In diesem Winter ist alles ganz anders. Aufgrund von Corona bleiben die Skier häufig entweder im Keller oder wie hier im Schnee „stecken“. Foto: /Corinna Hochstraßer

Manche Vereine und Abteilungen verzichten ganz oder führen ihr Programm aufgrund von Corona nur eingeschränkt durch.

Bad Cannstatt - Für gewöhnlich machen sich um diese Zeit Skivereine oder -Abteilungen auf den Weg in Wintersportgebiete, um auf zwei Brettern oder dem Snowboard genüsslich die weißen Pisten herunterzugleiten. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Beschränkungen und Bedingungen ist in diesem Winter alles ganz anders. Zumal sich die Bundesregierung offenbar dafür einsetzen will, Skitourismus bis zum 10. Januar europaweit zu verhindern. Italien und Österreich wollen dieses Vorhaben unterstützen. Im Freistaat Bayern hat Ministerpräsident Söder angekündigt, alle die von Bayern nach Österreich reisen würden, müssten anschließend in eine zehntägige Quarantäne und würden keinen Dienstausfall bekommen. Soweit ist es im „Ländle“ noch nicht. Wir haben bei einigen unserer lokalen Vereine nachgefragt, wie sie mit der Situation umgehen und wie die Vorgehensweise im „Corona-Winter“ ist.

Cannstatter Ski-Club: Beim Ski-Club hat man so geplant, dass „wir kostenfrei herauskommen“, sagt Uli Kunzmann, Sportwart Alpin. Soll heißen: Ausfahrten sind zwar terminiert, aber noch nicht festgezurrt und jederzeit unproblematisch stornierbar. So stünde bislang noch eine zweitägige Ausfahrt Mitte März nach Serfaus und eine weitere nach Saalbach auf dem Programm. Die erste scheint problematischer, „sie ist mit dem Bus, nach Saalbach erfolgt die Anreise per Pkw“. Eine endgültige Entscheidung, ob die Planungen und die Buchungen konkretisiert werden, solle im Dezember fallen. Eine weitere Ausfahrt sind die Cannstatter Meisterschaften Ende Februar/Anfang März. Der schauen die Verantwortlichen des SkiClubs jedoch gelassen entgegen. „Ausrichter und Organisator ist in diesem Jahr die Schizunft Schwaben.“

Obwohl wegen möglicherweise ausfallender Ausfahrten zwar kein Verlust entstünde, habe der Verein nahezu das ganze Jahr über schon Einbußen zu verkraften. Grund: Das Vereinsheim an der Hofener Straße, das von den Mitgliedern meist an Wochenenden betrieben wird und Spaziergänger als willkommener Halt für Kaffee und Kuchen oder zum Essen dient, blieb zu. „Wir hatten dieses Jahr aufgrund der schwer umsetzbaren Hygienemaßnahmen so gut wie nicht geöffnet. Es fehlt also ein wichtiger finanzieller Anteil.“

www.cannstatter-ski-club.de

TSV Uhlbach: Im Schnitt führt die Wintersportabteilung des TSV drei Tages-, eine Jugend- und zwei bis drei Tourenausfahrten über das Wochenende durch. Dieses Programm wird es in diesem Winter nicht geben, abgeschrieben hat man beim TSV die Ski-Saison aber noch nicht. Die Tages- und Jugendausfahrten sind zwar gestrichen. „Wir haben uns intern beraten und sind zu dem Entschluss gekommen, darauf zu verzichten, schließlich sollen diese Tagesausfahrten auch ein Erlebnis sein. Das ist unter Corona-Bedingungen schwer vorstellbar, wenn man beispielsweise immer wieder den Bus zum Lüften verlassen muss“, sagt Abteilungsleiter Nick Fröschle. Bei den Tourenausfahrten sei das anders, da würden die Teilnehmer mit dem Auto anreisen. Aus diesem Grund stehen zwei davon noch auf dem Programm – Ende Januar und Anfang Februar. Natürlich sind auch diese abhängig vom „weiteren Corona-Verlauf beziehungsweise den Bestimmungen“. Klar sei aber wohl jetzt schon, dass sich die Ausfahrt aufs reine Skifahren beschränken würde, „Après-Ski und Hüttenzauber nicht gestattet sein werden“. Finanzielle Einbußen müsse man vor allem durch den Wegfall der Tagestouren hinnehmen. Austritte erwartet Fröschle indes nicht. Zwar ruhe derzeit das Abteilungsleben – auch die Skigymnastik ist ausgesetzt – aber die „Mitglieder kennen ja die Gründe für den aktuellen Stillstand und bei uns herrscht ein sehr guter Zusammenhalt“.

www.tsv-uhlbach.de

TV Cannstatt: In einem normalen Winter führt die TVC-Skiabteilung so um die „neun bis zehn Ausfahrten durch“, sagt Abteilungsleiter Dirk Fischer. Doch aufgrund der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln in der Corona-Pandemie und die Gefahr der kurzfristigen Ausweisung von Risikogebieten, sei eine konkrete Planung der Wintersaison nicht möglich, ist auf der TVC-Homepage zu lesen. „Es ist uns zwar schwer gefallen, aber aus angeführten Gründen haben wir beschlossen, alle Ausfahrten der Wintersaison 2020/21 abzusagen.“ Alle? Nicht ganz. Die Ausfahrt nach Colfosco vom 27. März bis 3. April hat man noch nicht gestrichen. „Bis dorthin ist noch etwas Zeit und wer weiß, vielleicht entspannt sich die Situation und wir können wieder vergnüglicher zum Skifahren gehen.“ Mit finanziellen Verlusten ob der so gut wie ausgefallenen Saison rechnet der Abteilungsleiter nicht. „Es entstehen ja keine Fixkosten.“

www.tvcannstatt.de

SportKultur Stuttgart: „Wir versuchen etwas auf die Beine zu stellen, was wir dann letztlich durchführen können, schreibt die Politik vor“, sagt Ski- und Snowboard-Abteilungsleiter Marc Fürnhaber. Von sonst im Schnitt acht Ausfahrten pro Winter bietet die SportKultur immerhin noch fünf an, bei denen – beim Blick auf die Homepage – zum Großteil noch genügend Plätze frei sind. „Klar, das Verhalten der Leute ist zögerlich, zumal ja schnell eine Region zum Risikogebiet erklärt werden kann, was nach der Rückkehr eine Quarantäne nach sich ziehen kann.“ Auch ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag und dem 4. Januar wurden eine siebentägige beziehungsweise fünftägige Ausfahrt anberaumt, wobei es aber eher wahrscheinlich sei, dass diese nicht stattfinden würden, so Fürnhaber. Eines haben alle Ausfahrten gemeinsam: Die Anreise erfolgt privat. „Mit dem Bus ist uns das Risiko zu groß.“

www.sportkultur-stuttgart.de

TSV Steinhaldenfeld: Wie in normalen Wintern auch sind beim TSV drei Ausfahrten ins Ernst-Schaupp-Haus im Kleinwalsertal ausgeschrieben – unter Vorbehalt. „Wir haben natürlich kommuniziert, dass die Durchführung nicht garantiert und eine Absage jederzeit möglich ist“, sagt Thomas Schmickl von der Ski- und Wanderabteilung des TSV. Insgesamt sei das Verhalten bei den Anmeldungen zögerlicher und die Zahl geringer als vor der Corona-Krise. Indes wurde das Nachwuchswochenende Mitte Dezember nach Österreich bereits abgesagt. „Schade, dadurch gewinnen wir häufig Interessierte, die dann den Skilehrer machen wollen.“ Aus finanzieller Sicht seien durchaus Einbußen zu erwarten.

www.tsvsteinhaldenfeld.de

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