Der lukrative Aushilfsjob als Kellner Foto: dpa/Wolfram Kastl

Studierende und Schüler, die sich in den Sommerferien, etwas dazuverdienen wollen, haben es dieses Jahr schwer. Ferienjobs sind rar. Die Absage des Volksfestes reißt eine Lücke in die Angebotspalette.

Untertürkheim - Das Schuljahr ist fast beendet, das Uni-Semester liegt in den letzten Zügen. Und danach? Die Fragen stellen sich zurzeit viele Schüler und Studierende. Viele mussten wegen der Corona-Krise ihre ursprünglichen Pläne über den Haufen werfen. Jahrzehnte lange lautete die Devise: Zuerst Geld verdienen und dann verreisen. Dieses Jahr können sich Ferienjobber auf diese Routine nicht verlassen. Etliche beliebte Aushilfsjobs sind weggefallen, andere sind rar. Wer in den Sommerferien etwas dazuverdienen will, sollte sich deshalb bald um einen Aushilfsjob kümmern. „Aktuell haben wir etwa 80 freie Stellen. Zum Vergleich: Im Juli vergangenen Jahres hatten wir 250 freie Stellen für Ferienjobber“, sagt Uta Heinemann, die Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Stuttgart. Etwa die Hälfte der angebotenen Stellen falle in den Reinigungsbereich. Benötigt werden dort beispielsweise Aushilfskräfte zur Reinigung der Schulhäuser. Im Angebot seien aber auch einzelne Stellen in Krankenhäusern, es werde eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter in einer Buchhandlung, in der Pferdepflege oder in der Verpackungsbranche noch gesucht.

Die Lage könne sich zwar noch verbessern, aber den Experten der Arbeitsagentur ist auch klar, dass es dieses Jahr aufgrund der Corona-Krise schwieriger werde, Ferienjobs zu finden, da mit dem Gastro-Bereich eine große Sparte wegfalle. In den vergangenen Jahren sind Jobsuchende selbst aus anderen Bundesländern in die Region gereist. Auf dem Weindorf, in der Freiluftgastronomie und auf dem Volksfest wurden händeringend Aushilfskräfte in großer Zahl gesucht. Bedienungen, Helfer beim Auf- und Abbau oder in den Fahrgeschäften konnten in kurzer Zeit die Urlaubskasse auffüllen. Doch das Fest auf dem Wasen wird in diesem Herbst nicht stattfinden. „Dies reißt eine Lücke in meine Etatplanungen für das kommende Jahr“, sagt eine Studentin, die mit dem Verdienst als Kellnerin im Bierzelt die Miete für ihre Studentenbude in Heidelberg mitfinanzieren wollte. Sie hat festgestellt: Einen Ersatzjob zu finden, wird schwierig. Gastronomen mit Biergarten oder Betreiber von Weinfesten, bei denen sie aushelfen konnte, sowie bisherige Ferienjob-Garanten aus der Region halten sich bedeckt. Für den Messebau werden praktisch keine Kräfte benötigt und die Automobilindustrie ist auch vorsichtig geworden. „Die Produktion ist erst wieder hochgefahren worden. Einige Bereiche arbeiten noch in Kurzarbeit. Wir fahren deswegen auf Sicht und stellen nur bedarfsorientiert Ferienjobber ein“, sagt Ricarda Krawinkel vom Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim. Ganz hoffnungslos ist die Suche dennoch nicht. Auf der Homepage können Jobsuchende sich unter der Adresse „https://www.daimler.com/karriere“ informieren.

Zuversichtlicher sieht es bei der Deutschen Post aus. „Wir stellen wieder Ferienjobber ein – schwerpunktmäßig als Paket- oder Postzusteller“, sagt Postpressesprecher Marc Mombauer. Bewerbende müssen aber mindestens 18 Jahre alt sein. „Paketzusteller brauchen zudem einen Pkw-Führerschein. Im Gegenzug bieten wir unter anderem einen Tarif-Stundenlohn von 14,65 Euro sowie eine Anstellung ganz in ihrer Nähe.“, sagt Pressesprecher Mombauer.

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