Blumenkübel, Sitzgelegenheiten und ein Trinkbrunnen – so soll der Platz vor dem Bezirksrathaus aussehen. Foto: Büro planbar hochdrei

Stadtmöblierungskonzept im Bezirksbeirat vorgestellt. Umsetzung 2022 vorgesehen.

Untertürkheim - I m kommenden Jahr soll Untertürkheims Ortszentrum an vielen Stellen schöner werden: Allein 19 neue Bänke und 14 Sitzpoller sowie zwei Trinkbrunnen sieht das Stadtmöblierungskonzept vor, das Lisa Knotz vom Amt für Stadtplanung und Wohnen und Carmen Thome vom Büro planbar hochdrei in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirates vorstellten. Finanziert werden soll die Aufwertung aus dem Investitionsfonds „Stadtteilzentren konkret“ – 150 000 Euro sind allein dafür eingeplant.

Sieben sogenannte Fokusbereiche sieht das Konzept vor – mit folgender Priorisierung: das Bezirksrathaus, den Kelterplatz, die Nebelhornstraße, die Alte Apotheke, die Runkelinskelter, den Kegelbrunnen und die Stadtkirche. Dort sollen Stadtmöbel in einheitlichem Design für eine höhere Aufenthaltsqualität sorgen und Bewohner wie Gäste zum Verweilen einladen, erläuterte Knotz. Sitzgelegenheiten aus witterungsbeständigem Material sind ebenso vorgesehen wie Blumenkübel (für deren Pflege Paten gewonnen werden sollen), zusätzliche Fahrradbügel (mit insgesamt 15 Stellplätzen) und acht Mülleimer. An der Runkelinskelter und der Nebelhornstraße sollen kleine Spielflächen auf dem Boden markiert werden und überall im Planungsgebiet werden blaue Trittsteine aus Keramik mit dem Motiv einer Weintraube als Wegweiser zu den Weinwanderwegen fungieren. Auch sechs Leuchtstelen sind geplant, diese könnten aber aus einem anderen Topf finanziert werden: 300 000 Euro sieht der Investitionsfonds für ein Beleuchtungskonzept samt der Gestaltung der Weinbergeinstiege vor. Mit weiteren 150 000 Euro sollen Maßnahmen zur Revitalisierung von Ladenlokalen und Geschäftsstraßen gefördert werden.

Negative Entwicklung stoppen

Diese Möglichkeit hat die Pläne des im Jahr 2017 von Eigentümern gewerblicher Immobilien im Ortskern gegründeten Vereins „Untertürkheim.Mittendrin“ durchkreuzt, berichtete der Vorstandsvorsitzende Dittmar Wieland dem Bürgergremium. Die Immobilienbesitzer, die sich gegen den sogenannten Trading-Down-Effekt stemmen, wollten auf eigene Kosten den Bereich zwischen Bahnhof und Stubaier Straße mit Sitzmöbeln, Blumentrögen und Hinweistafeln aufwerten. Möglich wurde das durch das neue Gesetz zur Stärkung der Quartierentwicklung durch Privatinitiative (GQP). Ende 2018 habe man den Antragsentwurf mit Konzept, Kostenaufstellung und Zeitplan bei der Verwaltung eingereicht und in den Folgemonaten die Regularien erfolgreich durchlaufen. „Dann aber gab es Irritationen“, räumte Wieland ein. Denn zwischenzeitlich plante die Stadt in anderen Bezirken ähnliches. „Es kam die Frage auf, warum in Untertürkheim privat finanziert werden soll, was anderswo die Stadt bezahlt.“ Diese Ungleichbehandlung habe man in Gesprächen mit der Verwaltung ausräumen können, für Sitzbänke und Fahrradbügel komme nun die Stadt auf. „Die Folge war, dass wir neu planen mussten und zeitlich in Verzug geraten sind“, sagte Wieland. Unterm Strich aber habe sich der Einsatz gelohnt, nicht nur, weil man so 60 000 Euro spare: „In der Summe entsteht etwas Schönes, das wir allein nicht geschafft hätten.“

Erschwerte Durchfahrt

Die Finanzierung sei nun klar aufgeteilt, es gebe eine gemeinsame Entwurfs- und Ausführungsplanung, die Umsetzung werde zeitlich aufeinander abgestimmt, ergänzte Stadtplanerin Knotz. Und dennoch werde der eigentümergetragene Aufwertungsbereich – das Bahnhofsvorfeld, der Leonhard-Schmidt-Platz und die Widdersteinstraße – „klar erkennbare gestalterische Alleinstellungsmerkmale“ erhalten. Zum Beispiel markieren einzelne gelbe Pflastersteine den GQP-Bereich. Sie könnten den Storch, Untertürkheim Symboltier, als Motiv erhalten, regte der Bezirksbeirat an. Das Gremium forderte, dass die in der Widdersteinstraße vorgesehenen Sitzbänke den Wochenmarkt nicht behindern, aber die Durchfahrt durch die Fußgängermeile erschweren sollten.

Die Fertigstellung der Stadtmöblierung 2022 „ist unser Ziel“, sagte Knotz. Sie rechnet damit, dass zusätzliche Investitionsmittel in Höhe von rund 100 000 Euro erforderlich sind.

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