Für etwa drei Millionen Euro wird das Kanalsystem in der LAupheimer Straße erneuert. Foto: Kuhn

Von kommenden Herbst an wird im Bereich Nähter-, Laupheimer- und Fellnerstraße gebaggert. Das Kanalsystem wird erneuert. Gleichzeitig wird ein Gehweg in den Renzwiesen verbreitert.

Wangen - Die Bewohner der Salacher Straße und der Inselsiedlung haben es bereits ertragen: Die aufwendige Erneuerung der unter ihrer Straße liegenden Abwasserkanäle. Wochenlang durchzogen tiefe Gräben die Straße, alte Rohre wurden entfernt, neue verlegt. Straßen waren gesperrt, Parkplätze entfielen während der Bauarbeiten. Jetzt geht die Kanalerneuerung auf der anderen Seite der Ulmer Straße weiter. „Das Viertel Nähter-, Laupheimer-, Fellnerstraße und in den Renzwiesen erhält ein neues Kanalsystem. Die bestehenden Rohre stammen aus den Jahren 1910 bis 1930“, berichtete Alma Osmanagic vom Tiefbauamt der Stadt am Montagabend den Bezirksbeiräten. Wie vom Gesetz gefordert, werden auch künftig das Regenwasser und das Abwasser aus den Haushalten und Unternehmen getrennt abgeleitet. Auch das Oberflächenwasser aus den vier bestehenden Geröllfängen wird dann in den Neckar als Vorfluter und nicht in die Kanalisation geleitet. Die Bauarbeiten sollen im Oktober oder November beginnen und vermutlich 1,5 Jahre dauern. Noch sind die Arbeiten nicht vergeben und die Investitionskosten können nur geschätzt werden. „Aber wir rechnen schon mit Investitionen in Höhe von insgesamt drei Millionen Euro“, sagt Osmanagic. Das Tiefbauamt will die Kanalbauarbeiten nämlich auch dazu nützen, um einige seit Jahren geplanten Umgestaltungsarbeiten rund um das einstige Areal der Firma Herma zu erledigen. Die Straßen sind in die Jahre gekommen, Last- und auch Personenwagen haben Spuren hinterlassen. An vielen Stellen zeigen sich Unebenheiten, Risse oder Spurrillen wurden in den Vorjahren nur provisorisch geflickt. Nun sollen großen Bereiche eine neue Fahrbahn erhalten.

„Auf einer Seite der Straße in den Renzwiesen werden wir auch den Gehweg verbreitern“, berichtete Osmanagic. Damit erfüllt die Stadtverwaltung eine Forderung des Bezirksbeirats, die schon einige Jahre auf dessen Wunschliste steht. Im Zuge der Kanalerneuerung kommt die Stadt einer weiteren Bitte nach: In dem Viertel herrscht große Parkplatznot. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden werden Kurvenbereiche und Hofeinfahrten zugeparkt. Es geht extrem eng zu. Die Feuerwehr hat mehrfach bemängelt, dass sie mit ihren breiten Einsatzfahrzeugen erhebliche Probleme habe, an mögliche Brandherde zu gelangen, und mehrfach haben Fahrer der Abfallwirtschaft Stuttgart den Rückwärtsgang eingelegt, weil es für ihre Müllfahrzeuge kein Durchkommen oder keine Wendemöglichkeit gab. Dies soll sich mit der Kanalerneuerung ändern. „In der Laupheimer Straße werden wir die Parkplatzmarkierungen erneuern und damit deutlich aufzeigen, wo Fahrzeuge nicht hingestellt werden dürfen“, hoffen Osmanagic und Wangens Bezirksbeiräte. Auch der klappernde Blechdeckel in der Nähterstraße 49 wird dann der Vergangenheit angehören, versicherte Osmanagic auf Nachfrage von Bezirksbeirätin Ingrid Kreis (Freie Wähler).

Vielleicht könne dann auch noch die Umgestaltung der Rinkenbergstraße angehängt werden, schlug Marijan Laszlo vor. Die dafür benötigten Finanzmittel seien vor einigen Jahren bereits in den Haushalt eingestellt worden und dann plötzlich nicht mehr auffindbar gewesen, erinnert der CDU-Bezirksbeirat an das Versprechen der Stadtverwaltung, die Aufstiegsstraße endlich zurückzubauen. Im Gegensatz zur Nähter- und den Parallelstraßen ähnelt die Rinkenbergstraße einer breiten, mehrspurigen Bundesstraße. „Sie war einmal als Zufahrt über den Wangener Berg in Richtung Sillenbuch konzipiert“, erzählte der Wangener. Seit Jahren sollte die Straße verschmälert und Senkrechtparkplätze eingerichtet werden. Dadurch würde sich die Zahl der Stellflächen erhöhen. Zudem würde sich der Bereich auch für eine Ladestation für E-Fahrzeuge oder Pedelecs eignen, bestätigte Bezirksvorsteherin Beate Dietrich.

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