Sasa Djakovic (li.), der sportliche Leiter des VfL Stuttgart, und Türkspor-Vorstand Özgür Gülbahar waren sich im vergangenen Dezember schon einig: Türkspor löst sich auf, der VfL übernimmt das Bezirksliga-Startrecht. Dazu kommt es vorerst nicht. Foto: /Streib

Die Fußballer des VfL Stuttgart übernehmen (noch) nicht das Startrecht des Bezirksligisten Türkspor Stuttgart. Notwendige Hauptversammlung ist ausgefallen.

Bad Cannstatt - E igentlich hätten die Tage von Türkspor Stuttgart gezählt sein sollen. Am 30. Juni 2020 sollte der Name aus der Stuttgarter Vereinslandschaft gestrichen beziehungsweise aus dem Vereinsregister gelöscht werden. Präsident Özgür Gülbahar war es Leid, den organisatorischen Alleinunterhalter zu geben und wollte deshalb den Verein sozusagen schließen. Das Startrecht in der Bezirksliga wollte man dem VfL Stuttgart, auf dessen Anlage Türkspor seit vielen Jahren Gast ist, überlassen. Zudem sollten die Kicker samt den Spielertrainern Kerem Arslan und Damir Bosnjak die Trikots tauschen und sich in der neuen Saison das des VfL überstreifen. Bereits vor Weihnachten waren die Gespräche zwischen den Verantwortlichen beider Vereine abgeschlossen. Das endgültige Ja dafür hätte bei der Hauptversammlung des VfL Stuttgart im April 2020 von den Mitgliedern – eine einfache Mehrheit hätte gereicht – eingeholt werden sollen. Doch aufgrund der Corona-Krise musste diese abgesagt werden. Eine außerordentliche Hauptversammlung wäre eine Option gewesen, doch „wegen der Kürze der Zeit, satzungsgemäß müssen wir das in unserem VfL-Heft ankündigen, war dies nicht möglich“, sagt Peter Burkert, der stellvertretende Fußball-Abteilungsleiter.

Eine Übergangslösung, die auch der Württembergische Fußballverband genehmigt hätte, wäre eine Spielgemeinschaft Türkspor/VfL Stuttgart gewesen. „Das kam für uns nicht in Frage“, sagt Burkert. Die Folge: Der VfL Stuttgart startet vorerst nicht in der Bezirksliga, sondern weiterhin in der Kreisliga A. Und Türkspor? „Der Verein löst sich nicht auf, bleibt bestehen“, sagt Präsident Gülbahar. Die erste Mannschaft spiele weiterhin in Stuttgarts höchster Liga. Zudem habe man auch noch eine zweite Mannschaft gemeldet, so Gülbahar weiter, der sich um ein weiteres Jahr um Dinge wie Verbandsangelegenheiten kümmern wird, während Bosnjak/Arslan auch künftig das Team als Trainer anleiten werden.

Aus Sicht des VfL Stuttgart ist die ganze Sache nicht aufgehoben, sondern nur „um ein Jahr aufgeschoben“, weiß Burkert. Gülbahar spricht indes zwar auch weiterhin von einer „interessanten Sache“, fügt aber hinzu: „Wir halten uns alle Optionen offen.“

Beim VfL Stuttgart bleibt Emanuel Eduardo Trainer, beim spielerischen Personal hat sich bislang noch nichts getan. „Mir sind weder Zu- noch Abgänge bekannt.“ Beim Bezirksligisten Türkspor Stuttgart ist man da schon etwas weiter: Aus Kornwestheim wechselt Orhun Öztürk auf die Sportanlage im Neckarpark, von der SG Untertürkheim Ertan Bozkurt. Verlassen wird den Klub indes der schnelle Flügelflitzer Mustafa Yesildaglar. Für welchen Klub er künftig die Kickstiefel schnüren wird, ist unbekannt.

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