Die Tennisanlage des ESV Rot-Weiß Stuttgart liegt idyllisch im Schatten des Stadions. Foto: /Edgar Rehberger

Die Tennisabteilung des ESV Rot-Weiß Stuttgart hat ihre Anlage im Schatten der Mercedes-Benz-Arena. Wie bei vielen anderen Vereinen leidet der Zusammenhalt unter den Coronabedingungen.

Bad Cannstatt - Im Schatten der Mercedes-Benz-Arena und Molly-Schauffele-Halle liegt die Tennisanlage des Rot-Weiß Stuttgart – ruhig und idyllisch. Aber wie bei allen anderen Vereinen wirbelte Corona die Vereinsaktivitäten erheblich durcheinander. „Das war bislang das schwierigste Vereinsjahr überhaupt“, fasst Abteilungsleiter Dieter Schwarz seine Eindrücke zusammen. Und er ist schon sehr viele Jahre in Funktionärsfunktion im Verein. Nicht nur, dass das 100-jährige Bestehen des Eisenbahner-Sportvereins Rot-Weiß Stuttgart nicht gebührend gefeiert werden konnte. Auch die für den Zusammenhalt der Abteilung wichtigen Ereignisse wie Platzpflege, Platzeröffnung, Verbandsspiele, Meisterschaften, Zusammenkünfte – „das alles fand nicht statt“, bedauert Schwarz. Da geht es ihm wie sehr vielen anderen Vereinen in der Landeshauptstadt.

Drittstärkste Abteilung im Verein

Die Tennisabteilung ist nach Basketball und Boxen mit 110 Mitgliedern die drittstärkste im ESV Rot-Weiß und eine der ältesten Tennisvereine in Stuttgart. Seit Mai 1936 befinden sich Sportanlagen auf dem Wasen. Damals gab es ein Fußballfeld, eine 400-Meter-Aschenbahn, Umkleidekabinen, ein Wirtschaftsraum mit Wohnung. Später kamen noch Turnhalle, zwei Tennisplätze, vier Kegelbahnen, ein Hockey-Hartplatz und Schießstand dazu. Die Mitgliederzahl betrug damals 4000, mittlerweile sind es noch 500. Mit dem Bezug des Neckarparks könnte das eine oder andere Mitglied neu gewonnen werden.

Die Tennisabteilung zog Mitte der 90er- Jahre ans Ende der Vereinsanlage, weil die Stadt die Fläche für die Schleyerhalle benötigte. Auch nach der Neustrukturierung des Geländes und der gemeinsamen Nutzung mit dem VfL Stuttgart vor acht Jahren liegen die Tennisplätze am Rand des Geländes. „Das hat Vor- und Nachteile“, so Schwarz. „Es ist ruhig, die Anlage samt Tennishäuschen neu. Wir sind für uns und stören keinen.“ Der Nachteil: Keiner weiß, dass es „da hinten“ fünf Tennisplätze gibt. Einen freien Platz zu bekommen, ist daher gar kein Problem.

Zweifeld-Tennishalle als Plus

Ein Plus ist die Zweifeld-Tennishalle. Da kann auf Sandboden gespielt werden. „Das haben wir dem Porsche Tennisturnier der Damen zu verdanken.“ Die Halle fungiert als Trainingsstätte für die Damen-Tennis-Elite. Und der Veranstalter wollte, dass diese auf gleichen Untergrund wie in der Porsche-Arena trainieren können. Die Hallen- und Außenplätze werden auch anderweitig zur freien Verfügung gestellt. „Wenn es die eigenen Mitglieder nicht tangiert.“ Die Tennishalle sei daher finanziell ein zweites Standbein für den Verein. Doch auch die Halle musste wegen Corona drei Wochen früher als geplant geschlossen werden. Inzwischen ist sie wieder unter den gültigen Hygienebestimmungen geöffnet.

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