Beim Besuch von Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut im Sommer erläuterte Hans-Jörg Fischer bereits das Vorhaben zum Gleisanschluss. Foto: /Edgar Rehberger

Seit Mitte der 1960er Jahre liegt der Gleisanschluss auf dem Gelände des Recyclingparks Neckartal brach. Jetzt soll er wieder aktiviert werden. Das Vorhaben ist mit der Bahn abgestimmt.

Bad Cannstatt - Die Genehmigungsverfahren sind zwar umfangreich, dennoch sollen in drei bis vier Jahren die ersten Züge im Recyclingpark Neckartal (RPN) verkehren können. Denn das Unternehmen in der Neckartalstraße, ein Zusammenschluss dreier Abfallverwertungsbetriebe, möchte den Gleisanschluss wieder aktivieren, um seinen Teil dazu beizutragen, den Schwerlastverkehr in der Stadt zu reduzieren. „Der Zeitplan ist durchaus realistisch“, sagt Albrecht Tschackert, der Koordinator für Kreislaufwirtschaft bei Fischer Weilheim, neben Degenkolbe Recycling und Karle Recycling eine der drei zertifizierten Entsorgungsfirmen des RPN. „Das Vorhaben ist mit der Bahn abgestimmt.“

Gleise seit Mitte der 1960er Jahre ungenutzt

Im früheren Lauster-Areal, das seit 30 Jahren als Recyclingstandort genutzt wird, waren die Gleise bis Mitte der 1960er-Jahre in Betrieb. „Seitdem werden sie nicht mehr genutzt“, beschreibt Tschackert. Es sei schade, mitten auf dem Gelände einen direkten Gleisanschluss zu haben, der brach liege. Das soll sich ändern und die bestehende Infrastruktur genutzt werden. Der Gleisbereich ist mittlerweile verwildert, Birken und Brombeersträuche dominieren. Die Gleise entsprechen nicht mehr sicherheitstechnischen Anforderungen und aktuellen Ansprüchen der Bahn. Deshalb sollen die alten Gleise entfernt und zwei neue Gleisanlagen auf einer Länge von 600 Metern angelegt werden. Eine dient zum Be- und Entladen der mineralischen Abfälle und Baustoffe. „Die zweite Gleisanlage dient als reines Abstellgleis“, so Tschackert. Und zur Vorbeugung, sollten einmal zwei Züge einfahren.

Zur Verkehrsentlastung beitragen

Die Nutzung der Gleisanlage soll auch zu einer Verkehrsentlastung im Stadtbezirk und der ganzen Stadt beitragen. Denn dadurch reduzieren sich die Fahrten mit Lastwagen, die bislang das Schüttgut und den Erdaushub von Baustellen anliefern und nach der Lagerung und Verarbeitung wieder weitertransportieren. Bislang werden täglich maximal 150 LKW-Fahrten im Recyclingpark registriert.

Der Gleisanschluss benötigt neben den beiden Gleisen für Rangierbetrieb und Wartestellung auch eine Logistikfläche für die Lagerung des zu verladenden Schüttgutes, der mineralischen Abfälle, beziehungsweise für die Entladung von angelieferten mineralischen Baustoffen. Dafür könnte aufgrund der erforderlichen Nähe zum Gleiskörper eine Teilfläche des angrenzenden Flurstücks auf dem Zuckerfabrik-Areal ausgewiesen werden.

Lagerflächen benötigt

Das bisher brachliegende Flurstück will die Stadt einer Nutzung zuführen. Interessenten gibt es. Die Staatstheater wollen im Zuge der Opernsanierung Teile der Produktionsstätten und Werkstätten neben das bestehende Kulissenlager auf dem Zuckerfabrik-Areal verlagern. Für beide Vorhaben – Arbeitsstätten Oper und Gleisanschluss für den RPN – könnten Synergieeffekte an diesem Standort optimal genutzt werden, ist die Verwaltung überzeugt. Im Rahmen des neuen Bebauungsplans, der Aufstellungsbeschluss ist bereits gefasst, soll geprüft werden, wie die Vorhaben realisiert werden können. „Dies sind zwei interessante Nutzungsoptionen“, ist Tschackert überzeugt. Man stehe den Staatstheatern nicht im Wege und sei zuversichtlich, dass diese Vorhaben umgesetzt werden können.

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