Porsche reagiert auf die vielfältige Krise mit dem Stopp für die eigene Batterieherstellung. Das ist ein bitterer Dämpfer nicht nur für das Unternehmen, sondern für die Autarkiepläne Europas, meint unser Autor.
Unter den bitteren Pillen, die in der Porsche-Quartalsbilanz stecken, sticht eine hervor: Porsche gibt das Ziel auf, sein eigener Lieferant für Elektro-Auto-Batterien zu werden. Es ist eine weitere Hiobsbotschaft, die den um größere Unabhängigkeit ringenden Industriestandort Europa aufschrecken muss.
Porsche-Chef Oliver Blume hat vor einigen Jahren die griffige Formulierung geprägt, die Batteriezelle sei „der Brennraum der Zukunft“. Man wolle deshalb die neue Antriebstechnik genauso zur Perfektion treiben, wie es Porsche bei Verbrennungsmotoren geschafft hat, und dabei auf eigene Kompetenz und Wertschöpfung setzen. Diese Idee wird nun abgewickelt, zumindest bis auf Weiteres. Dass Porsche gleichzeitig den Ellwanger Batteriehersteller Varta gerettet hat und als „V4Smart“ eine eigene Fertigung startet, ändert daran nichts. Dort geht es nicht um große Speicher, sondern um Boostertechnik, mit der Hybridantriebe kurzfristig hochgetunt werden – ähnlich wie in der Formel 1.
Porsche hat seine Cellforce-Pilotfabrik bei Kirchentellinsfurt fast auf Null abgeschrieben, heißt es jetzt. Und der Plan für eine Gigafabrik wird zu den Akten gelegt. Man wird die Akkus wohl auch künftig in Südkorea oder China kaufen müssen – ein weiterer Dämpfer, nachdem sich schon die Hoffnung auf das schwedische Northvolt in der Insolvenz aufgelöst und die Einführung des elektrischen Cayman verzögert hat.
In China sind E-Autos im Hochpreisbereich nicht gefragt. In den USA lassen Trumps Zollorgien keine gesicherten Prognosen mehr zu. In Deutschland kommt die eigene Batterieproduktion nicht in Gang. Porsches Zukunft sah definitiv schon einmal besser aus. Andererseits gibt es auch Gründe, nicht ausschließlich schwarz zu sehen. Der reine E-Auto-Anteil an den Verkäufen ist auf 25 Prozent gestiegen, und der elektrische Macan erweist sich als Renner. Darauf hätte vor einem Jahr auch niemand gewettet.