In Baden-Württemberg liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 520 (Symbolbild). Foto: dpa/Christian Charisius

Bundesweit werden weiter täglich neue Inzidenz-Höchstwerte vermeldet. So auch in den meisten Kreisen in Baden-Württemberg. Ein weiteres Bundesland bewegt sich auf die 1000er-Marke zu. Hier geht es zu den aktuellen Daten.

Stuttgart - In Deutschland nehmen die Neuinfektionen weiter zu. Die Inzidenz liegt bei einem Wert von 452. Wieder einmal ein neuer Höchstwert seit Beginn der Pandemie. Sachsen (1285) überschreitet weiter deutlich die 1000er-Marke. Thüringen (895) bewegt sich mit großen Schritten auf diese Marke zu – vor einer Woche war die Inzidenz noch um über 200 Punkte niedriger.

Baden-Württemberg (520) verzeichnet die sechsthöchste Inzidenz in Deutschland. Aktuell liegt nur ein Kreis bei unter 300 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Die Landeshauptstadt (367) gehört noch immer zu den Kreisen im Land mit einer vergleichsweise niedrigen Inzidenz. Der Schwarzwald-Baar-Kreis (842) und der Bodenseekreis (817) überschreiten sogar die 800er-Marke.

In diesem Beitrag veröffentlichen wir die aktuellsten Zahlen zur Entwicklung des Infektionsgeschehens. Wir greifen dafür auf Daten des Robert-Koch Instituts sowie des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg zurück. Stand der Daten: 29. November, 10.00 Uhr.

Die aktuellen Coronaregeln

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus sind bundesweit nicht mehr an die Inzidenz gebunden, sondern an die Lage in den Krankenhäusern. Während die tagesaktuelle Rate der zuletzt ins Krankenhaus eingewiesenen Covid-19-Patienten systematisch zu niedrig angegeben wird, ist die Zahl der von Coronapatienten belegten Intensivbetten ein zuverlässiger Indikator für die Belastung des Gesundheitssystems.

In Baden-Württemberg gibt es neben der Basisstufe drei Stufen für verschärfte Maßnahmen gegen das Coronavirus. Sind zwei Werktage in Folge mehr als 250 Intensivbetten belegt, greift die Warnstufe – es gilt die 3-G-Regel für die meisten Bereiche des öffentlichen Lebens, allerdings müssen Ungeimpfte einen PCR-Test vorweisen. Bei mehr als 390 belegten Intensivbetten gilt die Alarmstufe mit 2 G. Nichtgeimpfte sind dann von etlichen Aktivitäten ausgeschlossen.

Sofort nach der Einführung gilt in Baden-Württemberg die neue, höchste Alarmstufe II. Sie wird bei einer landesweiten Intensivbettenauslastung von 450 Coronapatienten ausgerufen. In der Alarmstufe II gilt dabei in der Regel 2 G oder 2 G plus; Zutritt haben also nur Geimpfte und Genesene (2 G), die unter Umständen auch einen negativen Antigen- oder PCR-Test vorweisen müssen (2 G plus).

Das folgende Schaubild zeigt die Belegung der Intensivbetten in Baden-Württemberg mit Covid-19-Patienten:

Zusätzlich gibt es lokale Maßnahmen in besonderen Coronahotspots. Wenn in einem Stadt- oder Landkreis die Inzidenz über 500 steigt, gelten für Nichtgeimpfte und Nichtgenesene Ausgangsbeschränkungen in der Zeit zwischen 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Genauere Informationen zu den aktuellen Regeln und Ausnahmen gibt es hier.

Corona-Infektionen in Deutschland und Baden-Württemberg

Die per Labortest bestätigten Neuinfektionen bleiben eine wichtige Kennziffer der Pandemie. Je höher der Anteil der Infektionen, desto höher das Risiko insbesondere für Ungeimpfte, sich zu infizieren und ins Krankenhaus zu kommen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz wird für die zurückliegenden sieben Tage und je 100 000 Einwohner berechnet.

Bundesweit wie auch in Baden-Württemberg stieg die Inzidenz zuletzt stark an. Baden-Württemberg meldet 520 Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Auch bundesweit wird ein neuer Höchstwert seit Beginn der Pandemie verzeichnet: Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 452.

Das Diagramm zeigt die Sieben-Tage-Inzidenz für Deutschland und Baden-Württemberg seit Juli 2020:

Wie sich die Infektionszahlen in den kommenden zehn bis vierzehn Tagen entwickeln, lässt sich an der Reproduktionszahl (auch R-Wert genannt) ablesen. Liegt sie über 1, dann steckt ein Infizierter mehr als eine weitere Person an – die Infektionszahlen steigen. Ein Rechenbeispiel: Bei einem R-Wert von 1,2 werden aus 100 Infizierten binnen vier bis fünf Tagen 120 – und daraus wiederum in weiteren vier bis fünf Tagen 144. Nach weiteren vier bis fünf Tagen gibt es mehr als 170 Infizierte.

Zuletzt ist der R-Wert auf eine Zahl nahe 1 gesunken. Das deutet auf ein schwächer werdendes Wachstum der Fallzahlen hin. Das folgende Schaubild zeigt die Entwicklung des R-Werts seit Beginn der Pandemie:

Bundesweit wurden in den vergangenen sieben Tagen mehr als 375 000 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Werte verteilen sich sehr ungleich über die Bundesländer. Besonders hoch ist die Inzidenz in Sachsen (1285) und Thüringen (895). Den niedrigsten Wert meldet Schleswig-Holstein (151). Baden-Württemberg (520) meldet bundesweit den sechsthöchsten Wert.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Zahlen für die einzelnen Bundesländer. Sie können die Tabelle durchblättern, um alle Länder angezeigt zu bekommen.

In Baden-Württemberg nimmt die Zahl der Neuinfektionen weiterhin zu. Der Schwarzwald-Baar-Kreis (842) verzeichnet die höchste Inzidenz des Landes, dicht gefolgt vom Bodenseekreis (817). Die Landeshauptstadt gehört mit 367 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen zu den Kreisen im Land mit einer vergleichsweise niedrigen Inzidenz. Den geringsten Wert meldet derzeit Heidelberg (237). Es ist der einzige Kreis unter der 300er-Marke.

In der folgenden Tabelle geben wir die jeweils aktuellsten Werte für alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg an und zeigen, wie sich die Sieben-Tage-Inzidenz in den letzten Tagen entwickelt hat. Sie können mit den Pfeiltasten die Tabelle durchblättern, um alle Kreise in Baden-Württemberg angezeigt zu bekommen.

In der Region Stuttgart überschreiten aktuell bereits drei Kreise mit ihrer Sieben-Tage-Inzidenz die 500er-Marke. Im Landkreis Göppingen (556), Böblingen (544) sowie dem Rems-Murr-Kreis (506) liegt der Wert darüber. Am niedrigsten sind die Zahlen in der Landeshauptstadt, hier liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 367. Im Landkreis Esslingen (474) gingen die Neuinfektionen zuletzt sogar leicht zurück.

Die Karte zeigt die Inzidenzwerte in der Region Stuttgart. Klicken Sie auf den gewünschten Kreis, um detaillierte Zahlen angezeigt zu bekommen.

Verstorbene

Die Zahl der an und mit Covid-19 Verstorbenen reagiert immer erst zeitversetzt auf die Entwicklung der Infektionen. Der Wert legt nach längerer Stagnation wieder zu auf nun 262 Verstorbene pro Tag im Wochenmittel. Wichtig zu wissen: Die Zahlen beziehen sich auf das Melde-, nicht auf das Sterbedatum.

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung der mit Corona zusammenhängenden, ans RKI gemeldeten Todesfälle seit März 2020:

Impfungen

Mittlerweile gibt es für fast alle Über-12-Jährigen eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission. Die Impfquote steigt somit weiter an, wenn auch nur noch langsam.

Das folgende Diagramm gibt den Anteil der einmalig und vollständig Geimpften gerechnet auf die Gesamtbevölkerung aus.

Wichtig sind derzeit neben den Impfungen von bislang Ungeimpften die sogenannten Boosterimpfungen für Menschen, deren Impfung schon einige Monate zurückliegt. Die Zahl der Boosterimpfungen steigt derzeit stark an, die der Erstimpfungen nimmt auf niedrigem Niveau zuletzt ebenfalls zu.

Lesen Sie hier: Wichtige Fragen und Antworten zum Boostern

Das folgende Schaubild zeigt die verabreichten Impfdosen jeweils über sieben Tage gemittelt:

Dieser Beitrag wird regelmäßig aktualisiert – ebenso die Übersicht zu den Corona-Risikogebieten sowie Quarantäneregeln für Reisende.