Seit Jahren das gleiche Bild an der Bahnhof-/Daimlerstraße: Imbissbuden statt Wohnungen. Foto: Edgar Rehberger - Edgar Rehberger

Seit vielen Jahren wartet das Areal an der Bahnhof-/Daimlerstraße auf eine Bebauung. Imbissbuden und Trödlerstände nutzen die Fläche. Pläne für ein Wohn- und Geschäftshaus gibt es schon lange.

Bad CannstattDas Areal gegenüber des Carré Bad Cannstatt liegt seit Jahren brach. Bis auf ein paar Imbissbetriebe und Trödelständen tut sich nichts. Immer mal wieder taucht das Thema im Bezirksbeirat Bad Cannstatt auf. Denn das Gelände befindet sich an markanter Stelle und Wohnraum ist knapp.

Dabei gibt es durchaus konkrete Pläne, was auf dem Gelände entstehen könnte. Beispielsweise ein Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage. 28 Wohnungen wären möglich. Bereits zwei Bauanträge wurden bei der Stadt eingereicht – und wieder zurückgezogen. Seit 2006 bemüht sich das Cannstatter Unternehmen emsp, das im Besitz der Fläche ist, um eine Verwirklichung des Bauvorhabens. „Aber das ist nicht so einfach“, erläutert emsp-Geschäftsführer Rainer Vögele. Das erste Baugesuch für ein Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage war mit dem Stadtplanungsamt und dem damaligen Baubürgermeister Matthias Hahn abgestimmt. „Wir haben alle Vorgaben der Landesbauverordnung eingehalten.“ Doch Einsprüche zweier Nachbarn sorgte bei der Stadt für Sorgenfalten. Das Unternehmen zog den Bauantrag zurück.

Die Pläne wurden überarbeitet, auf zehn Wohnungen verzichtet, das Gebäude eineinhalb Etagen niedriger gestaltet. Auch ein Spielplatz wurde noch integriert. Läden im Erdgeschoss, Büros darüber und dann noch 18 Wohnungen inklusive Tiefgarage waren es beim neuerlichen Bauantrag im Jahr 2015. Doch auch dieser wurde wieder zurückgezogen. Auch da gab es Unstimmigkeiten. Kompliziert war auch das Wegerecht zum angrenzenden Gebäude in der Daimlerstraße. Inzwischen ist das Problem vom Tisch. Das Unternehmen emsp erwarb im April diesen Jahres das Gebäude. Es wird jetzt saniert, dann werden die Wohnungen wieder vermietet, für 12 Euro pro Quadratmeter.

Auf der Brachfläche sollen es Drei-Zimmerwohnungen mit Balkon geben. „Die Lage dort ist sehr interessant“, befindet Vögele. Daher werde auch um jede Wohnung gekämpft. „28 Wohnungen sind uns natürlich lieber.“ Bei der Gestaltung habe man sich am Rahmenplan Seelberg orientiert. „Unser Ziel sind erschwingliche Mietwohnungen.“ Zunächst war die Zufahrt zur Tiefgarage, die 18 Stellplätze erhalten soll, über die Bahnhofstraße vorgesehen, jetzt soll sie über die Seelbergstraße erfolgen.

„Wir standen schon in den Startlöchern.“ Aufgegeben werden soll das Projekt nicht. Auch wenn langer Atem benötigt wird. Jetzt ist wieder Bewegung in die Angelegenheit gekommen. Rainer Vögele hat einen erneuten Versuch bei der Stadtverwaltung unternommen. „Das Thema soll jetzt im Gestaltungsbeirat behandelt werden.“ Dies sei schon einmal ein Fortschritt. Ein Termin dafür steht allerdings noch aus. Darüberhinaus hat der emsp-Geschäftsführer Kontakte zu den Fraktionen im Rathaus aufgenommen. Vögele setzt darauf, dass der Gestaltungsbeirat das Vorhaben unterstützt. Der Gestaltungsbeirat unterstützt die Landeshauptstadt als unabhängiges beratendes Sachverständigengremium, indem er die städtebauliche, architektonische, freiräumliche und gestalterische Qualität von Bauvorhaben und Projekten beurteilt und Empfehlungen ausspricht. Er ist mit sieben externen Fachleuten aus den Bereichen Städtebau, Architektur und Landschaftsplanung besetzt. Sitzungen sind in der Regel alle zwei Monate.

Auch die gegenüberliegende Fläche in der Bahnhofstraße soll weiterentwickelt werden. Derzeit befindet sich dort ein Parkplatz. Denkbar wären Unterkünfte für Studierende. Doch das ist Zukunftsmusik. Jetzt gilt es erst einmal, die Brachfläche an der Daimler-/Bahnhofstraße zu bebauen.

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