Noch kann im Tanzsportzentrum in der Krefelder Straße getanzt werden. Foto: /Edgar Rehberger

Nach 27 Jahren muss der Casino Club Cannstatt die Räume in der Krefelder Straße zum Jahresende räumen. Die Stadt hat wegen Eigenbedarf gekündigt. Ein neuer Standort ist noch nicht gefunden. Dem Verein droht das Aus.

Bad Cannstatt - Zum Jahresende muss der Casino Club Cannstatt seine Räumlichkeiten in der Krefelder Straße verlassen. Die Stadt hat dem Verein, der das Tanzsportzentrum seit 27 Jahren nutzt, wegen Eigenbedarf im Januar dieses Jahres gekündigt. Seitdem sucht der Tanzsportverein intensiv nach einer neuen Bleibe – bislang jedoch noch vergeblich. „Wir haben viele Objekte in Bad Cannstatt und der näheren Umgebung in Augenschein genommen“, berichtet Ehrenpräsident Eugen Herrmann. „Leider erwiesen sich alle potenziellen Stätten bisher als entweder nicht für den Tanzsport des Clubs geeignet oder als nicht finanzierbar.“

Räume für Tanzzwecke umgerüstet

Die Räume in der Krefelder Straße wurden speziell für Tanzzwecke umgerüstet und sind seitdem ideal für den Verein. 360 Quadratmeter stehen zur Verfügung, mit einem großen Tanzsaal, zwei Toiletten, einer Küche mit Thekenbereich, einem Raum, der als Umkleide fungiert und in dem Vorstandssitzungen und Besprechungen durchgeführt werden. Ein Aufzug führt direkt in den Tanzsaal. Im Tanzsaal wurde spezielles Parkett fürs Tanzen verlegt, eine Licht- und Tonanlage installiert. „Die Räumlichkeiten sind perfekt für uns“, schwärmt Herrmann.

Tanzsportzentrum täglich genutzt

Das Tanzsportzentrum wurde bis zur Coronapause täglich genutzt, teilweise auch schon am Vormittag. 130 erwachsene Mitglieder, 30 Kinder und Jugendliche sind aktiv. Es gibt Kooperationen mit den Kitas Brückenstraße und Duisburger Straße. Seit Ende der Sommerpause findet im Tanzsportzentrum in der Krefelder Straße 11b wieder ganz regulärer Tanzunterricht statt. Unterstützung in der misslichen Lage gab es bislang von der Initiative Neckarvorstadt und einzelnen Stadträten. „Bisher war nichts dabei. Wir geben aber nicht auf und suchen weiter nach einem geeigneten Standort, vorzugsweise in Bad Cannstatt oder näherer Umgebung.“ Schließlich trage der Verein ja Cannstatt in seinem Namen. Gesucht werden Räumlichkeiten zwischen 200 und 300 Quadratmetern.

Hoffen auf Signal von der Stadt

Doch so langsam rückt das Jahresende immer näher. Sollte bis zum vermeintlichen Auszug zum 31. Dezember nichts Passendes gefunden sein, wäre das Ende des Vereins besiegelt. Der Casino Club Cannstatt hofft weiterhin auf Unterstützung von der Stadt. „Bislang gab es noch kein Signal“, bedauert der Ehrenpräsident. Bis dato sei mit der Stadt immer alles korrekt abgelaufen, es habe es nie Knatsch gegeben. In all den Jahren habe es nie eine Mieterhöhung gegeben, es muss fünf Euro pro Quadratmeter für die Räume bezahlt werden.

Personal zusammengelegt

Der Grund für die Kündigung: Eigenbedarf. Im städtischen Gebäude ist auch die Verkehrsüberwachung untergebracht. Und da das Personal für die Überwachung des Parkraummanagements sehr stark erhöht wurde, werden die Räume im Gebäude benötigt, begründet Thomas Zügel, der Leiter des Amtes für Liegenschaften und Wohnen. Das Personal sollte zusammen untergebracht und nicht auf zwei verschiedene Gebäude verteilt sein. Dies ginge nur in der Krefelder Straße.

Der Casino Club Cannstatt ist froh um jede Unterstützung und Tipp. Der Verein ist erreichbar über info@casinoclubcannstatt.de oder über Telefon 0711/80 17 01 oder 07146/92784. Vereinsinfos finden sich zudem auf der Homepage www.casinoclubcannstatt.de.

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