Die Ausfahrt aus dem neuen Kurztunnel in der Cannstatter Straße vor dem Schwanenplatztunnel Foto: /Thomas Hörner

Lange hat es gedauert, immer wieder gab es Verzögerungen. Am Samstag ist aber soweit, dann geht der neue, 80 Meter lange Kurztunnel am Leuzeknoten in Betrieb und sorgt für Entlastung.

Bad Cannstatt - Eigentlich sollte das Projekt Rosensteintunnel/Umbau Leuzeknoten bereits fertig sein. So jedenfalls sahen es die Planungen vor, als im Jahr 2014 die ersten Bagger in der Neckartalstraße anrollten. Lag das größte Straßenbauprojekt in Stuttgart in den ersten Jahren noch gut im Zeitplan, so sorgte der Streit mit Wolff & Müller im Jahr 2017 und der fristlosen Kündigung seitens der Stadt jedoch für massive Verzögerungen. Seit vergangenem Jahr streiten sich beide Parteien vor Gericht, wobei es um sehr viel Geld geht.

Die Stadt fordert von ihren bereits geleisteten Abschlagszahlungen in Höhe von rund 29 Millionen immerhin 13 Millionen Euro zurück, sowie Schadensersatz von knapp 47 Millionen Euro wegen verzögerter und damit teurerer Fertigstellung des Tunnels. Das Bauunternehmen seinerseits fordert Nachzahlungen für seine wegen der Vertragskündigung nicht mehr erbrachten Leistungen von 55 Millionen Euro. Der Streit wird wohl noch geraume Zeit die Justiz beschäftigen, doch das Projekt ist durch einen „Kraftakt“ der Firma Züblin, die unter anderem auch den baulichen Part für den Kurztunnel übernommen hatte, wieder in der Spur.

Erster Abschnitt des Gesamtprojekts

Am Samstag geht jetzt der erste Abschnitt des Gesamtprojekts, der neue Kurztunnel, in Betrieb. Das wird besonders die Autofahrer freuen, die von Esslingen in die Stuttgarter City unterwegs sind und bisher den lästigen U-Turn durchfahren müssen. Doch der ist bald Geschichte. „Ein Meilenstein“, bezeichnet Bürgermeister Dirk Thürnau die neue Verbindung zwischen B 10 und B 14 am Leuze.

Obwohl der Kurztunnel gerade einmal 80 Meter lang ist, hatte er es bautechnisch „in sich“. Jürgen Mutz, Leiter des Tiefbauamts, erklärt die Herausforderungen: „Besonders anspruchsvoll war der Umbau des Hauptabwassersammlers, der direkt unter dem Tunnel liegt. Die Arbeiten mussten während des laufenden Betriebs in vielen Einzelschritten ausgeführt werden.“

Nur eine Fahrspur freigegeben

Nach der Verkehrsfreigabe des Kurztunnels gehen die Arbeiten in diesem Bereich allerdings weiter. Zunächst wird nur eine Fahrspur freigegeben, um die angrenzende Rampe abbrechen zu können. Außerdem stehen noch die Herstellung der dritten Leuzeröhre, die Sanierung der bestehenden Leuzetunnel-Röhren sowie der Neubau einer Rampe in Richtung Bad Cannstatt bevor. Mitte 2024 wird das Gesamtprojekt abgeschlossen sein.

Doch bereits im Herbst herrscht sicher Partystimmung beim Tiefbauamt, denn im September soll dann der neue Rosensteintunnel, das Herzstück des Projekts, eingeweiht werden. „Diese Straßenverbindung ist für die Bevölkerung sehr wichtig, weil sie zu einer Verbesserung der verkehrlichen Infrastruktur und einer Entlastung viel befahrener Straßen und Wohngebiete beitragen wird“, betont Thürnau.

Zahlreiche Rückbaumaßnahmen

Wie berichtet, ist das Projekt mit zahlreichen Rückbaumaßnahmen verknüpft, die insbesondere den Bewohnern der Neckarvorstadt zugute kommen werden. Denn neben der Prag- wird auch die Neckartalstraße im großen Stil zurückgebaut. Zudem soll nach Eröffnung des Rosensteintunnels die Wilhelmsbrücke für Autos gesperrt und eine reine Fußgänger- und Radfahrerbrücke werden.

Weitere Informationen zum Straßenbauprojekt B 10 Rosensteintunnel gibt es unter www.stuttgart.de/rosensteintunnel.

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