Die wichtigsten Kennzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr hat Volkswagen am Freitag schon bekannt gegeben. Foto: dpa/Swen Pförtner

Unsere Börsenexperten blicken auf die kommende Woche. Der Krieg in der Ukraine überschattet die lang erwartete Zinswende sowie die Bilanzen von VW und BMW.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist vergangene Woche überraschend gestiegen: Nach einem Kursrutsch unter die Marke von 13 000 Zählern sprang der Leitindex am Mittwoch um 1000 Punkte nach oben und legte auf Wochensicht vier Prozent zu. Dass die Börsen den Krieg in der Ukraine bereits verdaut hätten, sei aber nicht anzunehmen, warnt Uwe Streich, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Streich hat sich die zehn größten Tagesgewinne in der Geschichte des Dax angeschaut und festgestellt: In sieben Fällen folgten darauf mindestens drei schwierige Monate. Das ist auch dieses Mal wahrscheinlich. Denn wie lange der Krieg noch anhält und wie dramatisch die Folgen für die Wirtschaft sein werden, lässt sich noch gar nicht abschätzen.

Die Risiken für die US-Wirtschaft sind geringer als in Europa

Trotz dieser Ungewissheit will die US-Notenbank am Mittwoch ihren Leitzins erhöhen. Die Inflationsrate in den USA hat im Februar mit 7,9 Prozent den höchsten Stand seit 40 Jahren erreicht. Auch die britische Notenbank dürfte am Donnerstag an der Zinsschraube drehen. Allerdings sind die mit dem Ukraine-Krieg verbundenen Wirtschaftsrisiken für die USA und Großbritannien auch geringer als für Deutschland und andere kontinentaleuropäische Staaten.

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Wie Finanzexperten die Auswirkungen der gegen Russland verhängten Sanktionen für die deutsche Konjunktur einschätzen, wird am Dienstag der ZEW-Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zeigen. Die neuerliche Verschärfung der Lieferengpässe und der damit einhergehende Anstieg von Rohstoff- und Materialkosten dürfte auch im Mittelpunkt der bevorstehenden Bilanzpressekonferenzen stehen.

Auch RWE, EON, ZF und Vonovia öffnen ihre Bücher

Am Dienstag stellen sich Volkswagen und RWE den Fragen von Analysten und Journalisten, am Mittwoch BMW und Eon. Am Donnerstag öffnet mit ZF Friedrichshafen ein großer Autozulieferer seine Bücher, am Freitag der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub. Von Konjunkturrisiken und steigenden Rohstoffpreisen weniger betroffen ist der Immobilienkonzern Vonovia, der ebenfalls am Freitag seine Bilanz für 2021 vorstellt.

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