Der Narrensamen der Felben, Sara (links) u Foto: Mäule (z)

Am Schmotzigen Donnerstag steppt in der Cannstatter Altstadt regelmäßig der Bär. In diesem Jahr hat die Fdasnet ein Loch. Der Kübelesmarkt Bad Cannstatt zeigt sich kreativ und bringt die Fasnet nach Hause.

Bad Cannstatt - Wenn am Fasnetsdienstag kurz vor Mitternacht die Narrenfamilie des Kübelesmarktes Bad Cannstatt mit der Strohpuppe „Hesekiel“ vom Küblerhaus zur Wilhelmsbrücke zieht, um die Fasnet dort zu „verbrennsäufen“ – die Strohpuppe wird brennend in den Neckar geworfen – wird „die Fasnet hot a Loch, hot a Loch“ wehgeklagt. Die Fasnet 2021 hat permanent ein Loch, mussten doch alle Veranstaltungen abgesagt werden. Dies ist daher auch das Motto des Küblerordens in der eher tristen Kampagne. Sichtbar ist das Motiv zudem auf den Narrenbäumen in der Marktstraße, die von den Abteilungen des Vereins gestaltet wurden.

„Wir erleben 2021 eine Fasnet, wie wir sie glücklicherweise noch nie erleben mussten“, beschreibt Oberkübler Steffen Kauderer. „Kein Küblerball, kein Kübelesrennen, kein geselliges Beisammensein.“ Doch die Fasnacht sei ein Kulturgut, ein Brauchtum, das man nicht absagen kann, ebenso wenig wie Frühling oder Ostern. „Auch wenn wir unsere Veranstaltungen absagen mussten, machen wir das Beste draus, um unser Brauchtum für alle erlebbar zu machen.“

Brunnengeist virtuell geweckt

Kontakte seien das, was die schwäbisch-alemannische Fasnet ausmache, die Begegnungen von Menschen, das gemeinsame Musizieren und das Singen. „Davon lebt auch unser Brauchtum in Bad Cannstatt.“ Der Kübelesmarkt bringt deshalb die Fasnet zu den Mitgliedern nach Hause – durch virtuelle Veranstaltungen. Schon beim traditionellen Maskenabstauben zeigten sich die Narren kreativ, schalteten sich online zusammen. Auch der Brunnengeist wurde virtuell geweckt. Der Clip, auf der Kübler-Homepage zu bewundern, sorgte für Gänsehautmomente. Dort findet sich auch das ultimative Felbenfitnessprogramm, wurde ein Narrenbaumwettbewerb ausgerufen, eine Kinderfasnet-Rallye auf die Beine gestellt (siehe Text unten) und auch sehenswerte Beiträge zum „Schnurren“ hochgeladen.

Große Küblershow

Am Schmotzigen Donnerstag blutet das Narrenherz besonders. Zum Auftakt der närrischen Haupttage bleibt der Narrenschar die Erinnerung an den närrischen Wochenmarkt, Rathaussturm, Kübelesrennen und die Freinacht, bei der in der ganzen Altstadt ausgelassen gefeiert wird. In diesem Jahr wird halt von zuhause aus gefeiert. Etwa bei der „großen Küblershow“ am Samstag, närrisch, virtuell, interaktiv mit Szenen der heimischen Fasnet und Beiträgen der Mitglieder – zu sehen auf Zoom oder Facebook. Eine Anleitung findet sich auf der Vereinshomepage.

Zu den vielen Programmpunkten an der Fasnet gehört auch das Geizigrufen, nicht nur in der Marktstraße. Die Einzelfigur des Geizig besucht mit einer kleinen Delegation seit vielen Jahren die Helene-Schoettle-Schule, sehnlichst erwartet von den behinderten Schülerinnen und Schülern. „Das ist immer ein Höhepunkt im Schuljahr“, berichtet Schulleiter Andreas Thiemke. Auch dies fällt aus. Doch ganz ohne geht es nicht. „Das ist mir ganz wichtig“, betont „Geizig“ Andreas Mäule. Daher wurden „mit einer Träne im Auge“ Süßigkeiten und Obst coronakonform dem Schulleiter übergeben.

www.kuebelesmarkt.de

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