Die Realisierung des Recyclingparks Neckartal der drei Firmen Karle, Degenkolbe und Fischer Weilheim verzögert sich. Die geplanten baulichen Veränderungen sollen für erhebliche Verbesserungen sorgen. Foto: Rehberger Quelle: Unbekannt

(ede) - Das Genehmigungsverfahren für den geplanten Recyclingpark in der Neckartalstraße verzögert sich. Die Auslegung der Unterlagen wurde auf Wunsch der drei Firmen wegen eines Formmangels wiederholt und läuft derzeit noch. „Am Inhalt des Antrags ändert sich aber nichts“, führt Stephan Karle, der Geschäftsführer von Karle Recycling, aus.

Die drei Firmen Karle, Degenkolbe und Fischer Weilheim wollen am Standort Neckartalstraße einen Recyclingpark realisieren (wir berichteten). Die drei erfahrenen Unternehmen investieren dafür bis zu zehn Millionen Euro. Der Antrag für eine „immissionsrechtliche Neugenehmigung und für die Errichtung und den Betrieb einer Anlage für das Sortieren, Behandeln und zeitweilige Lagerung von Abfällen“ ist längst beim Regierungspräsidium (RP) eingereicht. Durch das erneute öffentliche Auslegen der Unterlagen verzögert sich das Verfahren um etwa drei Monate. „Die haben wir in Kauf genommen, damit auch wirklich alles auf sicheren Füßen steht.“ Denn die Unternehmen spielen mit offen Karten, haben nichts zu verbergen und sind immer bereit, Informationen zu liefern und offene Fragen zu beantworten. Immer wieder tauchen Informationen auf, „die einfach nicht richtig sind und in der Bevölkerung für Verunsicherung sorgen.“

Keines der Unternehmen sei am Rückbau eines Atomkraftwerkes beteiligt, bezüglich des Grundwassers müsse niemand Bedenken haben, Bodenuntersuchungen wurden vorgenommen. Immer wieder taucht die Zahl von täglich 1000 LKW-Fahrten auf. 1000 Fuhren wären laut Verkehrsgutachten zulässig, ohne dass es zu verkehrlichen Beeinträchtigungen führen würde. „Wir rechnen mit durchschnittlich 100 Lastwagen am Tag.“ Die Unternehmen nutzen die Fläche nach bestehender Genehmigung bereits. „Das jetzt ist nur ein Zwischenzustand.“ Die baulichen Veränderungen sollen erhebliche Verbesserungen bringen, unter anderem vor Lärm, Staub und Verwehungen schützen.

Das Vorhaben wurde in den Bezirksbeiräten Münster und Bad Cannstatt vorgestellt und zur Kenntnis genommen. Kritik wurde keine geäußert. Im Ausschuss für Umwelt und Technik gab es positive Signale und Unterstützung.

Doch nicht überall erntet das Vorhaben Zustimmung. Beim Regierungspräsidium wurden von Anwohnern und Initiativen Widerspruch eingelegt und Einwände vorgebracht. Die Bezirksbeiratsfraktion von SÖS-Linke-Plus hat einen Antrag formuliert. Der Bezirksbeirat Bad Cannstatt möge dem RP empfehlen, den Antrag der Recyclingfirmen Karle, Degenkolbe und Fischer auf dem Gelände des ehemaligen Travertinsteinbruchs den Recyclingpark Neckartal zu etablieren, ablehnen. Auch die Grünen-Rathausfraktion hat noch offene Fragen zum Projekt. Seit dem Vorstellen des Projektes im Ausschuss für Umwelt und technik seien „ein paar Nachfragen“ aufgetaucht. So wollen die Grünen wissen, ob es Gefahren für Grund- und Mineralwasser gebe und welche Schutzmaßnahmen vorgesehen seien. Gefragt wird, mit welchen Verkehren zu rechnen sei und welche Verkehrsmengen beantragt wurden. „Wie sieht der Verkehr der bisher in der Stadt verteilten Standorte der Unternehmen aus?“ Die Grünen wollen wissen, wie die Zufahrten zum Gelände und wie es mit einem Bahnschluss aussieht.

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