Vor acht Jahren wurde das Vereinsheim des VfL Stuttgart und Rot-Weiß Stuttgart in Betrieb genommen. Foto: /Edgar Rehberger

Im Untergeschoss des Vereinsheims von VfL Stuttgart und ESV Rot-Weiß Stuttgart gab es einen doppelten Wasserschaden. Die genaue Ursache wird derzeit noch ermittelt, Gutachter sind eingeschaltet.

Bad Cannstatt - Vor acht Jahren wurde die neue gemeinsame Anlage von VfL Stuttgart und ESV Rot-Weiß Stuttgart im Neckarpark hinter der Mercedes-Benz-Arena in Betrieb genommen. In einer GbR werden Vereinsheim, Parkplätze und Fußballplätze betrieben. Die Beachvolleyballanlage ist an den benachbarten Olympiastützpunkt vermietet, Tennishalle und -anlage gehören Rot-Weiß. Nicht nur Corona wirkt sich nachteilig auf das Vereinsleben aus, auch ein doppelter Wasserschaden im Vereinsheim bereitet den Vereinen Sorge.

Defekt an der Trinkwasseraufbereitung

Erst ist Wasser im Technik-, Heizraum und Schacht des Lastenaufzuges aufgetreten, dann gab es im Sommer eine Überschwemmung von 30 bis 40 Zentimetern Wasser im gesamten Untergeschoss des Vereinsheimes, in dem sich unter anderem sämtliche Umkleidekabinen und Duschen sowie die Lagerräume des „Sportrestaurants im Neckarpark“ befinden. Grund war ein Defekt an der Trinkwasseraufbereitungsanlage. Was genau den Defekt ausgelöst hat, wird derzeit noch untersucht. Das Untergeschoss ist zwischenzeitlich wieder trockengelegt worden. Spezialmaschinen, die beim Bau zum Trocknen und Heizen verwendet werden, waren dabei im Einsatz. „Doch die Wände in Umkleiden und Dusche haben Wasser gezogen“, berichtet Peter Obst, der Vorsitzende des VfL Stuttgart, der die Umkleidekabinen nutzt. Diese müssten also erneuert werden. Inzwischen löst sich auch in den Gängen der Putz von der Wand, zeigen sich Wellen im Boden, gehen Türen schwer auf, wird Schimmel in den Duschen sichtbar. Dies deutet auf Feuchtigkeit hin, die von unten kommt. Und dadurch wird es kompliziert.

Probebohrungen durchgeführt

Denn wer kommt für die Schäden auf? Die Überschwemmung gelte als Schaden „von oben“, ist daher ein Fall für die Versicherung, die informiert worden ist. Anders sieht es bei den Schäden aus, die „von unten“ kommen. Wenn Grundwasser ins Gebäude dringt, können auch bauliche Gründe dafür verantwortlich sein. Der Verein hat daher – noch vor der Überschwemmung – auf eigene Kosten einen Gutachter eingeschaltet. Probebohrungen haben an drei Stellen Feuchtigkeit festgestellt. „Wenn es an mehreren Stellen der Fall ist, muss alles raus“, befürchtet Obst. Und das wäre mit erheblichen Kosten verbunden. Die Umkleiden wären dann für mehrere Monate nicht nutzbar. Auch das Restaurant wäre betroffen. „Das trifft dann beide Vereine.“ Beim Bau des Hauses des Sports seien ähnliche Probleme aufgetreten. Auch da sei Grundwasser eingedrungen.

Baufirma angeschrieben

Der Verein hat jetzt ein Schreiben an die Baufirma verfasst, um Informationen zu bekommen. Eine Begehung mit der Stadt hat vergangene Woche stattgefunden. Zwischenzeitlich hat auch die Versicherung einen Gutachter beauftragt. Peter Obst hofft, dass sich die Angelegenheit nicht in die Länge zieht und eine Lösung gefunden wird. Hohe Kosten können sich die beiden Vereine nicht leisten. Das wäre das Aus. Der Wasserschaden hat daher auch die Hauptversammlung des VfL Stuttgart bestimmt. „Das war das Hauptthema“, beschreibt Obst.