Sibylle Gugel. Foto: Reinhart Quelle: Unbekannt

(if) - Sissy, sprich Kommissarin Alissa Ulmer, ist weiterhin in Bad Cannstatt aktiv, denn der zweite Roman der Cannstatter Autorin Sibylle Gugel ist erschienen. Nach „Schweres Erbe“ ist jetzt das Buch mit dem Titel „Totes Gericht“ an der Reihe. Bei der 10. Schaufenster Kultur der Initiative Kulturnetz hatte Gugel ihr Erstlingswerk auf dem Theaterschiff Stuttgart vorgestellt und für ihre Leseprobe viel Beifall bekommen.

Nicht nur ihr humorvoller flüssiger Schreibstil hatte die Zuhörer erfreut, auch der spannende Inhalt. Der Zuspruch nach der Lesung hat sie ermuntert, weiterzumachen. Jetzt ermittelt Alissa Ulmer wieder. Nun geht es um das Hohe Gericht. Sinnigerweise, passend zum kriminalistischen Thema ist es das „Tote Gericht“. Und da gibt es in der Tat einen Leichenfund am Landesarbeitsgericht. Das Kuriose: Das in eine Robe gekleidete Opfer hat keine Papiere bei sich. Kein einfacher Fall für Sissy. Doch durch einen Zufall gelingt es ihr, den Toten zu identifizieren. Aber offen bleiben dennoch Fragen nach Täter und Motiv.

Auch altbekannte Personen aus dem ersten Krimi treten wieder in Aktion: da wäre der verrufene Privatdetektiv Heiko Eitler und der Kollege von Sissy, der aus Ostfriesland stammende Eric Jahn. Mit dem Kollegen scherzt sie gerne und beim Detektiv, dessen Charme sie immer wieder unterliegt, muss sie hart recherchieren. Ob es ihr gelingt, sei nicht verraten.

Spannung gibt es gleich zu Beginn, als die Leiche gefunden wird und ein altertümlich anmutender Säbel der Mordkommission präsentiert wird. Eine Putzfrau hat die Leiche gefunden. Sie wird auch mit viel Einfühlungsvermögen von Sissy im Krankenhaus befragt. Auch da scheint nicht sicher, ob sie vielleicht mehr weiß über die Hintergründe der Tat. Der Tote hatte eine Robe an. Doch ist zunächst unklar, ob es sich tatsächlich um einen Richter gehandelt hat. Die Spannung steigt. Der Leser darf mitfiebern, wie die Mordkommission versucht, dem Fall auf die Spur zu kommen.

Schuhe spielen bei den Ermittlungsarbeiten ebenso eine Rolle wie die Ex-Ehefrau des Toten. Denn bei dem Opfer handelt es sich tatsächlich um einen Richter am Landesarbeitsgericht. Doch, warum er auf so grausame Weise umgebracht wurde, dass dürfen die Leser herausfinden.

Dieses Mal ist Kommissarin Sissy von der Hitze geplagt. Sie lässt sich zwar schnell von ihrem Kollegen provozieren, doch kann sie haarscharf ihre Mitmenschen analysieren und besitzt viel Empathie trotz oder gerade wegen ihrem Job, in dem sie auf viel Grausamkeit trifft. Doch an anderer Stelle ist sie es, die Ermittler Eric zurückhält, dass er keinen Fehler macht und er die Nerven behält, auch wenn der von ihm ungeliebte Privatdetektiv nicht des Fahrens unter Alkoholeinfluss überführt werden kann. Der Krimi ist wieder sehr flüssig, lesenswert und anschaulich geschrieben. Auch die Papageien melden sich wieder zu Wort, die beim Wohnsitz der Kommissarin wohnen und am Daimlerplatz ihre Schlafbäume haben. Ein spannendes, lesenswertes Buch, das auf den dritten Fall von Sissy neugierig macht. Die Autorin ist 1972 in Stuttgart geboren und in Schwäbisch Hall aufgewachsen. Die ehemalige Chef-Stewardess lebt und arbeitet in Bad Cannstatt .

Sibylle Gugel: Totes Gericht, Books on Demand, Norderstedt, ISBN 978-3-74310-012-1, 189 Seiten, 9.90 Euro. Das Buch gibt es auch bei Bücher Wagner in der Marktstraße 34 und in der Buchhandlung Roth, Augsburger Straße 360 in Untertürkheim.

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