Die acht Passivröhren, die vergangene Woche in der Talstraße gestohlen wurden, sind bereits ersetzt worden. Foto: Sebastian Steegmüller

Die Stickstoffdioxid-Messungen sind wohl nicht gefährdet.

Stuttgart-Ost - In der vergangenen Woche wurden entlang der stark befahrenen Talstraße im Stuttgarter Osten alle acht Passivsammler inklusive dem dazugehörigen Schutzrohr entwendet. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) erfasst mithilfe der Passivsammler vor Ort die in der Luft vorhandenen Stickstoffdioxid-Konzentration. Die LUBW hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

„Hier wurde geplant vorgegangen,“ erläutert Eva Bell, Präsidentin der LUBW. Die Passivsammler sind auf einer Höhe von 2,70 bis 3 Metern angebracht. Um die rund 50 Zentimeter großen Schutzrohre der Passivsammler zu entfernen, waren eine Leiter oder andere Hilfsmittel notwendig. „Wir bitten Anwohner und Passanten, die in der vergangenen Woche etwas beobachtet haben, dies einem Polizeirevier in Stuttgart zu melden.“

Datenqualität ausreichend

Die LUBW hat die entwendeten Messgeräte bereits am Montag ersetzt und die Messungen an denselben acht Stellen fortgesetzt. Für die Ermittlung des Jahresmittelwertes in der Talstraße würden sich durch die kurze Unterbrechung somit keinerlei Beeinträchtigung ergeben. Die vorgeschriebene Datenqualität für die europaweit vorgeschriebene Überwachung der Luftqualität sei somit gesichert, so Eva Bell.

Doch wie funktionieren eigentlich Passivsammler? In den Röhren wird das in der Luft vorhandene NO₂ auf einem alkalisch beschichteten Filter absorbiert. Dort wird das saure Gas zu Nitrit umgesetzt. Mithilfe des Passivsammlers werden Jahresmittelwerte überprüft. Der Einsatz von Passivsammlern ist laut der LUBW kostengünstig. Sie seien klein und können relativ einfach, beispielsweise an den Masten von Straßenlaternen, angebracht werden. „Sie benötigen keine Stromzufuhr“, so Bell.

Zeugen werden gebeten, sich beim Polizeirevier 5 Ostendstraße unter der Rufnummer 89903500 zu melden.

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