Noch dominiert in der Brückenstraße der Autoverkehr. Foto: /Sebastian Steegmüller

Mit Inbetriebnahme des Rosensteintunnels im September bieten sich für die Neckarvorstadt viele Chancen. Die Cannstatter CDU fordert von der Verwaltung, zeitnah ein Entwicklungskonzept vorzulegen.

Bad Cannstatt - Die Neckarvorstadt braucht neue Impulse. Davon ist auch die CDU Bad Cannstatt überzeugt und fordert deshalb die Verwaltung auf, zeitnah ein Entwicklungskonzept für die Neckarvorstadt, im Besonderen für die Brückenstraße, vorzulegen. Hintergrund ist die Inbetriebnahme des Rosensteintunnels, die für den September diesen Jahres angekündigt ist. Damit verbunden sind viele Hoffnungen, etwa auf Verkehrsberuhigung in der Pragstraße und eine Aufwertung des Bereiches vor der Wilhelma. Dort wurden schon Pläne für ein Außengehege für Flusspferde vorgelegt (wir berichteten). Das Großprojekt wird frühestens 2023 in Angriff genommen. Der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma hat bereits 2019 eine Bauvoranfrage eingereicht. Die Pläne für die Umgestaltung am Neckarknie, wenn die Baustelleneinrichtung mit ihren Containern und Baufahrzeugen verschwunden sind, hat die Stadt entwickelt und präsentiert. Sie sind Voraussetzung für das Wilhelma-Gehege. Weil auch das Thema Stadt am Fluss eine große Rolle spielt, können die bisherigen Durchfahrtsstraßen nach Inbetriebnahme des Tunnels zurückgebaut werden, die Anwohner näher an den Neckar rücken.

Leidgeprüfte Neckarvorstadt

Vor allem aber die leidgeprüfte Neckarvorstadt soll neben zahlreichen nachhaltigen Verbesserungen für Bad Cannstatt vom neuen Tunnel profitieren. „Es ergibt sich die Möglichkeit, der Neckarvorstadt neue Impulse zu geben“, schreiben die Cannstatter Christdemokraten in ihrem Antrag. „Dabei gilt es, rechtzeitig zu planen und Vorbereitungen zu treffen.“

Als wichtigste Maßnahme wird eine deutliche Aufwertung der Brückenstraße angeführt, „die als zentrale Achse des Wohngebiets betont werden soll“. Bislang dominiert in der Brückenstraße der Durchfahrtsverkehr, ist sie doch die direkte Verbindung in den Hallschlag. Zwei Buslinien verkehren durch die Brückenstraße. Um die Straße aufzuwerten, muss ihre Verkehrsfunktion reduziert und die Aufenthaltsfunktion verbessert werden.

Des Weiteren soll auch in der zweiten Verkehrsachse der Neckarvorstadt, in der Haldenstraße, die veränderte Situation Berücksichtigung finden, führt die CDU an. Die Haldenstraße führt von der Neckartalstraße kurz nach dem Viadukt bis zur Pragstraße. In diesem Zusammenhang sei auch der Kreuzungspunkt der Halden-/Brückenstraße am Aufstieg zur Altenburger Steige zu betrachten. Was alles möglich ist, solle die Verwaltung dem Bezirksbeirat Bad Cannstatt zeitnah vorstellen.

Sperrung der Wilhelmsbrücke

Die SPD Bad Cannstatt hat bereits im vergangenen Sommer einen Bericht der Verwaltung zu den Rückbaumaßnahmen in der Pragstraße und angrenzenden Bereichen gefordert, was der Bezirksbeirat befürwortete. Die Stadt plant generell einen Verkehrsstrukturplan, wenn der Rosensteintunnel in Betrieb ist. Dann soll auch die Wilhelmsbrücke, wie im Ausschuss für Stadtplanung und Technik mehrheitlich beschlossen, für den Autoverkehr gesperrt werden, ein Antrag von Grünen, SPD und SÖS-Linke-Plus. Dies sei möglich, da künftig weniger Fahrzeuge über die benachbarte Rosensteinbrücke fahren, und dort die Kapazitäten für Autofahrer frei werden, die vom Hallschlag kommend in die Cannstatter Innenstadt wollen.