Baden-württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann reagiert mit Skepsis auf die Pläne des Bundesverkehrsministers für den Ausbau der Gäubahn. Er stellt die Wirtschaftlichkeit des Projekts in Frage.

Stuttgart - Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat sich skeptisch zum Vorstoß des Bundesverkehrsministeriums zum Ausbau der Gäubahn geäußert. Hermann sagte am Donnerstag in Stuttgart, das Ganze sei noch nicht seriös. Das seien Versprechungen, die sein Haus nicht überprüfen könne. „Wir kriegen keine Zahlen zur Wirtschaftlichkeit.“ Hermann reagierte mit seinen Aussagen auf Äußerungen des Parlamentarische Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger (CDU), wonach eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ergeben habe, dass der Ausbau realisierbar sei.

Man habe festgestellt, dass das Projekt auch ohne die sogenannte Neigezugtechnik auskomme. Das Vorhaben sei dennoch relativ teuer, weil zur Beschleunigung der Strecke viele Maßnahmen nötig seien, hatte der CDU-Politiker am Mittwoch erklärt. Derzeit sei noch ein Gutachten unter anderem zur Anbindung der Gäubahn an den Stuttgarter Flughafen durch einen Tunnel in Arbeit, sagte Bilger.

Deutschland-Takt soll Bahn pünktlicher machen

Das hängt mit dem anvisierten „Deutschland-Takt“ und dem milliardenschweren Bahnprojekt Stuttgart 21 zusammen. Hinter dem „Deutschland-Takt“ steckt ein System mit besser abgestimmten Umsteige-Verbindungen. Die Bundesregierung will das Zugfahren mit einem Taktfahrplan pünktlicher, schneller und verlässlicher machen.

Hermann reagierte verwundert über die Aussage von Bilger. Der Vorstoß führe zu weiteren Verzögerungen des Flughafensanschlusses im Zuge des Projekts Stuttgart 21. Und außerdem gebe es für den ins Gespräch gebrachten Tunnel keine konkreten Pläne und keine gesicherte Finanzierung. Der Ausbau der Gäubahn soll die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Zürich für Reisende verkürzen.

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