Die Buslinie 109 wird vorwiegend mit Kleinbussen bedient. Foto: Ines Rudel

Geht es nach dem Willen von SPD, Grüne und Linke im Obertürkheimer Gemeinderat, soll die Buslinie 109 künftig auch samstags fahren – allerdings nur mit Kleinbussen und nur alle 30 Minuten, um die verkehrliche Belastung in der Tiroler Straße gering zu halten.

Obertürkheim - Ungeachtet des schwelenden Streits darüber, ob die Interimsbuslinie 109 zwischen Esslingen-Sulzgries und dem S-Bahnhof in Obertürkheim werktags nun gut oder schlecht ausgelastet ist, wagen die Bezirksbeiratsfraktionen von SPD, Grüne und der aus Linke, SÖS, Piraten- und Tierschutzpartei bestehenden FrAktion gut drei Monate nach der Inbetriebnahme einen Vorstoß zur Ausweitung des Fahrplans. In der nächsten Sitzung des Obertürkheimer Bürgergremiums am 8. Juli wollen sie beantragen, dass die Busse künftig auch an Samstagen fahren – jedoch ausschließlich mit kleinen Bussen und im 30-Minuten-Takt, um die verkehrliche Belastung in der Tiroler Straße gering zu halten.

Wochenendeinkauf erleichtern

Das Angebot soll dazu dienen, insbesondere den Uhlbachern den Wochenendeinkauf im Obertürkheimer Zentrum oder in Sulzgries zu erleichtern. Das sei mit der neuen Linie 109a für sie ja nun zum Kurzstreckentarif möglich. Der Bus, so argumentieren Michael Jantzer (SPD), Christoph Hofrichter (Linke) sowie Elisabeth Remppis und Monika Geiger (Grüne), sei in erster Linie im Interesse der Anlieger der Esslinger Stadtteile Rüdern, Sulzgries, Krummenacker und Neckarhalde (RSKN) eingerichtet worden. „Es ist jedoch wichtig, dass auch die Bewohner von Obertürkheim-Uhlbach einen größtmöglichen Nutzen haben.“ Eine Bürgerbefragung im letzten Jahr habe die Einkaufsmöglichkeiten in Uhlbach als großes Defizit identifiziert. „Hier erhoffen wir uns mit der Erweiterung des Busbetriebs an Samstagen Verbesserungen.“ Die Fraktionen verweisen darauf intensive Gespräche, auch mit der Bürgerinitiative Tiroler Straße, bezüglich der Fahrplanausweitung geführt zu haben. Ihr Vorstoß ist ein Kompromiss: Christoph Hofrichter hatte sich für Fahrten des 109er-Busses auch abends sowie an Wochenenden und Feiertagen stark gemacht – und dafür massive Kritik von Anwohnern entlang der Fahrstrecke geerntet. Die Initiatoren des Antrags hoffen bei der Beschlussfassung auf die Unterstützung der anderen Fraktionen im Bezirksbeirat, rein rechnerisch fehlt ihnen eine Stimme zur notwendigen Mehrheit.

Erfahrungsbericht angefordert

Ob die Linie 109 auch nach Abschluss der Sanierung des Esslinger Geiselbachkanals voraussichtlich im Sommer nächsten Jahres weiterhin verkehren wird, ist noch völlig offen. Hierzu sollen die Erfahrungswerte nach Beendigung der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie berücksichtigt werden, so die drei Fraktionen. Sie bitten in ihrem Antrag deshalb die Verkehrsbetriebe Esslingen und Stuttgart um eine entsprechende Berichterstattung im Bezirksbeirat. Aber: „Dies ist sicherlich erst 2021 möglich.“

Christoph Hofrichter will einen weiteren Antrag in der Sitzung einreichen: Da seine provisorischen Plakate zum Teil zerstört wurden, fordert er die Anbringung von offiziellen Schildern am Bahnhof Obertürkheim und am Uhlbacher Platz, auf denen die Fahrgäste auf die Abfahrtsorte der Buslinie 109 hingewiesen werden. Zugleich sollen Abfahrtsort und Abfahrtszeiten des „109er“ in den am Bahnhof installierten „Dynamischen Fahrplan“ aufgenommen werden.

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