Santiago Ascacibar jubelt mit Ball im Bauch. Foto: Baumann - Baumann

Santiago Ascacibar hat gleich dreifach Grund zur Freude: Der VfB schlug Dresden 3:1, er erzielte dabei sein erstes Tor - und, das zeigte er bei seinem Torjubel, er wird Vater.

StuttgartGerüchten zufolge soll Santiago Ascacibar sein letztes Tor ja in der D-Jugend geschossen haben. Das ist natürlich ein Scherz – aber als Vollstrecker im gegnerischen Sechzehner ist der 1,68 Meter kleine Wirbelwind vom Rio de la Plata am Neckarufer bisher tatsächlich nicht aufgefallen.

Umso mehr haben sich die VfB-Fans mitgefreut, als Santiago Ascacibar in der 38. Spielminute gegen Dynamo Dresden auf einmal genau richtig stand. Immerhin spielt er bereits seit mehr als zwei Jahren für den VfB. Nach einem Querpass von Orel Mangala landete der Ball bei Ascacibar, der das Spielgerät zum 2:0 für die Stuttgarter über die Linie beförderte. Es war das erste Tor des Argentiniers für die Weiß-Roten überhaupt. „Dieser Treffer war wichtig für mich“, sagte Ascacibar, der beim Verlassen des Platzes nach Abpfiff sogar Einzelapplaus von den Anhängern erhielt.

Schließlich hatte Ascacibar wenig später gar zu seinem zweiten Streich ausgeholt: Erneut traf der 22-Jährige, der mit seiner Partnerin Karen bald das erste Kind erwartet. Doch dieser Treffer zählte nicht, weil der Kollege Philipp Förster zuvor hauchdünn im Abseits gestanden war. „Es war eine schöne Woche für mich“, sagte Ascacibar dennoch, weil es für ihn beruflich wie privat läuft.

„Er haut sich immer für das Team rein – hat sich dazu bei Ballbesitz extrem weiter entwickelt“, sagte Tim Walter über den Mittelfeldmann: „Ich habe ihm vor dem Spiel gesagt: ‚Es wird Zeit, dass du einen machst‘. Insofern freut es mich sehr für ihn.“

Vor einigen Wochen hatte es zwischen dem VfB-Trainer und dem ehrgeizigen Spieler allerdings noch ganz schön gekracht. Da hatte Ascacibar vehement eingefordert, auf der Sechserposition zu spielen. Denn der Argentinier sah seine Karriere in der Nationalelf nach bisher vier Einsätzen gefährdet. Doch Tim Walter demonstrierte, wer beim VfB die Ansagen macht: Also wurde Ascacibar intern gesperrt. Inzwischen haben sich die im Verein Wogen geglättet. Auf der Sechs spielt Ascacibar zwar weiterhin nicht, hat sich aber arrangiert. „Ich freue mich für ihn. Er war in den torgefährlichen Räumen und hat das Ding finalisiert, was wir als Mannschaft vorbereitet haben“, sagte der Sportdirektor Sven Mislintat.

Gegen Dynamo Dresden trat der kleine Blondschopf sofort topmotiviert in Aktion. So glänzte der 22-Jährige diesmal nicht nur als Balleroberer, sondern hat sein Spiel erweitert: Die Giftgrätsche von einst setzte konstruktive Akzente, gefiel auch als Antreiber. Der erste Treffer von Ascacibar für den VfB samt anschließendem Babyjubel mit Ball unter dem Trikot kamen daher nicht von ungefähr.

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