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Opferschalen zu Ostern wieder an Ort und Stelle

ROTENBERG: Historische Wahrzeichen der Grabkapelle können erst bei besserem Wetter aufgestellt werden - Künftig feste Verankerung geplant

  Ein Bild der Zerstörung: Im Juni 2009 hatten Unbekannte die wertvollen Opferschalen vor der Grabkapelle von ihren Sockeln gestoßen. Zu Ostern sollen sie endlich wieder an ihrem angestammten Platz stehen.Archivfoto: Müller
 

Ein Bild der Zerstörung: Im Juni 2009 hatten Unbekannte die wertvollen Opferschalen vor der Grabkapelle von ihren Sockeln gestoßen. Zu Ostern sollen sie endlich wieder an ihrem angestammten Platz stehen. Archivfoto: Müller

 

Pünktlich zum Beginn der großen Ausflugssaison sollen die im Juni 2009 von unbekannten Tätern zerstörten Opferschalen der Grabkapelle wieder an ihrem angestammten Platz auf dem Württemberg stehen. Erst dann ist es konstant warm genug, um die Restauration vor Ort abschließen zu können. Um weiterem Vandalismus vorzubeugen, sollen die kostbaren Schalen künftig fest verankert werden.

Von Jan-Philipp Schütze

Bereits in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 2009 hatten Unbekannte die mehreren hundert Kilogramm schweren Schalen von ihren Sockeln gestoßen. Beim Aufprall zersprangen sie an den Rändern in zahlreiche Einzelteile. Lange war unklar, ob die einzigartigen Kunstwerke gerettet werden können. Einer Spezialfirma in Kriftel bei Frankfurt gelang es jedoch, alle vier Schalen aufwendig zu restaurieren. Eigentlich sollten die historischen Wahrzeichen schon im September letzten Jahres auf den Württemberg zurückkehren, der ursprüngliche Zeitplan konnte aber nicht eingehalten werden. Doch nun kommt Bewegung in die Sache. „Die Opferschalen sind derzeit auf dem Weg zurück zu uns“, weiß Ilse Lange-Tiedje, Leiterin beim Stuttgarter Amt des Landesbetriebs für Bau und Vermögen Baden-Württemberg. Sobald sie in Stuttgart eingetroffen sind, können sich die zuständigen Restauratoren in Handarbeit um deren weitere Verarbeitung kümmern. Dabei werden die Oberflächen gewissenhaft nachpoliert, zudem mehrere Schichten einer versiegelnden Ölfarbe aufgetragen. An Ort und Stelle platziert werden sollen die Reliquien dann aber erst zur Osterzeit. Denn nach dem Transport zum Württemberg und der Montage auf den Steinsockeln am Fuße der Grabkapelle müssen weitere Schichten Ölfarbe aufgetragen werden. Dies geht jedoch erst, wenn die Farbe im Freien problemlos trocknen kann. „Dazu ist es zwingend nötig, dass keinerlei Temperaturen unter 12 Grad herrschen“, erklärt Lange-Tiedje die Bedingungen. Erst dann ist die aufwendige und mit hohen Kosten verbundene Rettungsaktion beendet. Mit 40 000 Euro schlägt die gesamte Instandsetzung zu Buche, die neben der komplizierten Reparatur auch die nötigen Gutachten, den Transport und die Montage vor Ort beinhaltet. Angst, dass es erneut zu einer mutwilligen Beschädigung des Kulturguts kommen könnte, hat man aber offenbar nicht. „Wir gehen vom Respekt der Bürger aus“, erklärt Lange-Tiedje und betont: „Die Schalen haben schließlich auch davor über 150 Jahre unbeschadet überstanden“. Deshalb habe man sich in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege dagegen entschieden, Repliken an der Grabkapelle aufzustellen und die Originale an einem sicheren Ort zu verwahren. Zumal gerade die Originalität der Objekte den besonderen Reiz für die Betrachter ausmache. Dennoch will man Vorsorgen. Die zirka einen Meter hohen Kunstwerke sollen fest auf den Steinsockeln verankert werden, um ein Herunterstoßen zu vermeiden. Weitere Sicherungsmaßnahmen sind vorerst nicht angedacht. Sollten die Opferschalen jedoch erneut selbst zum Opfer werden und dabei schlimmstenfalls unwiederbringlich zerstört werden, hat man bereits vorgesorgt. Mittels moderner Lasertechnik wurden die Exponate „eingescannt“ und liegen nun als grafische 3D-Modelle vor. Anhand dieser könnten dann originalgetreue Duplikate nachgebaut werden. Dennoch hoffen natürlich alle Beteiligten, dass es soweit erst gar nicht kommen muss.

 

Artikel vom 28.02.2011 © Eßlinger Zeitung

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