Um Verstopfungen im Abwassersystem zu vermeiden, sollte nur echtes Klopapier in die Toilette. Foto: dpa/Stefan Sauer

Der Tag des Toilettenpapiers am heutigen 26. August soll bewusst machen, dass dieses ein wesentlicher Bestandteil täglicher Körperhygiene ist.

Bad Cannstatt - Der Tag des Toilettenpapiers am heutigen 26. August soll bewusst machen, dass dieses ein wesentlicher Bestandteil täglicher Körperhygiene ist. Die ersten Aufzeichnungen über die Großproduktion von Toilettenpapier stammen aus dem 14. Jahrhundert aus China. In westlichen Ländern dauerte es noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts (USA) und Anfang 20. Jahrhundert (Deutschland), bis Toilettenpapier auf den Markt kam. Heute ist Toilettenpapier im Alltag unentbehrlich geworden. Zu Beginn der Corona-Pandemie im März vergangenen Jahres ist dies deutlich geworden: Während in den USA der Kauf von Waffen sprunghaft anstieg, fanden in Deutschland großflächig Hamsterkäufe in Bezug auf Hygieneartikel statt.

Toiletten sind in Europa hygienischer Standard, das war aber nicht immer so. Die ersten Wasserklosetts in Stuttgart wurden im 19. Jahrhundert installiert. In dieser Zeit wurde in Stuttgart mithilfe des Gordon-Plans die Kanalisation aufgebaut, und die ersten Haushalte wurden an das Kanalnetz angeschlossen. 1916 wurde das Hauptklärwerk im heutigen Stuttgart-Mühlhausen in Betrieb genommen. In den 50er- und 60er-Jahren folgten die Klärwerke Möhringen und Plieningen sowie das Gruppenklärwerk Ditzingen. Heute betreibt und unterhält das Tiefbauamt mit der Stadtentwässerung Stuttgart ein ungefähr 1700 Kilometer umfassendes Kanalnetz sowie die vier Klärwerke als moderner Betrieb.

Damit die Abwasserableitung sowohl im privaten Bereich als auch im Kanalnetz der Stadtentwässerung Stuttgart ohne Zwischenfälle funktioniert, ist die Mithilfe aller Bürgerinnen und Bürger erforderlich: Denn der Abfall muss ausschließlich über den Restmüll entsorgt werden. Beim Spülen in der Toilette macht dieser Schwierigkeiten, da feste Papiersorten auf dem kurzen Reiseweg zwischen einem Toilettenspülgang und der Ankunft in der Kläranlage nicht im Wasser zerfallen wie Toilettenpapier.

Hinweis „spülbar“ täuscht

Probleme bereitet dabei besonders das „Feuchte Toilettenpapier“, das inzwischen in vielen Haushalten benutzt wird. Dieses besteht oftmals aus reißfesten Fasern und verursacht vermehrt Schwierigkeiten in privaten und öffentlichen Abwassersystemen und Gewässern. Rohrleitungen, Engstellen und Pumpen verstopfen und können nur mit großem Aufwand und unter hohen Kosten gereinigt oder repariert werden. Der Hinweis „spülbar“ bedeutet nur, dass das Papier mit Wasser transportiert werden kann. Die Stadtentwässerung Stuttgart weist darauf hin, dass feuchtes Toilettenpapier wie andere Ersatzstoffe oder Alternativen nicht in der Toilette entsorgt werden soll, sondern wie andere Hygieneartikel – zum Beispiel Wattestäbchen – in den Restmüll gehören.

Weitere Infos unter www.stuttgartstadtentwaesserung.de/unternehmen/umweltschutz-und-gemeinwohlbilanz/. Dort können die Faltblätter „Kein Ort für Müll – warum Abfall nicht ins Klo gehört” und „Feuchttücher“ heruntergeladen werden.