mit einem Home Run „empfangen“ – Stand 2:15. Wenig später sorgte die 10-Punkte-Regel für ein frühes Ende nach diesem 7. Inning und dem Endstand von 4:15.

Schnelle Führung

In Spiel vier am Sonntag auf dem Cannstatter Schnarrenberg schlug Reds-Akteur Billy Germaine den Ball über den Zaun zu einem Homerun und der 1:0-Führung, die noch im selben Schlagdurchgang durch einen RBI-Hit von Xavi Gonzalez auf 2:0 ausgebaut wurde. Dann kam die einzige Schwächeperiode des Starting Pitchers der Reds an diesem Tag, Dustin Ward. Obwohl ihnen nur ein einziger Hit gelang, erzielten die Gäste im 2. Inning satte vier Punkte – vor allem, weil Ward die Strike Zone viel zu oft verfehlte. Unter anderem drei Walks und ein Hit-by-Pitch öffneten Regensburg das Tor zur 4:2-Führung, die sie ein Inning später durch einen Homerun von Lukas Jahn auf 5:2 ausbauten. Aber Stuttgart kämpfte sich zurück. Kruno Gojkovic im 3. und erneut Xavi Gonzalez im 5. Inning schlugen Runner nach Hause zum 5:4. Billy Germaine mit seinem zweiten Homerun brachte den Reds im 8. Inning sogar die Führung zurück – 6:5. Die hätten sie ein Inning lang verteidigen müssen, um ein fünftes Spiel der Serie zu erzwingen. Aber die Legionäre konterten gegen den immer noch auf dem Mound stehenden Dustin Ward mit einem Homerun zum 6:6. Ward hatte zwar zwischen dem 3. und 8. Inning keinen einzigen Punkt mehr zugelassen, aber auch schon über 150 Pitches im Arm, als der von Nationalspieler Alex Schmidt geschlagene Ball über den Zaun segelte. Eine Riesenchance für die Reds ergab sich schon in der unteren Hälfte dieses 9. Innings, als die Heimmannschaft bei null Aus die Bases geladen hatte. Doch zwei Strike Outs und ein Fly Out sorgten für Ernüchterung. Es ging in Extra Innings, wo beide Teams mehrfach Chancen vergaben. Bis zum 13. Inning, als Regensburgs Nino Sacasa gegen den bis dahin sehr guten Stuttgarter Pitcher Toni Horvatic Erfolg hatte und mit seinem Double Teamkollege Pascal Amon nach Hause brachte.

Am 24. Juli empfangen die Stuttgart Reds in der Platzierungsrunde das Team der München-Haar Disciples.

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