Der VfB kam am Montagabend nicht über ein Unentschieden hinaus. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Beim 1:1 im Spitzenspiel gegen Arminia Bielefeld gibt der VfB Stuttgart das Geschehen aus der Hand - und danach stellt sich die Frage, ob der Trainer etwas dafür kann. Wir analysieren das Spiel in unserer „Fünferkette“.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart ist gegen Arminia Bielefeld nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Weil der Fußball-Zweitligist nach der Führung durch Mario Gomez gegen den Tabellenführer zu früh den Mut verlor – und weil der Trainer Pellegrino Matarazzo eine Auswechslung vornahm, die sein Team wieder stabilisieren sollte. Doch dieser Effekt trat nicht ein, wie unsere Analyse zeigt.

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Spielidee: Pellegrino Matarazzo änderte seine Elf auf mehreren Positionen. Mario Gomez, Nicolas Gonzalez und Holger Badstuber rückten in die Mannschaft. Vor allem bot der Trainer aber eine Viererabwehrkette auf. Dadurch sollte die starke Bielefelder Offensive unter Kontrolle gehalten werden. Der Plan ging lange auf. Selbst wenn beim VfB im ersten Abschnitt viele Aktionen von Vorsicht geprägt waren. Nach dem Wechsel wurden die Stuttgarter mutiger – und belohnt. Doch es sollte nicht reichen.

Spielentscheidend: Letztlich war es ein personeller Wechsel, der taktisch bedingt war und weitere Folgen hatte. Nach der Führung durch Mario Gomez (53.) nahm Pellegrino Matarazzo den Stürmer in der 73. Minute vom Platz und brachte in Atakan Karazor einen Defensivmann. Gut gemeint, weil der Coach seine Mannschaft stabilisieren wollte. Sie stand zunehmend unter Druck durch den Spitzenreiter. Allerdings verlor der VfB durch die Maßnahme auch die Ordnung. „Für mich war der Wechsel notwendig, weil wir schon zuvor die Spielkontrolle verloren hatten“, sagte Matarazzo.

Spielentscheider: Für die Bielefelder war es natürlich der Trainer Uwe Neuhaus, der Sven Schipplock und Cebio Soukou einwechselte – und in Letzterem den Torschützen zum 1:1 (76.). Denn mit den beiden Stürmern erhöhten die Gäste ab der 65. Minute ihre Offensivaktivitäten. Die VfB-Abwehr wackelte und die Reihen davor schafften keine Entlastung mehr. „Wir sind einen Tick zu wild auf das 2:1 gegangen“, sagte der Trainer Pellegrino Matarazzo.

Wortspiel: Sven Mislintat war verärgert. „Es reicht“, sagte der Sportdirektor und meinte die Szene vor dem 1:1, als Cebio Soukou den Stuttgarter Verteidiger Pascal Stenzel mit dem Arm im Gesicht traf. Der Pfiff des Schiedsrichters Bastian Dankert blieb jedoch aus. „Das kann man pfeifen“, meinte auch der Trainer Pellegrino Matarazzo. Aber vor allem Mislintat sieht den VfB im Laufe der Saison durch viele Entscheidungen der Unparteiischen benachteiligt.

Spielplan: Nach dem Spitzenspiel stehen für den VfB jetzt zwei Auswärtspartien an: Erst am Sonntag beim SV Wehen Wiesbaden, danach bei Holstein Kiel. Für die Stuttgarter gilt es dabei die eigene Tabellenposition zu festigen. „Wir wollen erst einmal Platz zwei halten – und dann noch ganz vorne angreifen“, sagte der Trainer Pellegrino Matarazzo. Unter seinem Vorgänger Tim Walter waren die beiden Begegnungen mit Wehen Wiesbaden und Kiel in der Hinrunde verloren gegangen.

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