Impfen ohne Termin: Am Freitag, 16. Juli, kommt das Mobile Impfteam nach Wangen. Foto: dpa//Alberto Ortega

Um einem Abflauen der Impfbereitschaft entgegenzuwirken, baut die Stadt die Impfangebote in den Stadtbezirken aus. Zum Auftakt kommt das Mobile Impfteam am 16. Juli nach Wangen.

Wangen - Rund eine Million Impfungen wurden bereits seit dem Start der Impfkampagne in Stuttgart durchgeführt – im Impfzentrum des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK) und des Klinikums Stuttgart sowie in Arztpraxen. Um einem Abflauen der Impfbereitschaft entgegenzuwirken, baut die Stadt die Impfangebote vor Ort nun aus, kündigt die zuständige Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration, Alexandra Sußmann, an. Die Mobilen Impfteams des RBK werden jetzt zusammen mit sozialen Institutionen in den Stadtbezirken mehrere Impfaktionen vor Ort auf die Beine stellen. Auch die Zweitimpfung kann dort in einem zeitlichen Abstand angeboten werden. Dies soll die Schwelle, sich impfen zu lassen, für Stuttgarterinnen und Stuttgarter weiter senken.

Experten beantworten Fragen

Start der Kampagne ist in Wangen: In Kooperation mit der AG Offene Treffpunkte, dem Bezirksamt sowie dem Sozial- und Gesundheitsamt findet die erste Veranstaltung am Freitag, 16. Juli, statt. Ein Mobiles Impfteam bietet von 14 bis 20 Uhr Impfungen vor der Kelter in der Ulmer Straße an – für jedermann ab 18 Jahre. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Bis zu 150 Impfdosen stehen bereit. Begleitet wird die Aktion von einer Informationsveranstaltung. „Um die Impfraten zu erhöhen, werden wir Sorgen aufnehmen und durch Aufklärung für Akzeptanz sorgen“, sagt Sußmann. Neben der Planung offener Impfangebote gehe es auch darum, die Gründe für die Impfskepsis oder -angst zu ergründen. Um 17 Uhr findet die Impfaufklärung durch die Hausarztpraxis Wangen von Alice Casagrande und Stefan Blattner, der Gynäkologin Katharina Johlen, den Pandemiebeauftragten der Stadt Stuttgart, Hans-Jörg Wertenauer, sowie dem Gesundheitsamt statt. Wenn möglich, werden die Fragen der Bürgerinnen und Bürger muttersprachlich übersetzt.

Bislang nur 36,2 Prozent durchgeimpft

Die bisherigen Impfaktionen für Menschen mit Unterstützungsbedarf liefen nach Angaben der Stadt erfolgreich: Man habe die unterschiedlichen Zielgruppen erreicht, rund 4100 StuttgarterInnen konnten geimpft werden. Ausgewählt waren Orte, die entweder durch hohe Fallzahlen betroffen waren oder in denen der Anteil von Armut betroffener Menschen hoch ist. Bürgermeisterin Sußmann betont: „Gerade jetzt gilt es dranzubleiben. Bislang sind nur 36 Prozent der Stuttgarterinnen und Stuttgarter vollständig geimpft. Das ist zu niedrig für einen Gemeinschaftsschutz. Dabei steht uns mittlerweile genug Impfstoff zur Verfügung. Diesen wollen wir nun wörtlich an den Mann beziehungsweise an die Frau bringen.“ Die Erstimpfung haben sich nach Angaben von Stefan Ehehalt, dem Leiter des Gesundheitsamts, bislang 52,3 Prozent der Impfberechtigten aus der Landeshauptstadt abgeholt.