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Windpark auf Egelseer Heide abgelehnt

ROTENBERG: SPD will Eignung der Höhenlagen für Windkrafträder untersuchen lassen

  Windkrafträder wie jene in Grevenbroich können sich die Untertürkheimer Bezirksbeiräte auf der Egelseer Heide nicht vorstellen.Foto: dpa
 

Windkrafträder wie jene in Grevenbroich können sich die Untertürkheimer Bezirksbeiräte auf der Egelseer Heide nicht vorstellen. Foto: dpa

 
In der vergangenen Bezirksbeiratssitzung sorgte ein Antrag der SPD für Wirbel. Unter dem Eindruck der Atomkatastrophe in Japan und den Konsequenzen für die Energiepolitik wollen die Sozialdemokraten prüfen lassen, ob sich das Gebiet um die Egelseer Heide für die Aufstellung eines oder mehrerer Windkrafträder eignen würde. Der Antrag wurde mit drei gegen zwei Stimmen bei sechs Enthaltungen abgelehnt.

Von Mathias Kuhn

Unter dem Eindruck des verheerenden Unfalls in den Atomkraftwerken in Fukushima brachten die SPD-Bezirksbeiräte einen Antrag ein, der kurz für einen Sturm der Empörung bei den Bezirksbeiratskollegen sorgte. „Schon Jahre vor der Atomkatastrophe hat sich die SPD für ein Ende des Atomzeitalters und den Ausbau der regenerativen Energie ausgesprochen. Nun sollen auch Taten folgen“, schreiben die Sozialdemokraten in ihrem Antrag. Ihr Wunsch: Die Behörden sollen zeitnah die Eignung des Gebietes „Egelseer Heide“ und Umgebung für die Aufstellung eines oder mehrerer Windkrafträder untersuchen. „Wir können nicht nur wollen, dass Kernkraftwerke vom Netz gehen, sondern wir müssen auch dafür sorgen, dass wir regenerativen Strom vor Ort erzeugen“, sagt SPD-Fraktionssprecher Werner Feinauer. Windkrafträder würden eine zentrale Rolle spielen. Deswegen wolle seine Partei zunächst nun erst einmal prüfen lassen, ob sich die Höhenlagen oberhalb von Untertürkheim und Rotenberg eignen würden. Die Egelseer Heide sei dabei als ein prägnanter Standort herausgesucht worden, betont Feinauer. Das Gebiet sei naheliegend, meint CDU-Fraktionssprecher Matthias Mitsch. „Wo Menschen hinfahren, um Drachen steigen zu lassen, weht auch Wind.“ Ein Blick in den jüngst vom Landeswirtschaftsministerium herausgegebenen Windatlas bestätigt die Beobachtungen. Auf dem Diagramm, das die Windgeschwindigkeit hundert Meter überm Boden darstellt, sind die Flächen rund um den Stuttgarter Talkessel überwiegend gelb gefärbt. Nur auf den Schurwaldhöhen und seinen Ausläufern sind braunrote Felder, was für Windgeschwindigkeiten über sechs Meter pro Sekunde spricht. „Eine Windgeschwindigkeit von mehr als 6,0 Meter pro Sekunde ergibt sich in Baden-Württemberg nur auf etwa 0,8 Prozent der Landesfläche“, heißt es in der Windpotenzial-Untersuchung des TÜV. Die Egelseer Heide käme auf etwa 5,75 Meter pro Sekunde. Am Esslinger Tor oder auf dem Kappelberg färbt sich das Schaubild tiefrot für Böen mit 6,0 bis 6,5 Metern pro Sekunde. Genauere Untersuchungen habe es laut Werner Flad, dem Leiter des Umweltamts für Stuttgart, aber nicht gegeben.

Auch dem Prüfantrag der SPD fehlt der Rückenwind. Das Abstimmungsergebnis im Bezirksbeirat spiegelt den Zwiespalt der Bezirksbeiräte wider. Zwei von drei SPD-Politikern stimmten für die Prüfung. Zwei von drei CDU-Mitgliedern sowie ein Freie-Wähler-Bezirksbeirat dagegen. Sechs Bezirksbeiräte enthielten sich. „Ich befürworte Windenergie. Ein einzelnes Windkraftrad ist ökonomisch nicht sinnvoll. Ein Windpark würde aber das Erholungsgebiet Egelseer Heide zerstören“, sagt Mitsch. „Windkrafträder im Blickfeld der Grabkapelle würden den Anblick stören“, sagt Günther Busch (Freie Wähler). Anders sieht es im Wald am Esslinger Tor aus. Dort würde dem Rad kaum Gegenwind aus Untertürkheim entgegenblasen.

 

Artikel vom 31.03.2011 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (4)

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01.04.2011 16:29 von Thomas Schöller

Wo Drachen steigen weht auch Wind. Was ist den das für ein blödes Geschwätz und das aus auch noch aus dem Munde eines gebildeten Menschen. Es sollte schon jedem klar sein, dass dort dann WEA´s mit einer Gesamthöhe von bis zu 180 m stehen. Ob der Transport dieser Ungetüme durch die Ortsmitte von Rotenberg überhaupt durchführbar ist?

Der Windatlas basiert nur auf Hochrechnungen und ist daher mit Vorsicht zu geniesen. Eine mindestens einjährige Windmessung wäre erstmal notwendig. Übrigens haben sich im letzten Jahr die Stadwerke Fellbach von ihren WEA´s auf der Schwäbischen Alb verabschiedet, da diese nicht rentabel arbeiteten.

01.04.2011 10:38 von Thomas Schöller

Wo Drachen steigen weht auch Wind. Was ist den das für ein blödes Geschwätz und das aus auch noch aus dem Munde eines gebildeten Menschen. Es sollte schon jedem klar sein, dass dort dann WEA´s mit einer Gesamthöhe von bis zu 180 m stehen. Ob der Transport dieser Ungetüme durch die Ortsmitte von Rotenberg überhaupt durchführbar ist?

Der Windatlas basiert nur auf Hochrechnungen und ist daher mit Vorsicht zu geniesen. Eine mindestens einjährige Windmessung wäre erstmal notwendig. Übrigens haben sich im letzten Jahr die Stadwerke Fellbach von ihren WEA´s auf der Schwäbischen Alb verabschiedet, da diese nicht rentabel arbeiteten.

31.03.2011 21:38 von Edgar Hoch

Die Topographie hält sich nicht an Markungsgrenzen - und welches Stück Heide, Feld oder Wald zu welcher Gemeinde gehört, wurde früher irgendwann einmal festgelegt, unabhängig vor dem Hintergrund, dass man nun Windräder gleichmäßig über die Gemeindeflächen verteilt.

Allerdings gibt es neben dem St.-Florians-Prinzip auch objektive Kriterien, an welchem Standort ein Windrad sinnvoll und optimal ist bzw. wäre.

Ein Naherholungsgebiet, an dem sich die Menschen aufhalt, sitzen, liegen, grillen, spielen, usw., ist sicher weniger geeignet als landwirtschaftlich genutzte Felder abseits der Häuser oder Wälder - selbst wenn die Menschen sie als Naherholung in Form von z.B. joggen und spazieren gehen nutzen, stören Windräder dort weniger als in einem Park oder einer Heide. Am Kappelberg beispielsweise halte ich den "vorderen" (westlichen) Bereich auch für ungeeignet aufgrund des Nahererholungsgebiets. Aber mehr "mitten" im Wald stört ein Windrad wohl weniger.

Man sollte wegkommen von dem Denken in kleinen Einheiten und vom St.-Florians-Prinzip, sondern alles im Blick haben und keiner anderen Gemeinde (bzw. deren Bürgern) etwas zumuten wollen, was man selbst nicht gerne haben möchte.

31.03.2011 13:43 von Wolfgang Laipple

Ich wohne in Fellbach, komme aber aus beruflichen Gründen fast täglich nach Untertürkheim. Die beschriebene Reaktion auf den Vorschlag ist überaus typisch und entspricht dem weitverbreiteten St.-Florians-Prinzip. Wenn ich richtig informiert bin, dann liegt das Esslinger Tor auf Fellbacher Gemarkung. Die Fellbacher lieben ihr Erholungsgebiet Kappelberg mindestens ebenso wie die Untertürkheimer ihre Egelseer Heide. Wenn Sie das in Fellbach vorschlagen, dann erhebt sich dort nicht nur Gegenwind, sondern ein Proteststurm. Ich persönlich hätte nichts gegen Windkrafträder an beiden Standorten. Nur zur Ergänzung : die Stadtwerke Fellbach besitzen bereits eine Windmühle, die haben sie aber wohlweislich nicht in Sichtweite der Fellbacher, sondern auf der Alb erbaut.


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