Im Hochseilgarten des Aktivparks Bergheide können Grenzen erfahren und überwunden werden. Foto: /Meike Mühlbauer (z)

Die Sommerferien sind genauso wie das abgelaufene Schuljahr in diesem Jahr speziell. Erstmals werden Lernbrücken angeboten, um versäumten Stoff nachzuholen. Zudem gibt es wieder Sommerschulen.

Bad Cannstatt/Münster - Ein besonderes Schuljahr ist zu Ende gegangen und auch die Sommerferien sind nicht vergleichbar mit den bisherigen. Zum einen hat Corona zahlreiche Urlaubspläne durchkreuzt, zum anderen öffnen Schulen bereits in den letzten beiden Ferienwochen wieder – für die „Lernbrücken“, wo versäumter Lehrstoff nachgeholt werden kann, und für die Sommerschule.

Die Elise-von-König-Schule bietet zum dritten Mal eine Sommerschule an, bei der in der letzten Ferienwoche 25 Kinder der Klassenstufen 2 bis 4 vormittags Mathe und Deutsch pauken, nachmittags Sport und Kultur im Mittelpunkt stehen. „Wir sind wieder voll belegt“, berichtet Konrektorin Katja Ibrahim, „und haben genügend Lehrkräfte dafür.“ Beim nachmittäglichen Kreativprogramm ist unter anderem vorgesehen, 80 Wimpelketten für die Aktion „Miteinander in Münster“ zu gestalten. Die Gemeinschaftsschule in Münster bietet zudem in den letzten beiden Ferienwochen Lernbrücken für die Klassenstufen 5 bis 9 an. Dabei liegt in drei Zeitstunden jeweils vormittags Augenmerk auf den Hauptfächern Mathe, Deutsch und Englisch. Auch diese drei Gruppen mit jeweils 14 Schülerinnen und Schüler sind voll belegt. Rektorin Damaris Scholler kann sich auch dabei auf ihr Kollegium verlassen. „Wir haben Lehrkräfte, die sich die Aufgaben teilen, damit alle Fächer besetzt werden können.“

Voll belegt

Erfolgreiche Abschlüsse

Der zweite Abschlussjahrgang hat jetzt die Gemeinschaftsschule verlassen, der Notendurchschnitt bei 38 Schülerinnen und Schülern lag bei 2,4. 13 davon streben jetzt das Abitur an. Das ist ab Schuljahr 2021/22 an der Schickardt-Gemeinschaftsschule möglich, wo eine dreizügige gymnasiale Oberstufe eingerichtet wird. Die sei, so Scholler, ein wichtiger Schritt für die acht Gemeinschaftsschulen in Stuttgart und „die logische Konsequenz, bietet doch die Gemeinschaftsschule vielen Kindern eine Perspektive“. Im Herbst erwartet Scholler den Start der Baumaßnahmen, bei denen die Schule eine Mensa und mehr Platz bekommt sowie der Übergang zum Alten Friedhof hergestellt wird, wo Ersatz für wegfallende Pausenfläche entsteht. Bei der Gestaltung von Grünfläche und Spielplatz konnten die Schüler ihre Ideen einbringen. „Der Spielplatz gefällt uns gut.“

Grenzen kennenlernen

Eine weitere Sommerschule wird im Aktivpark Bergheide angeboten. Partner sind das Staatliche Schulamt und der Caritasverband. „Es ist für weiterführende Schulen gedacht“, beschreibt Meike Mühlbauer vom Staatlichen Schulamt, die zwei Mal als Lehrerin dort aktiv war, jetzt auch für die Organisation zuständig ist. Zwischen 7. und 11. September sind 35 Teilnehmer, 18 Mädchen und 17 Jungs der Klassenstufen 7 bis 9, ganztägig im Aktivpark Bergheide anzutreffen. Sie kommen aus sieben Schulen aus ganz Stuttgart. „Es gibt bereits eine Warteliste.“ Auf dem Stundenplan stehen vormittags Deutsch, Mathe und Englisch, am Nachmittag Erlebnispädagogik und offene Angebote. „Dabei geht es um sich trauen, seine Grenzen kennenlernen und überwinden und den Glauben an sich selbst stärken.“ Wo ginge das besser als in einem Hochseilgarten? Der Tag beginnt mit einem Frühstück, beim Mittagessen, das geliefert wird, werden die Teilnehmer zum Küchendienst eingeteilt. „Es geht auch darum, Verantwortung zu übernehmen“, führt Mühlbauer aus. Aufgeteilt in drei Gruppen wird morgens festgelegt, welche Gruppe was macht. „Es ist völlig anders als in der Schule, macht unheimlich Spaß und ist sehr wertvoll“, beschreibt Mühlbauer ihre Erfahrungen, die zusammen mit drei Lehrern und zwei Mitarbeitern des Caritasverbandes sowie einer Schülermentorin, einer Teilnehmerin vom Vorjahr, aktiv sind.

Enge Verzahnung

Zum ersten Mal gibt es eine dritte Sommerschule in Kooperation mit dem Stadtmedienzentrum. Weitere Partner sind das Gemeinschaftserlebnis Sport, die Jugendhausgesellschaft, die Evangelische Gesellschaft und die die Abteilung Stuttgarter Bildungspartnerschaft. Eingeladen sind Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klassen der Ameisenbergschule, der Grund- und Werkrealschule Ostheim und der Raitelsbergschule. Es gibt eine enge Verzahnung zwischen Lerninhalten und Medienbildungsangeboten sowie Stadtteilerkundungen und Naturerlebnissen.

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