Der Burgholzhofturm ist seit mehr als 100 Jahren ein Wahrzeichen Bad Cannstatts und ein beliebtes Ausflugsziel am Wochenende. Foto:  

Seit mehr als 100 Jahren ist der Burgholzhofturm beliebtes Ausflugsziel. Seit Corona kann der Turm nicht bestiegen werden, es findet keine Betreuung durch Vereine statt. Das ändert sich. Das Ordnungsamt gab grünes Licht.

Bad Cannstatt - Seit zwei Jahrzehnten kümmert sich der Förderverein Burgholzhofturm um die Bewirtschaftung eines der beliebtesten Ausflugsziele der Landeshauptstadt. Vereinschef Roland Schmid verteilte im vergangenen November beim Jahrestreffen wie immer die Liste, auf der sich die Vereine und Verbände für die Freiluftsaison 2020 eintragen konnten. „Normalerweise geht die Saison im Mai los, da jedoch die Nachfrage sehr groß ist, bieten wir seit einigen Jahren auch den April bereits zur Bewirtschaftung an“, sagt Roland Schmid. Doch dann kam Corona und der Turm wurde – wie viele Ausflugsziele – offiziell für einen Publikumsbesuch gesperrt.

Anrufe von Besuchern

Doch mittlerweile werden die Lockerungsmaßnahmen immer dynamischer, was offenbar viele Stammgäste des Turmes dazu veranlasste, zum Telefonhörer zu greifen. Denn nicht etwa die Vereine, sondern Besucher meldeten sich beim Fördervereins-Vorsitzenden und stellten die Frage: Kann man den Burgholzhofturm nicht wie Biergärten ebenfalls wieder öffnen? „Ich habe mich daraufhin mit unserem Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler besprochen, was für eine Öffnung zu tun ist“, so Schmid. Im Bereich rund um den gut 25 Meter hohen Turm herrscht zwar auch bei Bombenwetter kein Ballermann-Flair, dennoch kann es schon ziemlich beengt zugehen. Zudem können angesichts der Platzverhältnisse die Biertischgarnituren nicht allzu großzügig gestellt werden.

Ämter geben grünes Licht

Dennoch, nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt gab es grünes Licht, sofern natürlich die Hygienevorschriften und Abstandsregeln – analog zu den Auflagen für die Freiluftgastronomie – eingehalten werden. Theoretisch dürfen sich bis zu 100 Menschen rund um den Turm gleichzeitig aufhalten. „Ich muss abschließend noch einige Details klären, doch theoretisch ist in absehbarer Zeit eine Bewirtschaftung wieder möglich“, freut sich Schmid, der jetzt die Vereine über die neuen Modalitäten bei der Bewirtschaftung informieren möchte. „Wir bitten dann um schnellstmögliche Mitteilung, ob der bisher festgelegte Betreuungstermin nun durchgeführt werden soll oder der Verein auf den Termin verzichten möchte.“ Frei gewordene Termine möchte der Förderverein dann den Vereinen anbieten, die auf ihr Betreuungswochenende wegen Corona verzichten mussten.

Vereine verantwortlich

Was bisher feststeht: Jeder Verein muss einen für die Abstands- und Hygienemaßnahmen Verantwortlichen bestimmen. Da auch der Turm geöffnet werden soll, müssen die jeweiligen Vereinsverantwortlichen jedoch auch hier nach dem Rechten schauen. Denn bei der Besteigung stehe den Besuchern nicht viel Platz zur Verfügung. „Das werden wir im Vorfeld des Termins alles in Ruhe besprechen“, so Schmid.

Viele tote Tauben

Was das Turminnere angeht, so habe ihn jedoch vor einigen Wochen schier der Schlag getroffen: Taubenkot, wohin das Auge reichte. „Irgendjemand hatte zunächst die Luke zur Aussichtsplattform offengelassen“, so Schmid. Daraufhin machten es sich jede Menge der Vögel im Inneren gemütlich. Doch dann muss die Luke wieder geschlossen worden sein und die Tauben waren eingesperrt. „Sie müssen verdurstet sein“, so der Chef des Fördervereins. Er habe jedenfalls jede Menge tote Tauben vorgefunden. Mittlerweile ist das Turminnere wieder sauber. Wasser und Abwasser sind angeschlossen und die Toiletten in Betrieb. „Wenn die letzten Fragen geklärt sind und sich Vereine bei mir melden, kann die Turmsaison losgehen – halt etwas anders als vor Corona.“

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