Die Betonmauer an der Altenburger Steige sorgt für Unmut. Foto: /Edgar Rehberger

Vor mehr als einem Jahr wurden die „Römergärten“ an der Altenburger Steige bezogen. Doch die Betonmauer, die eigentlich mit Klinkerstein versehen werden sollte, wartet noch auf Verschönerung.

Bad Cannstatt - So langsam platzt Rainer Glöckle der Kragen. Der Anwohner moniert zum wiederholten Mal die Bebauung an der Altenburger Steige. Die „Römergärten“ wurden vor einem Jahr bezogen und sorgen seitdem für Unmut. Glöckle, Inhaber eines Ingenieurbüros, hat mehrfach an den Oberbürgermeister geschrieben, einen Anwalt eingeschaltet. Er fühlt sich „arglistig getäuscht“. Im August hat er Antwort aus dem Rathaus erhalten und war „tief enttäuscht“ (wir berichteten). Und hat gleich darauf reagiert. Nachdem er seitdem nichts mehr gehört hat, übte er per Einschreiben noch einmal schwere Kritik am städtischen Vorgehen.

Stein des Anstoßes ist die Bebauung an der Altenburger Steige. Das Unternehmen Oswa Planen und Bauen aus Ingersheim hat nach dem Abriss des Steiggemeindehauses vier Häuser mit 26 Wohnungen sowie ein Carport erstellt. „Die Bauausführung der Unterstellplätze hat rein gar nichts mit der ursprünglichen Ausführung zu tun“, moniert Glöckle. Von einem positiven Entree zum Hallschlag, wie es durch die Umgestaltung des Platzes vor dem Römerkastell in die Wege geleitet wurde, könne keine Rede sein.

Bebauung nach „Uralt-Vorkriegs-Baustaffel“

Was die Anwohner am meisten empört: dass die Bebauung nach einer „Uralt-Vorkriegs-Baustaffel aus dem Jahr 1928“ freigegeben wurde. „Der Bauträger konnte durch die Nachlässigkeit erhebliche Summen einsparen.“ Eine Bebauung nach heutigen Standards wäre wesentlich kostenaufwendiger geworden, so Glöckle, und: „Bad Cannstatt hätte ein ansehnlicheres Bauprojekt vor Augen.“

Auch die vom Bauträger zugesicherte, aber bislang noch nicht durchgeführte Verschönerung der Betonmauer sei noch nicht erfolgt. Versprochen wurde vom damaligen Geschäftsführer ein einheitliches Mauerbild. Nicht nur Glöckle moniert die Betonmauer, auch weitere Anwohner und sogar aus dem Rathaus gibt es kritische Stimmen. „Es ist unerträglich und ein Skandal“, betont Glöckle. Der Anwohner will wissen, ob die Stadt dann wenigstens die Betonmauer verklinkert. Es werde wohl der Stadt nichts anderes übrig bleiben, als das Verkleiden der Mauer aus Steuergeldern zu finanzieren.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: