Ein Bild aus dem Fotoalbum einer Gastarbeiterfamilie. Foto: privat Quelle: Unbekannt

Fellbach (red) - In den Wirtschaftswunderjahren gingen auch in Fellbach die heimischen Arbeitskräfte aus. Als staatliche Hilfsmaßnahme wurden „Gastarbeiter“ aus industriell wenig entwickelten Regionen Europas angeworben. Im Stadtmuseum Fellbach erzählt die Sonderausstellung „In der Fremde zuhaus“ anhand von biografischem Material von Gastarbeiterfamilien der ersten Stunde.

Mitte der 1950er-Jahre erreichten die ersten Männer und Frauen aus Süditalien, bald darauf aus Griechenland eine für sie bis dahin unbekannte kleine Stadt: Fellbach. Die Sonderausstellung im Stadtmuseum schildert das Pendeln zwischen den Ländern und Kulturen, zwischen Sprachen, Traditionen und Mentalitäten. Sie erzählt in eindrücklichen Lebensberichten vom Fremdsein und Sich-Annähern, vom Verstehen und vom Aneinander-Vorbeireden. Befragt wurden Gastarbeiter der ersten Stunde und ihre Kinder. Sie alle haben sich für das Bleiben in Deutschland entschieden, für ein Leben „in der Fremde zuhaus“. Migration als ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte Fellbachs wird mit dieser Sonderschau greifbar.

Das Stadtmuseum bietet den Fellbachern aus den diesjährigen Kultursommer-Gastländern Italien und Griechenland ein Podium zum Rückblick auf die Anfangsjahre, nicht ohne auch aktuelle Fragen zu Heimat, Fremdsein und Neuanfang zu stellen. Zur Ausstellung gibt es ein breit gefächertes Rahmenprogramm, welches die beteiligten ehemaligen Gastarbeiter selbst mitgestalten. Sonntagsführungen mit Zeitzeugen, Veranstaltungen mit landestypischen Spezialitäten und mitgebrachter Musik sowie ein Podium unter Mitwirkung einstiger Gastarbeiterkinder stehen bis in den Oktober hinein auf dem Programm.

Die Ausstellung im Stadtmuseum Fellbach, Hintere Straße 26, ist zu sehen bis zum 22. Oktober. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Am Sonntag, 4. Juni, gibt es um 15 Uhr eine Führung.

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