Andreas Gabalier in seinem Element: Mit Akkordeon und Mikrofon. Foto: Gottfried Stoppel

17 000 Fans feiern in der ausverkauften Wir-machen-Druck-Arena in Großaspach (Rems-Murr-Kreis) den Alpenrocker aus der Steiermark.

Mit schwarzer Sonnenbrille steht Andreas Gabalier da, breitbeinig, die muskelbepackten Arme weit ausgebreitet. Angela Adloff aus Kleinaspach und ihr Mann Jörg geht das Herz auf. Sie im Dirndl, er in der Hirschledernen, sind sie am Samstagabend in die ausverkaufte Wir-Machen-Druck-Arena in Großaspach gekommen, um zusammen mit dem Alpenrocker mit den strammen Waden und der klaren Meinung eine fröhliche Party zu feiern, auf der es ab und an aber auch mal ein wenig ernst und sentimental zugehen wird.

„Ich gebe live alles für meine Fans! Weil es sich lohnt – für die Liebe, Freude und unbeschreiblichen Momente, die ich allerorts zurückbekomme“, so Andreas Gabalier. Das tat er auch in Großaspach. Fast 30 Songs ohne Pause nonstop und mit viel Herzblut präsentierte Andreas Gabalier im Rahmen seiner „Ein Hulapalu auf uns“-Tour. Schon einmal vor zwei Jahren hatte der Obersteirer in Andrea Bergs Wohnzimmer für Furore gesorgt, und auch diesmal wurde die Arena zum Tanzboden. Die rund 17 000 Fans in der ausverkauften Arena bekamen von dem 40-Jährigen genau das, was sie von ihm sehen und hören wollen. Nämlich viel Gefühl und jede Menge nicht nur musikalische Energie.

Andrea Berg schlendert entspannt über das Gelände

Davon überzeugte sich auch Andrea Berg, die am kommenden Wochenende ihre Heimspiele an Ort uns Stelle zelebriert und mit ihrem Gatten Uli Ferber entspannt über das Konzertgelände schlenderte und sich die Show – die von Sternenflug bis Alpenlandschaft alles bot – ihres Kollegen anschaute.

Andreas Gabalier ist aber nicht nur der laute und lustige, rockige und rotzige „Obersteirer“, der „Hodi odi ohh di ho di eh“ jodelt und von seiner Heimat, von verflossenen Lieben und vom „Juke Box Blues“ im Alter von 16 Jahren singt. Seine nachdenklichen Seiten stecken in Liedern wie „Jede Zeit und jeder Held hat seine Wunde“ oder „A Meinung haben“. Vor dem Song erzählt er seinem Publikum von so manchem „medialen Gegenwind“, den er durchgestanden hat und immer noch aufrecht steht. Auch schmerzhafte Gefühle versteckt Andreas Gabalier nicht. Er spricht offen über Schicksalsschläge und davon, wie er schwere Verluste, wie den Tod seiner kleinen Schwester vor 15 Jahren, auch in seiner Musik verarbeitet hat. Als kurz vor dem Finale „Amoi seg’ ma uns wieder“ erklang, verdrückten nicht wenige im Stadionrund die eine oder andere Träne.

Andreas Gabalier genießt seinen Auftritt sichtlich. Foto: Gottfried Stoppel

„Vor zwei Jahren waren noch mehr mit Trachten da“, sagte Angela Adloff, die zum Putzen am liebsten „ihre Nachbarin“ Andrea Berg oder Andreas Gabalier hört. „Er ist einfach ein geiler Typ, bei allem Erfolg menschlich und am Boden geblieben und einer, der zu seiner Meinung steht.“ Außerdem sei er als Mann eben auch attraktiv, so Angela Adloff augenzwinkernd. „Seine Muskeln sehen klasse aus.“ Gatte Jörg lächelte dazu.

„Gabalier ist einfach mein Lieblingsposer“

Auch für Jana aus Rudersberg, die eigentlich viel lieber Punkmusik statt Alpenrock hört, ist das Aussehen von Andreas Gabalier ein nicht ganz unbedeutendes Kriterium für einen Konzertbesuch. „Er ist einfach mein Lieblingsposer, und wenn er da so auf der Bühne sich und die Leute abfeiert, dann ist das schon nett anzuschauen.“ Außerdem sei die Stimmung auf seinen Konzerten, von denen sie schon einige erlebt hat, „einfach immer riesig“. Für ihre Freundin Anja, auch aus Rudersberg, war es das erste Mal, dass sie den Alpenrocker auf der Bühne erlebt hat. Auch sie hat bei dem Obersteirer Feuer gefangen. „Es macht Spaß mit den Leuten zu feiern und zu tanzen und miteinander einen schönen Abend zu haben.“

Gabi Gogel aus Nellmbersbach gestand, dass sie beim Roland-Kaiser-Konzert im vergangenen Jahr in der Wir-Machen-Druck-Arena textsicherer gewesen sei als bei Andreas Gabalier, aber der Anblick des Österreichers ihr besser gefalle. „Ich finde, er sieht super aus, mit seinem schwarzen Haaren, den Muskeln und den Waden in der Lederhose“, schwärmte sie. Ihre Begleiterin Renate Baumann aus Oberbrüden nickte zustimmend. Ihr Mann Otto hat derweil sein Vergnügen an der Musik . „Ich habe mich sogar extra in die Krachlederne geworfen, die ich nur zu besonderen Anlässen anziehe, oder wenn ich ins Allgäu fahre.“

Ein Karohemd in Gabalier-Rot

Für den zehnjährigen Sebastian aus Großaspach ist die Optik nicht ganz so wichtig. Er steht einfach generell auf Live-Konzerte und ganz besonders auf die Musik von Andreas Gabalier. Allerdings so ganz frei von Äußerlichkeiten ist der Bub auch nicht gewesen. „Er wollte unbedingt ein neues Karohemd für dieses Konzert haben, aber nicht einfach rot-weiß kariert, sondern in Gabalier-Rot“, sagte seine Mutter.