Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Der Aufwärtstrend ist endgültig gebrochen – die Edelmetalle verlieren phasenweise an Wert. Taugen Gold und Silber weiterhin als stabile Anlage?
Es ist nicht mehr alles Gold oder Silber, was glänzt. Die Rallye seit Jahresanfang ist längst beendet, Edelmetalle sind unter Druck geraten. Fast genau zwei Jahre lang ging es nach oben, im Februar ist Achterbahnfahrt angesagt. Die Zahl der Skeptiker, die nicht an den weiteren Aufwärtstrend glauben, wächst.
Ende der Woche war für eine Feinunze Gold ein Niveau von unter 4200 Euro erreicht – nach gut 4500 Dollar noch Ende Januar. Ähnlich erging es dem Silber-Preis, der von knapp unter 100 Euro kommt und sich nun um die 65 Euro bewegt.
Verkäufe kompensieren anderweitige Verluste
Die gigantische Überschuldung der USA, die fragile Unabhängigkeit der US-Notenbank, der geschwächte Dollar, die geopolitischen Wirren oder die wachsenden KI-Risiken – all das hat den Aufstieg begünstigt. Nun haben die Edelmetalle, vor allem Silber, ihren Nimbus als sichere Häfen verloren. Kurzfristige Signale kommen hinzu. Offenbar werden Edelmetalle verkauft, um anderweitige Aktienverluste zu kompensieren – lautet eine Erklärung am Markt.
Commerzbank Research geht davon aus, dass sich die Konsolidierungsphase noch etwas fortsetzen werde, zumal die chinesischen Marktteilnehmer, die vor allem am Silbermarkt zuletzt für Unruhe gesorgt hatten, wegen der Feiertage abwesend sind. Bei bestehenden Unsicherheiten hätten Gold und im Zuge dessen auch Silber aber weiteres Aufwärtspotenzial, wenngleich ohne derart starke Zuwächse wie Anfang des Jahres.
Für viele Zentralbanken eine wichtige Reserveanlage
Investoren seien infolge der Preisschwankungen sensibilisiert, hätten aber größere Preisrückschläge immer wieder als Kaufgelegenheiten genutzt. Ins Bodenlose könne der Goldpreis ohnehin kaum fallen, weil das Edelmetall für viele Zentralbanken zur wichtigen Reserveanlage geworden sei.
In dieser Woche sind eine Fülle von Daten vor allem aus den USA zu erwarten, am Freitag mit dem Bruttoinlandsprodukt. Wie relevant diese Einflüsse sein können, hat sich erst am Freitag gezeigt, als günstige Inflationsdaten aus den USA dem Dax leichte Gewinne eintrugen, ohne dass der Leitindex die 25 000er Hürde erneut überwinden konnte.