Neue Station auf dem Besinnungsweg: die „Brücke des Friedens“ von Dani Karavan. Foto: D. Hartung/Stadt Fellbach Quelle: Unbekannt

Oeffingen (red) - Am Samstag um 11 Uhr wird der neue Besinnungsort „Frieden“ des Fellbacher Besinnungsweges mit dem Kunstwerk „Brücke des Friedens“ von dem israelischen Künstler Dani Karavan eingeweiht. Aus gesundheitlichen Gründen kann der Künstler nicht wie ursprünglich geplant anwesend sein. Vertreten wird er durch seine Tochter Noa Karavan Cohen.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, die Installation vor Ort lässt erkennen, welche Herausforderung der Förderverein Besinnungsweg Fellbach mit seinem neunten Besinnungsort in diesen Tagen meistert. Das Werk von Dani Karavan krönt die Arbeit der vergangenen 18 Jahre. Wie der Vereinsvorsitzende Paul Rothwein betont, sei man stolz darauf, den international hoch angesehenen, mittlerweile 87-jährigen israelischen Künstler für seine Idee gewonnen zu haben. Dessen letztes Werk in Deutschland, das Mahnmal der ermordeten Sinti und Roma, wurde am 24.Oktober 2012 im Beisein des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin eingeweiht.

Die großflächige Installation in Fellbach mit dem Titel „Brücke des Friedens“ besteht aus mehreren, in Sichtweite zueinander angeordneten Teilen. Auf rund 6000 Quadratmetern Fläche verläuft ein aktuell mit Sonnenblumen und Roggen bepflanztes, von Metallbändern eingefasstes Band, diagonal über die gesamte Fläche. Unterbrochen wird das Band von einer zwölf Meter langen Brücke aus Corten-stahl. Ergänzt wird diese Diagonale mit einem begrünten drei Meter hohen Kugelabschnitt sowie auf der anderen Seite mit einer Sonnenuhr; beide haben einen Durchmesser von jeweils zwölf Meter. Links, am Rande des Grundstücks, ist ein Gleisstück mit Eisenschwellen in Nord-Süd-Ausrichtung verlegt.

Raumgreifende, gelegentlich mehrere Hektar große Installationen in Siedlungsgebieten, Städten und in der freien Natur stehen für Karavans Arbeit. Der Schutz der Natur als Grundvoraussetzung einer menschlichen Welt ist sein Anliegen. Die Bewusstmachung katastrophaler zivilisatorischer Fehlentwicklungen, die Vergegenwärtigung vergangenen Unrechts, die Shoa als beispielloses Menschheitsverbrechen sind Gegenstand seiner Kunst. Hierfür stehen etwa die Schienen in der Fellbacher Arbeit. Doch neben dem Gedenken wollen diese Kunstwerke das Vergangene als Teil unserer Lebenswirklichkeit in die Gegenwart und Zukunft tragen, damit zu treffende Entscheidungen an dieser Erinnerung gemessen und ausgerichtet werden.

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