Das Reiterdenkmal vor dem Kursaal erhält im Mai eine Bepflanzung zum Vereinsjubiläum. Foto: /Edgar Rehberger

Der Gartenbauverein Bad Cannstatt feiert in diesem Jahr 150-jähriges Bestehen. Einige Aktionen wurden vorbereitet. Noch ist aber offen, welche umgesetzt werden können. In jedem Fall gibt es ein Jubiläumsbuch und eine Bepflanzung vor dem Kursaal.

Bad Cannstatt - Eineinhalb Jahre planen für Veranstaltungen, die unter Umständen gar nicht stattfinden oder verschoben werden. Dabei steht ein großes Ereignis an, das es entsprechend zu würdigen gilt. Der Gartenbauverein Bad Cannstatt feiert in diesem Jahr 150-jähriges Bestehen. Der Vorsitzende Wilhelm Bauer und sein Team haben einiges aufs Tablett gelegt, das sie gerne servieren würden. „Wir hoffen, dass wir unsere Vorhaben auch durchführen können“, sagt Wilhelm Bauer. Corona hat bekanntlich den Alltag und das Leben im Griff und noch weiß niemand zu sagen, was in diesem Jahr alles möglich sein wird. „Wir bereiten alles vor und sehen, was machbar ist.“

Sommerbepflanzung am Kursaal

In jedem Fall umgesetzt wird die Sommerbepflanzung am Reiterdenkmal vor dem Kursaal. „Wir wollen auch etwas machen, wovon die Bevölkerung etwas hat.“ Rund um die Statue von König Wilhelm I. legt das Garten-, Friedhofs- und Forstamt (GFF) jahreszeitlich Bepflanzungen an. „Wir hatte die Idee, das Wappen des Stadtbezirks, die Kanne, in den Farben rot und weiß und dann den Schriftzug 150 Jahre Gartenbauverein als Blumenbeet zu pflanzen.“ Die vom GFF für den Kurpark zuständige Mitarbeiterin war von der Idee angetan und leistete in ihrem Amt Überzeugungsarbeit. „Wir haben jetzt grünes Licht bekommen“, freut sich Bauer. Das Blumenbeet soll Anfang Mai gepflanzt werden und bis Oktober Bestand haben.

Hauptversammlung und Jubiläumsfest im Kursaal waren ursprünglich für den 14. März terminiert. Diese sind jetzt auf den 20. Juni verlegt. Bei der Hauptversammlung wird Wilhelm Bauer das Amt als Vorsitzender in frische Hände übergeben. „Nach 38 Jahren ist es an der Zeit und ich bin froh, dass mein Lebenswerk fortgesetzt wird“, betont Bauer, der in diesem Jahr 73 Jahre alt wird und stolz auf den Verein ist. „Wir haben tolle Mitglieder.“ Das zeige sich auch an der Spendenbereitschaft für das Jubiläumsbuch zu 150 Jahre Gartenbauverein.

Als Güterbesitzverein gegründet

Darin wird natürlich die Geschichte des Vereins, der vor 150 Jahren als Güterbesitzverein entstanden ist und seit 1939 als Gartenbauverein firmiert, aufgezeigt. Historiker und Beiratsmitglied Olaf Schulze hat sich durch alte Protokollbücher und Festschriften gearbeitet. Aber auch die Geschichte Bad Cannstatts soll gewürdigt – und alle Stifter der Urbans gezeigt werden. Die Figur des Urbans, der Schutzpatron der Weinbauern, ist das Vereinssymbol und bekommt deshalb im Jubiläumsbuch besonderes Augenmerk. Einer der ersten Stifter war „seine Majestät König Wilhelm II von Württemberg“. Das aufwändige Werk, das bis zum 20. Juni fertig sein wird, will finanziert sein. Finanzielle Unterstützung zum Jubiläum liefern der Bezirksbeirat, die Volksbank und eben die Mitglieder.

Weiter auf der Liste steht das Thema Cannstatter Wein und Wasser, das bei einer Wanderung durch Bad Cannstatt von Brunnen zu Brunnen umgesetzt werden soll. Begonnen wird beim Brunnen in der Neckarvorstadt. „Viele Mitglieder stammen ursprünglich aus der Neckarvorstadt.“ Bei der Zwei-Stunden-Wanderung können naturgemäß nicht alle Cannstatter Brunnen abgelaufen werden. An den jeweiligen Stationen – die Brunnen sind geschmückt – gibt es Wein und Erklärungen von Olaf Schulze. Die Wanderung, der Termin ist noch offen, endet am Kursaal. Auf einer Floßfahrt auf dem Neckar können die Cannstatter Weinbauern jeweils einen Wein vorstellen, passend zur jeweiligen Landschaft. Auch da wurde noch kein fester Termin vereinbart.

Ausflugstradition fortgesetzt

Gestrichen ist in jedem Fall die Frühjahrsschnittunterweisung. „Die ist immer sehr gut besucht“, bedauert Bauer. Ob der im vergangenen Jahr ausgefallene 5-Tages-Ausflug nach Dresden in diesem Jahr über die Bühne geht, ist auch noch offen. „Gegebenenfalls müssen Veranstaltungen aufs kommende Jahr verschoben werden. Aber wir sind zuversichtlich.“ Vor allem der traditionelle Ausflug des Vereins hat große Bedeutung. Wurden doch schon in den 1920er Jahren Ausflüge per Bus in Europa durchgeführt. „Davon gibt es Bilder.“ Diese zeigen die Mitglieder in feinem Zwirn. „Wir haben diese Tradition fortgeführt und gepflegt, gehört doch Landschaftspflege auch zu unseren Aufgaben.“

Dem Verein mit seinen derzeit 240 Mitgliedern fehlt wie vielen Vereinen der Nachwuchs. Bauer stellt derzeit vermehrt auch bei jüngeren Menschen Nachfragen nach Gärten fest, Corona habe das Bewusstsein für Natur gestärkt, „aber sich in einem Verein zu engagieren, will kaum noch einer.“ Dabei koste eine Jahresmitgliedschaft nur 25 Euro. Das Augenmerk des Gartenbauvereins richtet sich in diesem Jahr aber dem großen Jubiläum.