Augsburgs Ruben Vargas (l) und Andre Hahn klatschen nach dem 1:0 ab. Foto: David Inderlied/dpa

Der VfL Bochum muss nach seiner Heimpleite gegen den FC Augsburg weiter zittern und die «Rettungs-Party» verschieben. Die Gäste jubeln und hoffen nach dem «Türöffner» aber auch.

Bochum - Markus Weinzierl lief auf den Platz und herzte seine Spieler, die kleine Augsburger Fanschar bejubelte den dritten Auswärtssieg der Saison im Gästeblock und feierte mit den Profis einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib.

Der FC Augsburg hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga ein starkes Zeichen gesetzt und den VfL Bochum um die Feier zum frühzeitigen Klassenverbleib gebracht. Der Tabellen-14. setzte sich beim unmittelbaren Konkurrenten mit 2:0 (2:0) durch und konnte mit nun 35 Punkten bis auf einen Punkt an die Revierelf heranrücken. Die Bochumer blieben auch im dritten Heimspiel nacheinander sieglos und sind ebenfalls noch nicht gesichert.

Vor 23.000 Zuschauern im Ruhrstadion erzielten Andre Hahn (15. Minute) und Michael Gregoritsch (43./Foulelfmeter) die Treffer für die Gäste, die sich den Sieg mit einer erstligareifen Vorstellung verdienten.

Türöffner für den FC Augsburg

"Das war ein Türöffner heute! Ich finde, dass wir heute den Plan mit der Fünferkette perfekt umgesetzt haben. Wie wir in der zweiten Hälfte gefightet haben, da muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen", sagte Weinzierl dem Streamingdienst DAZN. "Wir haben alles vorne reingeworfen und unsere Chancen eiskalt genutzt", sagte der Augsburger Daniel Caligiuri. Dagegen war Armel Bella-Kotchab die Enttäuschung anzusehen: "Eine bittere Stunde für uns - wir hatten uns mehr vorgenommen. Wir hatten mehr Ballbesitz, kamen aber nicht zu klaren Torchancen. Wir haben viele Fehler hinten gemacht", sagte der Bochumer Abwehrspieler.

VfL-Trainer Thomas Reis, der die Partie nach seiner Roten Karte beim Spiel in Freiburg nur von der Tribüne verfolgen durfte, aber die Ansprache an die Mannschaft vor 15.00 Uhr noch halten konnte, hatte sein Team gleich auf vier Positionen verändert und Simon Zoller wieder in die Startelf berufen. Der 30-Jährige hat nach siebenmonatiger Pause wegen eines Kreuzbandrisses erst zwei Kurzeinsätze und sollte die Bochumer Offensive beleben. "Macht den Sack zu - Auf zum Klassenerhalt" forderten die VfL-Fans auf einem großen Spruchband in der Kurve.

Individueller Fehler führt zum 0:1

Bochums Trainer, der auf der Bank von seinem Assistenten Markus Gellhaus vertreten wurde, sah eine durchaus druckvoll beginnende Heimmannschaft, die jedoch schon nach 15 Minuten durch einen individuellen Fehler in Rückstand geriet. Einen verhängnisvollen Fehler von Maxim Leitsch nutzte Hahn, der den Ball zum 1:0 für die Gäste über Torhüter Manuel Riemann lupfte. Kurz darauf hatte Augsburgs zweitbester Torschütze sogar die Chance zum 2:0, vergab aber nach Flanke von Ruben Vargas knapp.

Weinzierl hatte von seinem Team nach der enttäuschenden Niederlage gegen Hertha BSC eine Reaktion gefordert und dafür mit Caligiuri und Ruben Vargas vor allem die Außenpositionen verstärkt. Die Abwehrreihe um Kapitän Jeffrey Gouweleeuw stand kompakt und sicher. Zudem nutzte Gregoritsch kurz vor der Pause die Chance, einen zweifelhaften Foulelfmeter zum 2:0 zu verwandeln. Bruno Soares soll Caligiuri zuvor im Strafraum gefoult haben.

Die Gastgeber versuchten mit einem sehr offensiven Dreier-Wechsel, die Wende einzuleiten. Sebastian Polter, Jürgen Locadia und Danny Blum sollten noch einmal für Schwung sorgen. Doch in der am Ende recht zerfahrenen Partie fanden die Gastgeber nicht mehr zu ihrem Rhythmus. Die beste Chance vergab Eduard Löwen mit einem direkten Freistoß, den Rafal Gikiewicz glänzend parierte (78.).